Das Wesen Gottes – moralische Eigenschaften (3)

Gott ist gut. (Lk 18,19) Nichts Schlechtes wohnt in Gott. Er ist der Maßstab für das Gute. Was Gott ist, sagt und tut, ist per Definition gut. Die Schöpfung war vor dem Sündenfall „sehr gut“. (1 Mo 1,31) Alles Gute in der Welt kommt von Gott. (Jak 1,17) Gottes Wille ist vollkommen gut. (Röm 12,2) Gott ist freundlich und gütig und tut seinen Kindern nur Gutes. (Ps 84,12)

Gott ist Liebe. (1 Joh 4,8) Gott gibt sich selbst für den anderen hin. In der Bibel gibt es drei Arten von Liebe. Es gibt die romantische Liebe auf der körperlichen Ebene (eros), dann gibt es die Liebe auf der Freundschaftsebene (philia) und schließlich gibt es die selbstlose, bedingungslose Liebe (agape). Gott liebt den Menschen bedingungslos. Jesus Christus kam in diese Welt, um sich – aus Liebe – für den Sünder zu opfern. (1 Joh 4,10; Joh 3,16; Röm 5,8)

Gott ist barmherzig gegen solche, die in Elend, Not und Sorge sind. Er ist gnädig gegen solche, die nur Strafe verdienen. Und er ist langmütig, in dem er Bestrafung zurückhält, wenn Menschen über lange Zeit in Sünde leben. In allen Dingen handelt Gott freiwillig und souverän. Gott spricht über sich selbst: „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.“ (2 Mo 33,19; zitiert in Röm 9,15)

Gott ist heilig. (Jes 6,3; Ps 99,9; 1 Petr 1,16) Heiligkeit bedeutet Trennung von allem Bösen, Absonderung von jeder Form von Sünde. Der Mensch kann sich nur dann dem heiligen Gott nahen, wenn er selbst durch den Glauben an Jesus Christus von Gott „geheiligt“ worden ist. (Hebr 10,10) Die Heiligkeit Gottes schließt auch mit ein, dass Gott allein alle Ehre und Anbetung gebührt. Götzendienst ist Sünde gegen den heiligen Gott.

Gott ist ein Gott des Friedens. (1 Kor 14,33) Alles, was er tut, ist geordnet und kontrolliert, frei von Unordnung und Verwirrung. Jesus Christus ist der „Friedefürst“ (Jes 9,5) und eine Frucht des Heiligen Geistes ist „Frieden“ genauso wie „Selbstbeherrschung“. (Gal 5,22f.) Befreiung von der Sünde führt zum inneren wie äußeren Frieden. Im Himmel wird ewiger Friede sein.

Gott ist gerecht. (5 Mo 32,4) Sein Charakter ist gerecht, seine Urteile sind gerecht und seine Worte und Gebote sind gerecht, recht und richtig. Nach seiner Gerechtigkeit ist es notwendig, dass Gott den Menschen nach dem behandelt, was er verdient. Die Sünde muss bestraft werden. Genau deshalb ist Jesus Christus für die Sünde gestorben. Er hat die Strafe auf sich genommen, die der Mensch verdient hätte, und so ist Gott gnädig und gerecht zugleich. (Röm 3,26)

Gott ist eifersüchtig. (2 Mo 20,5) Gott schützt seine eigene Ehre. Sie gebührt ihm allein. Götzendienst ist Sünde, die von Gott bestraft wird. Gott der Schöpfer verdient von seiner Schöpfung alle Ehre und Herrlichkeit. Seine Taten erfolgen zu seiner Ehre. „Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es vollbringen! … Und ich will meine Ehre keinem anderen geben.“ (Jes 48,11)

Gott ist zornig. (Röm 1,18) Der vollkommen gerechte Gott liebt das, was seinem Charakter entspricht und gut und richtig ist. Und er hasst das, was schlecht und falsch ist. Gott ist zornig über die Sünde. „Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Joh 3,36)

Systematische Theologie aus Wayne Grudem, Biblische Dogmatik, S. 216-226

„Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue.“

2 Mose 34,6