»Weltuntergang schon sechsmal vorausgesagt!«

Sturm-Wolken

Bei den Zeugen Jehovas können weder Gottvertrauen noch Menschenliebe gedeihen. Wer bei ihnen groß geworden ist, »befindet sich in einem Teufelskreis, aus dem er nicht mehr herauskommt«. Die Führungsriege veränderte willkürlich ihre Lehre so, wie es ihr gerade passe. Das berichtete ein früherer Angehöriger der Sekte, Günther Pape, in einem Vortrag in Stuttgart.

Pape hatte sich von den Zeugen Jehovas getrennt, nachdem er eine Zeitlang »Vollzeitmissionar« bei ihnen war. Pape ist in einer der Zeugen Jehovas Familie aufgewachsen. Sein Vater wurde im KZ wegen seines Glaubens umgebracht. Er berichtete, dass Weltuntergangs-Prophezeiungen eine große Rolle spielten. In diesem Jahrhundert sei schon sechsmal der Untergang der Welt vorausgesagt worden, zuletzt für 1975. Viele Gutgläubige hatten deshalb ihren Besitz verschenkt.

Er selbst habe sich wegen Zweifeln aus einer nicht eingetroffenen Prophezeiung von den Zeugen Jehovas gelöst. Trotz aller Fehlprognosen gelte den Mitgliedern ihre Bibelfestigkeit als Beweis für die Richtigkeit ihrer Lehre. Kinder müssten von klein auf Bibelverse auswendig lernen, die meist aus dem Zusammenhang gerissen seien.

Nach Papes Worten wird über die Zeugen Jehovas total verfügt. Einer passe auf den anderen auf. 17 bis 28 Prozent des Nettoeinkommens seien der Organisation abzugeben. Immobilien sollten noch zu Lebzeiten der auch als »Wachtturmgesellschaft« bekannten Sekte übereignet werden. Bei der »biblischen Unterweisung« scheue man vor Falschaussagen nicht zurück. Bei den für die Sekte typischen missionarischen Hausbesuchen werde über jeden Besuchten ein Bericht geschrieben.

Nach Papes Worten gibt es derzeit rund 130 000 Zeugen Jehovas im Bundesgebiet. Ihr reales Wachstum belaufe sich auf 3 Prozent. Allerdings gebe es inzwischen auch 90 000 Abtrünnige.

 

Artikel aus »idea-spektrum« (Die Zahlen belaufen sich auf das Jahr 1986)