„Wir schaffen den Turm trotzdem!“

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„Wir schaffen das!“, hat Angela Merkel gesagt. Was denn? Wahrscheinlich meinte sie die sog. „Integration“ der Flüchtlinge. Hier eine Einschätzung nach einigen Jahren persönlicher Erfahrung mit den vielen, vielen Ausländern in Gelsenkirchen. Es gibt religiöse, soziale und kulturelle Hürden, aber am höchsten ist die sprachliche Hürde. Und, die These dieses Beitrags: Niemand ist daran schuld, das ist einfach so. Mehr noch, die Hürde ist sogar von Gott gewollt.

Haben Sie schon einmal versucht, eine völlig (!) andere Sprache zu erlernen? Natürlich, sagen Sie, wir alle lernen Englisch und mancher noch Französisch oder Spanisch. Das ist lobenswert, aber es sind keine Fremdsprachen im Sinne von wirklich „fremd“. Ich weiß, wovon ich rede.

In Vorbereitung auf meinen Korea-Aufenthalt habe ich am Intensivkurs teilgenommen. Zwei Wochen Kopfschmerzen, ich übertreibe nicht! Mein Gehirn hatte sich jeden Abend verknotet! Sätze ohne Subjekt, die Verben am Ende eines jeden Satzes, jedes Verb mit unterschiedlichen Höflichkeits- und anderen Endungen. Neue Buchstaben, weder „R“ noch „L“ sondern irgendwas dazwischen, die Zunge will nicht wirklich gehorchen! Selbst die nonverbale Kommunikation ist völlig anders. Insgesamt zwei Jahre habe ich in Koreanisch investiert, es war ein langer Weg.

Oder nehmen wir Chinesisch als Beispiel. In Korea habe ich mich auch an dieser Sprache kurz versucht. Zeichen statt Buchstaben, man muss malen können. Singen auch, denn die Tonhöhe sollte korrekt getroffen werden, sonst hat dasselbe Wort einen gänzlich anderen Sinn. Am Ende kann ich nun einen Satz auf Chinesisch – nur sprechen, noch lange nicht schreiben.

Heutzutage versuche ich mich an Arabisch. Von rechts nach links, mal was Neues. Wieder muss ich umdenken, zeichnen lernen, die Aussprache trainieren, mich hineindenken in das arabische Gehirn, das über Jahrhunderte wesentlich durch den Koran geprägt wurde.

Welche Sprachen kann Frau Merkel? Ich weiß es nicht. Aber weiß Frau Merkel eigentlich, wie schwierig es für die Flüchtlinge – insbesondere aus Syrien und dem Irak – ist, die deutsche Sprache zu erlernen? Viele erwarten von ihnen, dass sie fleißig am Sprachkurs teilnehmen und ihre Hausaufgaben machen, verkennen aber, dass sie z.T. Unmögliches verlangen! Man braucht eine gewisse Gabe, eine große Motivation, wenigstens einen freien Kopf!

Ein anderer Gedanke: Was ist der Ursprung von Sprachen? Woher kommen die Sprachen und warum gibt es so viele, die sich so krass voneinander unterscheiden? Als Pastorentochter wird Frau Merkel das wissen. Der Ursprung findet sich in der Bibel, die Menschen wollten gemeinsam einen Turm bauen und sich so einen Namen machen. Also hat Gott die Sprachen verwirrt. Plötzlich sprechen die einen Koreanisch, die anderen Chinesisch, wieder andere Arabisch oder sogar Deutsch. Warum, was war Gottes Ziel? Die Menschen sollten sich zerstreuen, und das ist auch passiert. Und was sagt heute Frau Merkel?

„Kommt zurück, wir schaffen den Turm trotzdem!“

Pfingsten geschah das Wunder, dass sich Menschen verschiedener Sprachen plötzlich wieder verstanden. Es war eine Umkehrung der Sprachverwirrung und eine Wiederherstellung der Schöpfung in Richtung himmlischer Zustände. Wir werden uns wieder verstehen, es wird keine sprachlichen Hürden mehr geben. Allerdings geht das nicht ohne Gottes Gnadengabe. Was Angela Merkel propagiert, ist eine Art Pfingsten ohne den Heiligen Geist!

Niemand ist schuld. Wir sollten den Tatsachen ins Auge sehen. Und vielleicht hören wir auf, von den Flüchtlingen Unmögliches zu verlangen. Vielleicht lernen wir einfach selbst mal Arabisch oder wenigstens Kurdisch, nur so aus Interesse und aus reiner Nächstenliebe. Es würde das gegenseitige Verständnis fördern und so manche Diskussion entschärfen.