Biblische Archäologie – Hat die Bibel recht?

Archäologen versuchen aus unzähligen Fundstücken ein Gesamtbild der Geschichte alter Kulturen zu rekonstruieren. Dieses Vorhaben gleicht einem riesigen Puzzle, bei dem viele Einzelteile noch nicht gefunden wurden oder unwiederbringlich verloren gegangen sind.

In schriftlichen Überlieferungen ist die Geschichte vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende festgehalten. Wenn diese Schriftquellen wahr sind — und zu ihnen gehört auch das Alte Testament — dann sollte das Puzzlebild der Archäologen mit dem Zeugnis der antiken Schreiber übereinstimmen. Viele Menschen glauben heute, dass die meisten Erzählungen der Bibel durch die moderne Forschung widerlegt wurden. Ist das Alte Testament nur eine Sammlung von Mythen und Legenden?

Als Archäologen vor über 150 Jahren begannen, in den Ländern der Bibel nach Überresten antiker Städte und Königreiche zu graben, hatten sie sprichwörtlich den Spaten in der einen und die Bibel in der anderen Hand. Sie legten Babylon, Ninive und Jericho frei, entdeckten das Ur Abrahams und die Vorratsstädte der Hebräer in Ägypten. Die Erzählungen der Bibel wurden lebendig und bekamen eine neue geografische Dimension.

Noch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts sah es allgemein so aus, als ob die Ergebnisse der Ausgräber die Geschichtsschreibung des Alten Testaments in überwältigender Weise bestätigen würden. Seither hat sich das Bild gewandelt: Wer die historischen Details der Bibel für zuverlässig hält, gilt heutzutage als Außenseiter. Ist die wörtliche Interpretation der biblischen Texte mit einer Ablehnung der modernen Wissenschaft gleichzusetzen?

Es scheint erwiesen, dass Jerusalem zu Salomos Zeiten kaum mehr als ein Bergdorf war; König David ein zerlumpter Emporkömmling mit einem Heer von ein paar hundert Männern mit Knüppeln, die herumbrüllten, fluchten und spuckten — hat es David und Salomo überhaupt je gegeben?

Der Film »Hat die Bibel recht?« zeigt die Probleme auf, die sich hauptsächlich an der Fundsituation in Jericho festmachen. Eine »revidierte Chronologie« der Geschichte Ägyptens und des Heiligen Landes beseitigt etliche Ungereimtheiten und bietet aus wissenschaftlicher Sicht viele gute Argumente dafür, dass Exodus und Landnahme nicht in die Welt der Sagen und Märchen gehören, sondern tatsächliche historische Ereignisse waren. Und dass auch die Urväter des israelitischen Volkes — die Patriarchen Josef, Jakob und Abraham — wirklich gelebt haben.