Beten auch die Christen zu Allah?

Chrislam

Immer mehr Stimmen aus der Kirche öffnen sich dem Islam. Eine Freikirche wird den Muslimen überlassen, ein evangelischer Bischof befürwortet multireligiöse Feiern, im Fernsehen findet Sonntag ein interreligiöser Gottesdienst statt und der Missiologe Johannes Reimer betet ohne Scheu mit den Muslimen zu ‚Allah‘. Seiner Ansicht nach seien ‚Allah‘ und der alttestamentliche ‚Elohim‘ ein und derselbe.

In Mönchengladbach wird ein Gemeindesaal an Muslime verkauft und zur Moschee umgewidmet. Wie der methodistische Laienprediger begründet, predigen die alevitisch-muslimischen Gemeinden eine „weniger strenge Form des Islam“ und er sehe im Austausch mit ihnen eine „große Bereicherung“.

Eine wohl ebenso große Bereicherung im „Dialog“ mit den Muslimen empfindet der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Bedfort-Strohm. Im Rundfunk sprach er über die „Musik, Texte und Gebete anderer Religionen“ sowie von einer „Begegnung mit dem Reichtum anderer Glaubenstraditionen“. Auf Proteste reagierte er mit dem Versuch einer Richtigstellung und verwies dabei auf das vorbildliche, friedliche Miteinander von Christen und Muslimen z.B. in Indonesien. Eine „pauschale Abqualifizierung des Islam“ stünde gegenseitiger Wertschätzung, Frieden und Versöhnung entgegen, so der Bischof auf seiner Facebook-Seite.

Am Sonntag, den 17. Juli 2012, ist in Kamp-Lintfort ein Fernsehgottesdienst der Baptisten geplant, in dem Muslime mitwirken sollen. Es werden Texte aus der Bibel und dem Koran zum Thema Barmherzigkeit vorgelesen. Nach Protest des Geschäftsführers des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, konkretisieren die Baptisten, es werde nur eine Stelle aus dem Koran zitiert, der auch „Christen jeglicher Glaubensprägung zustimmen können, ohne ihren Glauben zu verleugnen.“ Es sei „die Achtung der Menschen wichtig, die einen anderen Glauben vertreten.“ In einer weiteren Email verweist die Bundesgeschäftsstelle der Baptisten auf den Verhaltenskodex der Weltweiten Ev. Allianz, an dem auch Prof. Schirrmacher mitgewirkt hat:

„Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt – Empfehlungen für einen Verhaltenskodex“ betont den Auftrag der Christen, von ihrem Glauben Zeugnis abzulegen. Dieses geschieht aber nicht „von oben herab“, sondern in einem Dialog auf Augenhöhe. So heißt es in den Grundlagen u.a.: „4. Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt umfasst auch den Dialog mit Menschen, die anderen Religionen und Kulturen angehören (vgl. Apostelgeschichte 17,22-28).“ Diesem Dialog weiß sich auch die Gemeinde Kamp-Lintfort mit ihrem Gottesdienst verpflichtet.

Darauf angesprochen distanziert sich Prof. Schirrmacher von einem Missbrauch des Verhaltenskodex. „Da das Dokument über das christliche Zeugnis anderen Religionen gegenüber handelt, wird es hier durch ein einzelnes Zitat zweckentfremdet, zumal den Muslimen im Kamp-Limfort gerade nichts bezeugt wurde“, so Schirrmacher. Offen bleibt, ob die Baptisten noch vor dem 17. Juli ihr Missionsverständnis korrigieren lassen.

Im Zuge dieser Entwicklungen plädiert auch der Missiologe Johannes Reimer, Dozent am Theologischen Seminar des Bundes der Freien ev. Gemeinden in Ewersbach, für einen unverkrampften Umgang mit Muslimen. Wie TOPIC berichtet, äußerte er sich in einer Hörfunksendung des ERF, es sei es für ihn „ganz selbstverständlich, dass er den Gottesnahmen Allah verwende, wenn er zusammen mit Muslimen auf Deutsch bete … denn die arabische Bezeichnung für Gott sei nun mal „Allah“ und alle arabischen Christen würden auch zu Allah beten, aber den christlichen Gott meinen.“ Auf seiner Webseite klärt Reimer darüber auf, „dass es sich hauptsächlich um einen Unterschied des Begriffes handelt, nicht aber um einen Unterschied des Wesens Gottes.“

reimer_allah

Bild: Seine Ansicht verbreitet Johannes Reimer offline wie online, nach Protesten wurde die entsprechende Seite aber bereits gelöscht. Zur Dokumentation das Schlussfazit der entsprechenden pdf-Datei von Reimer Ministries, die uns vorliegt.

Die Nachrichten ergänzen die bisherigen Meldungen über Religionsvermischung. In Gelsenkirchen fand eine Einschulung in einer Moschee statt, in Herten eine Einschulung in einer Kirche zusammen mit einem Imam, der aus dem Koran vorsang. Ein ökumenisches Gesangbuch enthält Koranverse, in den USA werden bereits interreligiöse Gottesdienste gefeiert. Und die katholische Kirche geht schon lange allen voran, indem sie die Muslime in ihrem Katechismus offiziell einschließen in die „Heilsabsicht Gottes“.

Nachtrag: Zum Gebrauch des Namens „Allah“ – eine Antwort.

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Erstes Bild: Das Thema „Chrislam“ hat es in den USA bereits ins Fernsehen gebracht. Bild oben: Öffentliche Einladung der ersten „Kirche des Chrislam“ zum Gottesdienst mit dem Thema: „Mach Platz, Jesus, Mohammed kommt herein.“ Bilder unten: Aus dem „ökumenischen Gesangbuch“.

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„Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;

niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“

– Die Bibel, Johannes 14:6