Der alte Mann und die Unterordnung

Bauarbeiterin

„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn.“ Eph. 5,22

Der alte Mann hat erlebt, dass es besser ist, diesen Vers nicht zu lesen, wenn Frauen dabei sind. Das passt nicht mehr in die Zeit. Dieser Bibelvers provoziert geradezu Widerspruch. Wieso soll sich eine Frau unterordnen? Das war im Alten Testament üblich, das gilt heute nicht mehr. Der alte Mann bekam zu dem Thema viele kritische Fragen zu hören. Muss ich mich allem unterordnen, was mein Mann möchte? Betrifft Unterordnung nur verheiratete Frauen? Bedeutet Unterordnung, dass ich als Frau keine Meinung äußern darf? Müssen wir Frauen uns nach einem Bibelvers richten, den der als Frauenfeind berüchtigte Paulus verfasst hat? Warum hat Gott ein an und für sich gutes Buch wie die Bibel mit einem Vers wie diesem verpfuscht?

Der alte Mann weiß aus Erfahrung, welche endlosen Diskussionen sich aus der Beantwortung solcher Fragen ergeben können. Es geht kurz gesagt darum: Wir müssen wählen. Akzeptieren wir die biblische Lehre so, wie sie in der Schrift steht? Oder ändern wir sie nach unserem Geschmack um? Ist die Bibel in allen ihren Teilen wahr oder machen wir den menschlichen Verstand zum Maßstab?

Zur Beruhigung möchte der alte Mann darauf hinweisen, dass Unterordnung alle betrifft. Unterordnung ist keine spezielle Frauensache. „Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes.“ Eph. 5,21. „Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden“ 1. P. 5,5

Jesus Christus führte ein Leben der völligen Unterordnung. „Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.“ Joh. 8, 29.

„Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war.“ Phil. 2,5. Unterordnung betrifft nicht nur Christen. Durch die ganze Bibel hindurch zieht sich die Mahnung, denen untergeordnet zu sein, die die Autorität haben. Das betrifft Gott: „Unterwerft euch nun Gott!“ Jak. 4,7. „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“. 1. P. 5,5. Das betrifft die Gemeindeleitung: „Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach.“ Hebr. 13,7. Das betrifft die Obrigkeit: „Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter um des Herrn willen!“ 1. P. 2,13.

Dem alten Mann wurde gesagt, das Prinzip der Unterordnung der Frau unter den Mann sei eine Erfindung des „Frauenfeindes“ Paulus und deshalb zeitbedingt. Das ist falsch. Es geht auf Gottes Willen bei der Schöpfung zurück. Adam wurde vor Eva erschaffen und wurde nach dem Sündenfall noch einmal von Gott bestätigt. (1. Mose 3).

„Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.“ 1. Kor. 11,3. Das klingt einfach und klar. Die Frau beugt sich dem Mann, der Mann Christus und Christus Gott. Das ist Gottes Plan, Gottes Wille. Aber Männer und Frauen wollen sich diesem Plan nicht fügen und daraus entstehen die Probleme. Der Mann weigert sich, die Verantwortung zu übernehmen, Haupt der Familie zu sein. Er weigert sich, sich Gott unterzuordnen. Die Frau weigert sich, sich dem Mann unterzuordnen. Wir alle weigern uns, uns Gottes Wort unterzuordnen. Der alte Mann weiß aus Erfahrung: Wir kommen nicht um Gottes Wort herum. Die Anweisungen sind klar. Wir müssen seinem Wort im Glauben gehorchen. Wir müssen im Glauben vertrauen, dass Gott weiß, was er tut.

Der alte Mann kommt nicht umhin, in diesem Zusammenhang die Stellung der Frau in der Gemeinde anzusprechen. Dieses Thema ist häufig der Anlass zu hitzigen Debatten. Die einen vertreten die Auffassung, dass der Frau in der Gemeinde keinerlei Bedeutung zukommt. Die anderen räumen der Frau in der Gemeinde das Recht ein, höchste Lehr- und Leitungsämter zu übernehmen. Beide Extreme entsprechen nicht den Lehren der Bibel.

Der alte Mann hört oft, die Bibel sei ein frauenfeindliches Buch. Diese Behauptung stimmt nicht. Die Bibel erkennt von Anfang bis Ende den Wert und die Bedeutung der gottesfürchtigen Frau an. Sie berichtet weit häufiger von Sünden und Missetaten der Männer als der Frauen. Sowohl Männer als auch Frauen können in Jesus Christus Erlösung finden, da ist kein Unterschied: „Da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“ Gal. 3,28. Männer werden nicht bevorzugt, die Gnade gilt allen. Die Bibel ist nicht frauenfeindlich. Der Rahmen dieses Beitrages verbietet dem alten Mann, die vielen Bibelstellen anzuführen, die von der wichtigen Rolle der Frauen im Reich Gottes berichten.

