Angst vor Ausbreitung des christlichen Glaubens

blickueberteheran

Trotz unverminderter Verfolgung von Christen islamischer Herkunft im Iran kommen dort weiterhin Muslime zum Glauben an Jesus Christus. Das Hilfswerk Open Doors schätzt, dass über drei Viertel der 450.000 Christen in der islamischen Republik, ehemalige Muslime sind. Erklärtes Ziel des Regimes ist es, das Wachstum und die Ausbreitung von christlichen Hausgemeinden um jeden Preis zu unterbinden. Dabei kommt es immer wieder zu Verhaftungen von Pastoren, Bespitzelungen, Hausdurchsuchungen sowie Folter und Misshandlungen. Seit Jahren gehört der Iran zu den Staaten, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Aktuell belegt er Platz 2 des Weltverfolgungsindex.

Verliebt in Jesus

Unter anderem in Schulungsprogrammen von Open Doors für Christen muslimischer Herkunft berichten Konvertiten, wie sie zum christlichen Glauben gefunden haben. „Vor einigen Jahren hat mir jemand eine DVD des Jesus-Filmes und ein Neues Testament geschenkt“, erzählte eine Ärztin aus dem Iran. „Nachdem ich den Film gesehen und das Buch gelesen hatte, verliebte ich mich geradezu in den Charakter von Jesus. Für mich war der Islam nicht länger die wahre Religion. Tief in meinem Herzen wollte ich eine Nachfolgerin Jesu werden. Doch ich war nicht sicher, ob ein Muslim überhaupt Christ werden kann.

Einmal flog ich nach England, um meine Familie zu besuchen. Im Flugzeug lernte ich eine Iranerin kennen, die in Europa lebt. Wir kamen ins Gespräch. Ich erfuhr, dass sie früher auch Muslima war, doch nun Christin ist. Ihr Name ist Fayda. Sie sprach mit mir über das Evangelium und beantwortete viele meiner Fragen. Noch im Flugzeug beteten wir miteinander und ich wurde Christin. Ich war so froh von Fayda zu hören, dass es viele Christen muslimischer Herkunft im Iran gibt. In London, wo ich meine schwangere Tochter besuchte, blieben wir in Kontakt. Auch meine Tochter kam zum christlichen Glauben. Kurz vor meiner Heimreise in den Iran wurde ich in Faydas Wohnung in ihrer Badewanne getauft. Zurück im Iran begann ich damit, meinen Kollegen, darunter Ärzte und Krankenschwestern, von meinem neuen Glauben zu erzählen. Einige von ihnen wurden auch Christen. Wir begannen mit Treffen in meinem Haus und heute versammeln sich zwölf Ärzte und Krankenschwestern regelmäßig bei mir zu Gottesdiensten und Gebetsstunde.“

Bibeln verbrannt

Der Islam ist im Iran Staatsreligion. Mit Muslimen über den christlichen Glauben zu sprechen, ist unter Strafe verboten. Nach islamischem Recht kann ein Muslim, der den Islam verlässt, um eine andere Religion anzunehmen, zum Tode verurteilt werden. In öffentlichen Reden haben sowohl der Präsident als auch der religiöse Führer des Landes ausdrücklich vor den Hausgemeinden gewarnt. Viele Christen muslimischen Hintergrunds treffen sich daher heimlich in Hausgemeinden oder bleiben aus Angst auch allein. Sie vermissen die Gemeinschaft anderer Christen sehr. Oft mangelt es den verstreuten Hausgruppen an theologischer Begleitung, an Bibeln und weiterführenden Studienmaterialien.

Wie die Nachrichtenagentur idea jetzt berichtete, haben die iranischen Revolutionsgarden allein am 8. Februar dieses Jahres etwa 300 Bibeln in persischer Sprache öffentlich verbrannt. Bereits im vorigen Jahr hätten iranische Behörden mehrere Hundert Bibeln verbrannt. Die im Februar vernichteten Bibeln seien Ende Oktober 2010 von den Revolutionsgarden an einem Kontrollpunkt im westiranischen Grenzgebiet in einem Regionalbus entdeckt und beschlagnahmt worden. Zusammen mit anderen „Schmuggelwaren“ seien die Bücher in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan öffentlich vernichtet worden. Zu den im Iran verbotenen Büchern zählten evangelistische Schriften und Bibeln in Farsi, aber auch säkulare Werke, die Schriften mancher reformorientierter Theologen und Veröffentlichungen von Kritikern der Herrschaft des islamischen Klerus.

– Quelle: Open Doors // Bild: Blick über Teheran