Das Problem der Religionsvermischung

David-Sohn-Salomon

Aber der König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonische und hetitische aus solchen Völkern, von denen der HERR den Israeliten gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen; sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen. An diesen hing Salomo mit Liebe. Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz.

– 1. Könige 11, Verse 1 bis 3

Insgesamt 1000 Frauen zu „betreuen“ ist schon eine Leistung. Ob sich König Salomo damit nicht zu viel zugemutet hat? Aber das ist nicht das Thema, das Gottes Unmut und Zorn erregte. Gott hatte Salomo zugesagt, seine Herrschaft und die seiner Nachkommen, unter der Voraussetzung für immer zu sichern, dass er Gott mit ungeteiltem Herzen die Treue hält.

Aus Liebe zu seinen Frauen und um diesen zu gefallen, ließ er sich aber auf die Götzendienste ein, die seine Frauen aus ihren Heimatländern mitgebracht hatten. Salomo handelte, wohlgemerkt, aus Liebe, und das müsste doch eigentlich alles entschuldigen?

Tut es aber nicht, auch wenn die „Liebe“ bis heute immer wieder als Rechtfertigungsgrund für die Verletzung göttlicher Gebote herhalten muss. Möglicherweise war Salomo, den Gott mit besonders viel Weisheit beschenkt hatte, in dieser Hinsicht, auch nur ein „moderner“ Mensch.

An dieser Stelle müssen wir uns immer wieder klarmachen, dass Gott keinerlei Kompromisse eingeht, und die Pforte eng und der Weg schmal ist, der ins ewige Leben führt. Nur wenige finden ihn, wie Jesus sagt. Und wir gehen in die Irre, wenn wir versuchen, die enge Pforte etwas breiter zu machen.

Dieser Tage las ich eine Meldung über die Investitur (Amtseinführung) eines evangelischen Pfarrers, der sich dabei auch von einem befreundeten Muslim durch Handauflegung segnen ließ. Zu lesen war auch von einem gemeinsamen Gottesdienst von Christen und Muslimen, diesmal in einer Friedenskirche in Kamp-Lintfort, was in dieser Art jetzt wohl häufiger vorkommt. Wie zu lesen war, „findet hier natürlich keine Religionsvermischung statt, man kennt die Unterschiede über die konträr gesprochen werde“. Es werden lediglich Verse aus der Bibel und dem Koran gelesen, in denen es um die Barmherzigkeit Gottes geht, wobei man sich „gegenseitig bereichert“.

Christentum und Islam, der trinitarische Gott der Bibel und der Allah des Koran, Dinge die unvereinbar sind und sich gegenseitig ausschließen, stehen als gleichwertig und damit grundsätzlich austauschbar nebeneinander.

Sicher hielt auch Salomo noch am Gott Israels fest, aber relativierte eben auch und setzte den lebendigen Gott Israels nicht mehr absolut. Das Gericht Gottes bestand darin, dass das israelische Königsreich nach Salomos Tod auseinanderfiel, dem sich die sehr ungute Königszeit anschloss, die für das Südreich mit der babylonischen Gefangenschaft endete, wobei die Stämme des Nordreichs, die es noch ärger trieben, schon viel früher nach Assyriern entführt wurden und seither verschollen sind.

Das Gerichtshandeln Gottes sollte uns nachdenklich machen!

– Jörgen Bauer // Bild: Giovanni Demin (1789-1859), Solomon And The Queen Of Sheba, 19th century