Champions League – ein Tanz um den silbernen Kelch?

Champions-League-Finale

Es wird Zeit zum Nachdenken, bevor die Sause beginnt. Die Anbetungsfeier heute Abend wird wie gewohnt 90 Minuten dauern, oder 120 und ein mögliches Elfmeterschießen… Jeder hat sich innerlich dieses Zeitfenster reserviert, als würde davon die persönliche Zufriedenheit 2013 abhängen.

Die Einleitung der Anbetungsfeier wird seit Tagen medial zelebriert – auf einer Lautstärke, die selbst den Syrienkonflikt, das Hurricane-Drama und nicht zuletzt den bestialischen Mord in London zur Nebensache erklärt – aber das hat der Götzendienst eben so an sich, der silberne Kelch muss schon im Mittelpunkt stehen, um das gemeine Bodenpersonal in seinen Bann zu ziehen, damit es ekstatisch auf den Straßen tanzen wird. Es muss solche notvollen Ereignisse in den Schatten stellen, denn nur in der breiten Akzeptanz dessen, entpuppt sich die wahre Macht eines echten Götzen.

Der andere Götze kann leider verletzungsbedingt nicht aktiv an der Anbetungsfeier teilnehmen, das bedauert das Anbetungsvolk zutiefst. Doch aufhalten lässt sich die Feier durch Nichts und Niemanden. Das Attentat in London soll die Feier nicht beeinträchtigen, zum Glück! Der Kelch an den Millionen von Menschen geschlossen an diesem Samstag Abend denken und gerne ihr letztes Hemd oder sagen wir ihr „Gold“ investieren, hat jedoch leider keine erlösende Wirkung. Keiner Not, weder der äußeren noch der inneren wird Abhilfe geleistet, alles was dieser Kelch in sich verkörpert ist die pure Ablenkung vom realen Leben und das lieben wir alle so sehr.

Das hat schon früher gut funktioniert. Wir Deutschen kennen uns damit sehr gut aus. Beispiel gefällig: Arbeit für alle, als Ablenkungsmanöver für eines der verheerendsten Kriegsgeschehen. Heute kleidet sich die Ablenkung eben im Championsleaguekostüm des ZDF-Abendprogramms, als harmlose friedvolle Anbetungsfeier mit Bier und Pizza. Das silberne Kalb, an dem jeder partizipieren kann, dank der brav beigesteuerten persönlichen GEZ Gebühr. Was ein Tanz! Prost! So wie der Tanz ums goldene Kalb (2. Mose 32,1-4) wird auch die Fußball-Ablenkungsfeier seine Nachwirkungen haben: die brutale Realität, sobald der vom silbernen Kelch verursachte Suff ausgebadet ist und jeder wieder zur alltäglichen Nüchternheit gezwungen wird, weil die nächste Championsleague-Feier leider erst wieder nächste Saison zelebriert werden kann und die Welt immer noch voll ist von brutalen Menschen und schrecklichen Ereignissen.

Brutal für die Fangmeinde ist, dass der Götze sich eine Anbetungspause einräumt, aber kein Grund zur Panik, für 2014 ist bereits die nächste überdimensionale Anbetungsfeier in puncto WM Brasilien in vollem Gange. Die Tragik ist auch schon implementiert: Badstuber könnte womöglich diese Anbetungsfeier verpassen. Das sollte die Anbetungsgemeinde jetzt schon traurig stimmen und am besten die Traurigkeitsphase fiebernd bis nächstes Jahr begleiten, denn EDEKA (Ende Der KArriere) macht als Schreckgespenst die Runde. Gibt es zu dieser Celebration eine echte Alternative? Ja, wir Christen haben eine Anbetungsfeier mit Sinn – jeden Sonntag.

 

„Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!“

– Psalm 115,1