Zur Beerdigung: «Der Nächste, bitte!»

Grab_NaechsteWährend einer Beerdigung wurde den Trauergästen ein Handzettel mit folgendem Inhalt gegeben: «Freust du dich über Blumen? – Dein Grab wird voll davon sein.» «Der Nächste, bitte! – Bist du der Nächste?» «Heute Trauergast – morgen Gastgeber?» «Liegst womöglich du bei der nächsten Trauerfeier im Mittelpunkt?»

Makaber, nicht wahr? Rabenschwarzer britischer Humor oder einfach nur geschmacklos? Der eine mag schmunzeln, vielleicht sogar lachen; der andere ist einfach nur entsetzt. Aber gehen wir doch einmal ganz nüchtern an diese ernste Angelegenheit heran.

Anstatt sich «totzulachen» oder uns über diese Pietätlosigkeit aufzuregen, sollten wir uns vielmehr über das Leben, wie auch über den Tod, Gedanken machen. Wir sollten so darauf reagieren, wie es der Schreiber des Römerbriefes getan hat: «Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?» (Röm 7,24).

Bei einer Beerdigung sollte es weniger um die Person an sich gehen, die zu Grabe getragen wird, als vielmehr um die, die Zeugen dieser Bestattung werden. Für den Toten sind «die Würfel» bereits gefallen. Die Frage, wo dieser die Ewigkeit verbringen wird, ist beantwortet. Jeder Mensch trifft diese Entscheidung selber, und zwar zu seinen Lebzeiten. Entweder hat er sich für oder gegen Jesus entschieden. Entweder für eine Ewigkeit bei Gott oder für eine Ewigkeit fern von Gott. Wie auch immer er seine Entscheidung getroffen haben mag: Wenn er stirbt, ist seine Entscheidung unumkehrbar! Es gibt kein Zurück!

Wir, die wir noch leben, wollen dem Toten unsere letzte Ehre erweisen. Für den Gestorbenen selber wird die Beerdigung aber keine Bedeutung mehr haben. Entweder wird bei ihm der Schrecken der Hölle oder die Freude des Himmels überwiegen und alles Irdische in den Schatten stellen. Wohin dieser Mensch auch gehen mag, nichts von allem, was er einst besaß, wird er mitnehmen können. Wenn er sich in der Herrlichkeit wiederfindet, wird er in der Gegenwart Gottes nichts, aber auch wirklich gar nichts vermissen. Ein Mensch hingegen, der sich in der ewigen Gottesferne wiederfindet, wird dort keine einzige Freude, keine Zufriedenheit mehr haben, sondern nur Schmerz und Leid.

Mag eine Trauerfeier noch so feierlich, andächtig und prunkvoll sein – gegenüber der Ewigkeit ist sie wie nichts. Trotzdem erfüllt sie einen wichtigen Zweck, und zwar in Bezug auf die Trauergäste. Denn niemand von diesen weiß, wer der Nächste sein wird. Gerade deshalb betet der Psalmist: «Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden» (Ps 90,12). Sollte das nicht auch uns zum Nachdenken bewegen? Ja, ganz gewiss! Gerade eine Beerdigung, der wir beiwohnen, sollte uns eine Ermahnung, ein Mahnruf und eine letzte Warnung sein, die da lautet: «Bist du bereit für die Ewigkeit?»

Es gibt Philosophien, Weltanschauungen und Religionen, die sich mit der Frage über das Leben nach dem Tod befassen. Die Ergebnisse sind zum Teil sehr verschieden und breit gefächert. Sie reichen von der Annahme «Mit dem Tod ist alles aus!», bis hin zur «leiblichen Wiedergeburt».

Aber eigentlich kann uns nur der Eine verlässlich antworten, der selber tot war und den Tod überwunden hat: Jesus Christus! Er ging ans Kreuz, in den Tod. Aber Er hat den Tod besiegt, ihm die Macht genommen und ihn überwunden. Er ist auferstanden von den Toten, ja, das Grab ist leer! «Weil nun aber alle diese Kinder Geschöpfe aus Fleisch und Blut sind, ist auch er (Jesus) ein Mensch von Fleisch und Blut geworden. So konnte er durch den Tod den entmachten, der mit Hilfe des Todes seine Macht ausübt, nämlich den Teufel» (Hebr 2,14). «Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er für Gott» (Röm 6,8-10).

Lieber Leser, wollen Sie mehr über Leben und Tod erfahren? Dann: Lesen Sie in der Bibel, der einzigen Schrift, die uns über dieses wichtige Thema eine verlässliche Antwort gibt. Des Weiteren rufe ich Ihnen zu: Wählen Sie den Weg mit Jesus, dann wird auch Ihre Beerdigung – für Sie persönlich – kein «Trauerfall», sondern letztendlich ein Sieg, ja sogar ein Triumph sein. Weil Sie wissen, die letzte Etappe meines irdischen Lebens führt heim zum himmlischen Vater in die Herrlichkeit!

Thomas Lieth