„Wie stoppt man radikale Islamisten?“ – ein Kommentar

Nora_Illi

„Wie stoppt man radikale Islamisten?“ Dieser Frage wollte Anne will in ihrer letzten Sendung nachgehen. Am Ende blieb die Frage zwar unbeantwortet, stattdessen aber durfte uns die vollverschleierte Frau Illi erklären, warum wir daran Schuld sind, wenn junge Menschen im Namen Allahs Andersgläubige hinrichten. Sie wären ja ausgegrenzt! Illi sollte man für diesen Satz wegen arglistiger Täuschung anzeigen! Sie vertritt hier die PR-Strategie der Islamisten: Zuerst töten wir euch, aber stellen uns als Opfer dar.

Asiem El Difraoui, der sogenannter “Islam-Experte” behauptete, unter dem deutschen Volk herrsche eine Unwissenheit über den Islam und forderte mehr Aufklärung. Aber natürlich nur solche Aufklärung, die seinen Thesen und dem Gedankengut der deutschen Islamwächter entspricht. Das deutsche Volk soll wissen, Islamismus sei nicht Islam. Wirklich nicht? Ein Mörder tötet einen jungen Soldaten mit dem Ausruf: Allah Hu Akbar! Aber wir sollen glauben, das Ganze hätte nichts mit dem Islam zu tun. Die Boston Mörder, von denen einer angab, die Tat begangen zu haben, um den Islam zu verteidigen, sollen auch nichts mit dem Islam zu tun haben.

Nach jedem bestialischen Mord durch Islamisten, wird uns durch Islamvertreter mit Anzügen und Krawatten erläutert, warum Ihre Religion nichts damit zu tun hätte. Aber was ist dann mit dem Imam Omar Bakri, der über die Presse verlauten ließ: Der Prophet Mohammed sagte: “Ein Ungläubiger und dessen Mörder werden sich nicht in der Hölle treffen…das ist eine schöne Aussage. Möge Allah Adebolajo (der den britischen Soldaten zu Tode hackte) für seine Tat belohnen. Sofern es den Islam betrifft, hat er kein Verbrechen begangen!“

Wo bleibt hier der Protest der friedlichen Muslime gegen solche Aussagen? Wenn irgendwo auf der Welt eine Lästerung des Propheten Mohammed stattfindet, sind wir brennende Botschaften und zertrümmerte Kirchen gewöhnt, aber warum bleibt hier der Protest aus! Kann es sein, dass die Aussagen von Omar Bakri eine breite Zustimmung genießen, während uns hier im Westen eingebläut wird, nur einige Wenige wären radikal und gefährlich. Es ist zwar wichtig, dass wir nicht alle Muslime über den Kamm scheren, denn die meisten Muslime schlachten uns nicht ab, doch müssen wir realisieren, dass es einen Link zwischen Islam und Terrorismus gibt. Islamismus findet seine Wurzeln im Islam und im Vorbild des Propheten Mohammed.

Viel zu kurz kam diese Frage nach der Ursache für eine religiöse Radikalisierung, die man bei Gläubigen anderer Religionen in Europa so nicht findet. Längst hat sich in vielen deutschen Stadtteilen eine Parallelgesellschaft gebildet, die streng nach der Scharia lebt und diese auch in Hinterhofmoscheen praktiziert, völlig an den Organen des Rechtstaats vorbei. Dieses wurde weder von Herrn Herrmann noch von Herrn Oppermann auch nur mit einem Wort erwähnt, wobei gerade ihnen die Problematik bekannt sein sollte. Dass die gewaltbereiten Salafisten offenbar aus diesen Kreisen stammen wurde ebenso ausgeblendet. Statt die Wurzeln der Gewalttaten der Islamisten zu durchleuchten und Wege gegen diese Parallelgesellschaften aufzuzeigen, ging man wieder mal den Weg des geringsten Widerstandes: Es handelt sich hier um Einzeltäter, die mit dem Islam an sich nichts zu tun haben und die Lösung des Problems ist die Abschiebung. Doch weder die Abschiebung von Salafisten, noch eine Umarmung des Islams werden unsere Welt vor islamischen Terror sicherer machen.

Wir brauchen eine ehrliche Debatte über den Islam, ohne dass wir dabei unseren Job, unseren Ruf oder unser Leben verlieren. Anne Will hätte uns das sagen müssen!

Sabatina James, Facebook

 

Islamismus-Debatte bei Anne Will: Frau gegen Frau

Anne Will

Nach den islamistisch motivierten Anschlägen in Boston und London hat Anne Will in dieser Woche über die Gefahr durch radikale Muslime diskutieren lassen. Die Debatte lief ins Leere: Zwölf Jahre nach dem 11. September sind alle Argumente ausgetauscht.

