Denn sie wissen nicht, wie sie surfen

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Laut einer Studie des IT-Sicherheitsdienstleisters McAfee wissen Eltern oft nicht, wie sich ihre Kinder im Internet verhalten. Fast die Hälfte der jungen Leute gestand zu, Seiten aufzurufen, die ihre Eltern verbieten würden. Umgekehrt glaubt eine Mehrzahl der Eltern, ihre Kinder besuchten nur Seiten, die sie auch selbst gutheißen.

Es gebe eine „alarmierende Diskrepanz“ zwischen dem, was Teenager im Internet machen und dem, was die Eltern davon wissen, resümiert McAfee laut dem Online-Dienst „iBusiness“. Demnach suchten 41,7 Prozent der befragten Teenager Seiten auf, die ihre Eltern verbieten würden. Doch 63,3 Prozent der Eltern vertrauen darauf, dass ihre Kinder nur ihnen angemessene Seiten aufrufen.

Und falls doch Zweifel kommen? In der Studie gaben 44,2 Prozent der Eltern an, etwas über die Online-Aktivitäten ihrer Kinder herausfinden zu können. Doch umgekehrt gab nur rund ein Viertel der Teenager an, dass sie nicht wüssten, wie sie ihr Surfverhalten vor den Eltern verbergen können. Rund ein Drittel gab an, sich illegal Musik herunterzuladen; 23,5 Prozent gaben an, online bewusst nach pornographischen Inhalten zu suchen.

Die Studie wurde in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden durchgeführt. Je Land wurden 200 Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren sowie jeweils 200 Eltern befragt.

– Quelle: Medienmagazin pro // Bild: San José Library (CC BY-SA 2.0)

 

So surfen Kinder sicher

Das Internet gehört für Kinder heute zum Aufwachsen dazu. Damit die Jüngsten sicher im Netz unterwegs sein können, hat das Bundesfamilienministerium ein neues Angebot gestartet. Unter www.surfen-ohne-risiko.net finden Eltern Informationen und Hilfestellung, um ihre Kinder beim Surfen zu schützen.

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Eltern erfahren auf der Internetseite, worauf sie achten müssen, damit ihre Kinder unbeschwert im Netz unterwegs sein können. In den Rubriken Surfen, Spielen und Chatten erhalten die Nutzer zahlreiche Informationen und Tipps zum sicheren Umgang im Internet. Die konkreten Anleitungen sind auch für Eltern, die sich nicht gut auskennen, leicht zu verstehen. Neu ist, dass die Erwachsenen ihrem Nachwuchs eine kindgerechte Startseite für den heimischen Rechner erstellen können. Diese Startseite lässt sich je nach Interesse gestalten: In kleinen Fenstern kann man aktuelle Nachrichten, die für Kinder aufbereitet wurden, Kinder-Mail und Kinder-Chat, Surf-Tipps, Spiele und die Wettervorhersage wie auf einer Pinnwand anordnen. Die Inhalte werden ständig aktualisiert.

Bei einem Quiz können Kinder oder Eltern gegeneinander antreten und ihr Wissen testen. Außerdem sind sichere E-Mail-Dienste, Kinder-Messenger oder kindgerechte Nachrichten verlinkt. Zusätzlich zu den Informationen über sicheren Umgang im Internet bekommen sie Tipps zu den Themen Datenschutz, Onlinewerbung oder auch zum Umgang mit dem Handy.

Schröder wies darauf hin, dass Erwachsene in der Kindheit den Umgang mit Web 2.0, mobilen Spielkonsolen und internetfähigen Handys nicht gelernt haben. Daher sei es für Eltern heute eine besondere Herausforderung, den Medienkonsum ihrer Kinder zu beaufsichtigen und zu begleiten, sagte die Familienministerin in ihrem Grußwort zum Start der Internetseite. „Genauso, wie wir unseren Kindern „offline“ beibringen, wann und wie sie eine Straße überqueren können, genauso brauchen sie auch „online“ unseren Schutz und unsere Anleitung“, so Schröder. Das Internet sei zwar das Leitmedium für Kinder und Jugendliche. Aber nicht alle Angebote seien kind- und jugendgerecht. „Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche die Chancen des Internets entdecken, ohne seinen Risiken ausgesetzt zu sein. Mit der neuen Website möchte ich allen Eltern helfen, ihre Kinder dabei zu unterstützen“, sagte die Bundesfamilienministerin.

Jugendschutz.net, die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet, hat das Portal im Auftrag des Bundesfamilienministeriums entwickelt. Partner des Internetangebotes sind die Kindersuchmaschinen „Blinde Kuh“, „fragfinn“ und „Helles Köpfchen“, der Seitenstark-Kinderchat und Nachrichten vom SWR-Kindernetz und den ZDF-Kindernachrichten „Logo“. Weitere Informationen hält der gedruckte Ratgeber „Ein Netz für Kinder. Surfen ohne Risiko“ des Bundesfamilienministeriums bereit.

– Quelle: Medienmagazin pro