Christen werden eingesperrt – warum?

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Nun wurde also wieder ein Vater eingesperrt, weil er seine Kinder nach „christlich-fundamentalistischen“ Moralvorstellungen erziehen will. Wie sagte einst Frau Nahles?

Eine „bibeltreue Christin“, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet, ist für mich genauso wenig zu tolerieren wie ein fundamentalistischer Moslem, der den Töchtern verbietet, am Sportunterricht teilzunehmen. Darüber kann man nicht verhandeln.

Liebe Politiker, bevor Sie die nächsten Maßnahmen gegen evangelische, bibeltreue Christen einleiten, bitten wir Sie, folgendes zu bedenken: Diejenigen, die Sie als „fundamentalistische Christen“ bezeichnen, sind ihrem Herrn Jesus Christus und der Heiligen Schrift verpflichtet. Sie leben neutestamentlich, da durch den Sohn Gottes die Gesetze und Gebote des alten Testamentes interpretiert und ausgelegt wurden. Die Intention der Christen, die Lebens- und Denkweise und wie mit den Dingen der Welt umzugehen ist, kann in der Bibel, besonders auch der allen bekannten Bergpredigt nachgelesen werden.

Da der Ausdruck „fundamentalistisch“, ob gewollt oder unbeabsichtigt, eine Assoziation von Gefährlichkeit in sich birgt, sollte man doch ein wenig genauer schauen, ob diese Verknüpfung eine Berechtigung hat. Es kommen evangelische Eltern ins Gefängnis, wenn sie die teilweise sehr unmoralischen Theaterstücke oder übersexualisierte Unterrichte ablehnen und ihre Kinder davon befreien. Wie kann es möglich sein, dass die Gewissenspflicht der Erziehungsberechtigten so vollständig ausgehebelt wird, dass verantwortungsbewußte Menschen ihrer Freiheit beraubt werden zugunsten der Weltanschauung eines Staates, dessen Werte und Normen sich in kürzester Zeit umgekehrt haben? Wer genau bestimmt, was recht ist? Wer entscheidet, was gilt?

Wenn der Staat in den letzten Jahren beschlossen hat, dass Abtreibung, auch Spätabtreibung in Ordnung ist, Christen jedoch den Embryo im Mutterleib als einen hilflosen Menschen ansehen, der geschützt werden muß, sind dann diese fundamentalistisch? Wer entscheidet zuletzt die ethischen Fragen, die ein jeder Mensch auch mit dem eigenen Gewissen austrägt? Der Staat, der die Existenz eines souveränen Gottes mehr und mehr leugnet?

Sind Christen gefährlich, wenn sie Maßstäbe haben? Muss man sie wegsperren wegen ihrer Ethik?

Christen sind Menschen:

  • die sich eher Unrecht tun und übervorteilen lassen würden, als selber zu übervorteilen (1.Korinther 6,7)
  • die, wenn sie geschlagen werden, die andere Wange auch hinhalten (Matthäus 5,39)
  • die sich bemühen, ihre Feinde zu lieben, diese segnen und ihnen wohl tun (Matthäus 5,44)
  • die, wenn sie beleidigt und verfolgt werden, für die Verfolger beten (Matthäus 5,44)
  • die ihren Mitmenschen ihre Verfehlungen vergeben (Matthäus 6,14)
  • die ihre Verfolger nicht verfluchen, sondern diese segnen (Römer 12,14)
  • die niemanden Böses mit Böses vergelten (Römer 12,17)
  • die, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden haben möchten (Römer 12,18)
  • die sich nicht vom Bösen überwinden lassen, sondern das Böse durch das Gute überwinden (Römer 12,21)
  • die sich der Obrigkeit unterordnen (Römer 13,1; Titus 3,1)
  • die für ihre Regierungen beten (1.Timotheus 2,1+2)
  • die ihre Steuern zahlen (Römer 13,6+7)
  • die nicht töten (Römer 13,9)
  • die nicht stehlen (Römer 13,9)
  • die nicht lügen (Römer 13,9; Epheser 4,25)
  • die freigiebig sind (2. Kor. 9,11; Philipper 4,13-16)
  • die helfen, Lasten anderer zu tragen (Galater 6,2; 1.Thessalonicher 5,14)
  • bei vielen Gelegenheiten Gutes tun (Galater 6,10; Epheser 2,10)
  • die arbeiten, wo sie können, um den Bedürftigen zu geben (Epheser 4,28)
  • die nach Freundlichkeit, Barmherzigkeit streben und einander vergeben (Epheser 4,32)
  • die Gerechtigkeit suchen (Matthäus 5,6)
  • die sich nicht berauschen (Epheser 5,18)
  • die sich Vorgesetzten unterordnen (Epheser 6,5-9)
  • die nach Frieden streben (Epheser 6,23; Matthäus 5,9)
  • die sanftmütig sind (Philipper 4,5; Matthäus 5,5)
  • die geben und helfen (Jakobus 2,16)
  • die Kränkungen aus Gewissenhaftigkeit ertragen und Unrecht leiden ohne sich zu wehren (1.Petrus 2,19-21)
  • die positiv der Ehe und Familie gegenüberstehen (Epheser 5,31)

Was soll das also, diese in die Nähe von radikalem Extremismus zu rücken, diejenigen, denen es von höchster Autorität verboten ist, Gewalt anzuwenden?

 

– Quelle: Lesebrief (ub) // Bild: ©pixelio/Peter Reinacker