Die Nachrichtenlage hatte es im Grunde geboten: Nach dem Mord an einem Soldaten in London und den Bombenexplosionen in den USA nutzte Anne Will einmal mehr die Chance, eine verlässlich Zuschauer einbringende Islam-Debatte zu führen. Zur Sendung „Allahs Krieger im Westen – Wie gefährlich sind radikale Muslime?” hatte die Moderatorin die Innenpolitiker Thomas Oppermann (SPD) und Joachim Herrmann (CSU) an einen Tisch geholt, ebenso wie die zum Islam übergetretene Schweizerin Nora Illi, die Soziologin Necla Kelek und den Politologen Asiem El Difraoui. Neues förderte die Runde allerdings nicht zu Tage. Es scheint, als seien, knapp zwölf Jahre nach den Anschlägen des 11. September, alle Argumente zum Thema längst ausgetauscht.

So wünschte sich Herrmann entsprechend den jüngsten Einlassungen des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) die Möglichkeit schnellerer Ausweisungen Radikaler. „So wie wir uns einig sind, dass die NPD verboten werden muss, so müssen wir uns auch einig sein, dass gewaltbereite islamistische Vereine verboten werden”, erklärte er weiter. Oppermann hingegen führte aus, in Deutschland seien bisher weit mehr Menschen durch islamophobe und rechtsextremistische Menschen zu Tode gekommen, als durch Islamisten. „Wenn wir über Muslime immer nur im Kontext potentieller Terrorismusgefahren diskutieren, dann weisen wir den Muslimen eine randständige Rolle in der Gesellschaft zu”, sagte der SPD-Politiker. Gerade das mache junge Muslime zu leichten Opfern islamistischer Rattenfänger. Dem schloss sich Difraoui an und forderte koordinierte Präventionsarbeit statt Ausweisungen. Der Dschihadismus sei „eine irregeleitete Sekte im Islam”, stellte er klar und warnte mit Blick auf rechtskonservative Gruppen wie „Pro NRW”: „Rechtsextreme und Salafisten haben eine Interessenkoalition gebildet.” Je mehr sie polarisierten, desto mehr Anhänger generierten sie.

„Kein Ehrenmord, keine Beschneidung, keine Zwangsverheiratung”

Nun sind das alles keine neuen Argumente und wäre da nicht die 29-jährige vollverschleierte Frauenbeauftragte des islamischen Zentralrats der Schweiz, Nora Illi, gewesen, der Zuschauer hätte den Fernseher an diesem Punkt getrost ausschalten können. Die Konvertitin und ehemalige Punkerin aber erklärte allein durch ihre Anwesenheit, was eigentlich das Problem mit dem radikalen Islam in Deutschland ist: Wir verstehen ihn nicht. Niemand in der Runde vermochte sich wohl zu erklären, warum die mittlerweile vierfache Mutter vor Jahren vom Katholizismus zum Islam übergetreten ist, den Islam als weltweit verfolgt betrachtet und einst mit ihrem Verein den salafistischen Prediger Pierre Vogel in die Schweiz einlud. Und jeder wollte ihr wohl gerne glauben, als sie sagte: „Jeder, der zur Gewalt aufruft und Gewalttaten beschönigt, muss bestraft werden.” Die Boston-Attentäter seien mehr politisch fanatisiert denn religiös motiviert gewesen. „Im Islam gibt es keinen Ehrenmord, keine Beschneidung und keine Zwangsverheiratung”, sagte sie. Und ihre Kinder dürften selbstverständlich einmal frei wählen, welcher Religion sie angehören wollten. Doch etwas stimmt nicht an dem Bild einer Burka-tragenden Frau, die sich für Frieden ausspricht, ihre Religion zugleich aber als Opfer einer weltweiten Verschwörung sieht und damit ebenso argumentiert, wie Dschihadisten es tun, wenn sie ihre Gewalttaten rechtfertigen.

Um das zu sehen, brauchte es in der Sendung keine Necla Kelek, die nicht nur das wortgetreue Verständnis des Koran geißelte, sondern einmal mehr die Muslimvereine in Deutschland für ihre mangelnde Distanzierung von Gewalt kritisierte. Viele Muslime seien nicht integrationsbereit, man vergesse die vielen Ehrenmorde, es gebe eine falsch verstandene Toleranz gegenüber sich radikalisierenden Muslimen – das alles sagte sie nicht zum ersten Mal und das macht die Argumente nicht weniger richtig. Mehr als eine Debatte über Sexualkunde in der Schule, Islamunterricht und die Beschneidung im Islam wünschte man sich am Dienstag bei Anne Will aber ein Gespräch unter vier Augen: Nora Illi und Will selbst, die sich über ihr Leben austauschen. Auf der einen Seite die offen homosexuelle Karrierefrau, auf der anderen Seite die sich verhüllende, konservative, streng dem Islam folgende einstige Rebellin, die von sich sagt, sie habe sich schon immer mit Religion beschäftigt und auch bewusst entschieden, sich als 7-Jährige katholisch taufen zu lassen. Denn am Ende geht es doch weniger um Ausweisungen von Straftätern und Aussteigerprogramme für radikale Jugendliche. Es geht darum, ob wir überhaupt verstehen können, warum sich jemand freiwillig einer religiösen Richtung anschließt, die ihm grundlegende Freiheiten raubt – und am Ende vielleicht das Leben von ihm fordert.

– Quelle: Medienmagazin pro