Darf die Frau alles? Es geht in der Schrift um zwei Lebensbereiche: Die Familie und die Gemeinde. Für beide Bereiche stellt Gottes Wort klare Ordnungen auf. Diese Ordnungen werden heute vielfach nicht mehr anerkannt, ja sogar verspottet. Das verursacht viele Probleme, die wir heute haben. Die wichtige Rolle der Frau in der Familie wird von Staat und Kirche bestritten und ins Gegenteil verkehrt. Der alte Mann verzichtet auf konkrete Beispiele. Große Sorge bereitet ihm auch die Rolle der Frau in der Gemeinde. Von führenden Kirchenvertretern wird hier alles auf den Kopf gestellt. Die Aussagen der Bibel werden nicht beachtet. Der Mensch ist klüger als das Wort Gottes.

Welche Aufgaben hat die Frau in der Gemeinde? Die Samariterin in Joh. 4 berichtete den Leuten von ihrer Begegnung mit Jesus. Männer und Frauen gemeinsam beteiligen sich an der Ausbreitung des Evangeliums. (Apg. 8, 3-4; Apg. 18,26; Titus 2,3-4). „Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.“ 1.Tim 2,12. „Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt.“ 1. Kor. 14,34. Das ist unmissverständlich. Frauen sollen weder öffentlich lehren noch predigen.

Wenn heute das Gegenteil praktiziert wird, wenn Pfarrerinnen und Bischöfinnen eine Selbstverständlichkeit sind, ist das kein Ausdruck einer modernen Lebensweise, sondern schlicht eine Missachtung der Heiligen Schrift. Es ist Rebellion und Widerspruch gegen Gott und sein Wort. Da mag sich die Kirchenleitung drehen und wenden wie sie will, das ändert nichts an der Tatsache. Da hilft es nichts, den Apostel Paulus als Frauenfeind zu bezeichnen oder die Aussagen der Bibel als zeitbedingt abzutun. Vielleicht behauptet man das ja auch demnächst vom Evangelium. Was bleibt dann vom Christentum noch übrig?

Dem alten Mann ist klar, dass in der Gemeinde nur Männer von Gott berufen wurden. Der Herr Jesus berief zwölf Apostel, von Apostelinnen lesen wir nichts. Es gibt keine Anweisung und kein göttliches Gebot, Frauen als Hirtinnen oder Ältestinnen einzusetzen. Im Neuen Testament wird nur von einem weiblichen Lehrer gesprochen. Es handelt sich um die gottlose Isebel, die man in der Gemeinde Thyatira lehren ließ. Was der Herr Jesus dazu sagt, können wir in Offb. 2, 20-22 lesen.

Das Wort Gottes lässt keinen Zweifel an der Bedeutung der Frau aufkommen. Sie ist dem Mann gleichgestellt als Miterbin der Gnade und des Heils. Es gibt viele Aufgaben, die sie im Dienst und zur Ehre ihres Herrn erfüllen kann. Aber Frauen sind nach der eindeutigen Aussage der Schrift nicht dazu berufen, Gemeindehirten und Älteste zu sein. Die EKD ist da völlig anderer Meinung. Auch viele Freikirchen haben die Frauenordination übernommen, der Gnadauer Verband zieht nach.

Der alte Mann ist sich bewusst, wegen seiner Ansicht als „lebendes Fossil“ angesehen zu werden. Er weiß, dass diese Gattung vom Aussterben bedroht ist und von den Theologen im günstigsten Fall mitleidig belächelt wird.

Die entscheidende Frage ist, ob die Bibel in allen Teilen wahr ist, ob wir ihr vertrauen, oder ob wir den menschlichen Verstand zum Maßstab erheben. Akzeptieren wir die biblische Lehre, wie sie in der Schrift steht oder bauen wir sie nach unserem Geschmack um? Wollen wir Gott gehorsam sein oder dem Zeitgeist folgen? Unser Problem ist, dass wir nicht glauben, dass Gott meint, was er sagt. Wir handeln, als ob Gottes Wort nicht wahr sei. Fest steht, die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, wir müssen uns nach ihr richten.

– Rolf Müller // Bildquelle unbekannt