Beten für die Türkei

Türkei: Zahl der Christen geht zurück

Die Zahl der Christen in der Türkei sinkt. Das berichtete der Evangelist und Pastor Ertan Cevik (Izmir) am 4. August bei der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Derzeit lebten in dem Land rund 120.000 Christen; das entspricht rund 0,2 Prozent der 73 Millionen Einwohner. Vor 90 Jahren seien noch 25 Prozent der Bevölkerung Christen gewesen, so Cevik. Seitdem hätten viele Christen das Land verlassen, vor allem Richtung USA oder Europa.

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Wie Cevik erklärte, seien in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die ersten westlichen Missionare in die Türkei gekommen. Während die Anfänge der missionarischen Arbeit schwierig gewesen seien, sei es für Missionare in den vergangenen Jahren aufgrund der Öffnung des Landes zu Europäischen Union einfacher geworden. Heute lebten rund 400 Missionarsfamilien in der Türkei. Während es Christen auf dem Land häufig nicht leicht hätten und von extremistischen Moslems mitunter auch angefeindet würden, existierten vor allem in Metropolen wie Istanbul (25), Izmir (13), Ankara (5) oder Antalya (3) gleich mehrere protestantische Hausgemeinden. Die Zahl fanatischer Muslime, die auch Brandanschläge auf Kirchen verübten, sei in der Türkei allerdings sehr gering. Weit mehr als 90 Prozent der Muslime seien eher liberal und sehr friedfertig.

Erdogan: Mehr Rechte für Christen

Ministerpräsident Recep Tayip Erdogan hätte sich verstärkt für die Freiheit von Christen in der Türkei eingesetzt. „Er hat u.a. bei Besuchen in Deutschland gesehen, dass Moslems ihren Glauben dort frei ausleben können und will, dass Christen in der Türkei das ebenfalls können.“ Nachdem Erdogans Partei AKP 2002 an die Regierung kam, sei es zu entscheidenden Veränderungen für Christen gekommen, so Cevik. So sei u.a. die Erteilung von Genehmigungen für die Restauration von historischen Kirchengebäuden erleichtert worden, es sei ein Gesetz für die Rückgabe von Stiftungsgütern an Minderheiten verabschiedet worden, zu denen die Christen gehören. Auch besteht seitdem die Möglichkeit, Kirchenvereine zu gründen.

„Wir haben genügend Rechte und Gesetze“, so Cevik. Allerdings genüge es nicht, Gesetze zu ändern. Die Denkweise der Menschen gegenüber Minderheiten müsse sich ändern. Cevik ist Mitglied im Vorstand der Türkischen Evangelischen Allianz.

– Quelle: idea im August 2011