Der Prophet Jona im Dienst für die Menschen

„Mache dich auf, geh nach Ninive, in die große Stadt, und verkündige gegen sie; denn ihre Bosheit ist vor mein Angesicht heraufgekommen! Da machte sich Jona auf…“ – Jona 1,2

Jona machte sich auf, nur leider in die falsche Richtung. „Weg von dem Angesicht des Herrn.“ Jona möchte an einen Ort, an dem Gott nicht ist. Weiß Jona eigentlich, wohin dieser Weg letztlich führt? Es ist kein schöner Ort.

„Aber der HERR…“ So geht es weiter. Gott lässt Jona nicht einfach laufen. Es kommt ein Sturm und die Menschen auf dem Schiff nach Tarsis waren plötzlich in Lebensgefahr. Jona erklärt den Grund dafür, sie werfen Jona über Bord, der Sturm legt sich. „Da bekamen die Menschen große Ehrfurcht vor dem HERRN.“ Und so verherrlicht Gott sich durch Jona sogar dann, wenn Jona vor ihm weglaufen möchte.

„Verkündige gegen sie!“ Gegen Ninive. Das war der Auftrag. Warum wollte Jona nicht? Weil er wusste, dass Gott für die Bewohner von Ninive ist, nicht gegen sie. Jona erkannte die Absicht Gottes. Die Predigt sollte Buße bewirken, und so kam es dann auch. Die Menschen taten Buße und Gott „reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.“ Gott hatte Mitleid mit den Sündern. Darüber war Jona zornig.

Gerichtsankündigungen werden heute kaum noch gepredigt. Man will niemanden stören. Und so tun die Menschen auch keine Buße mehr. Das Gericht kommt dann trotzdem, nur ohne Ankündigung.

Von Wilhelm Busch ist das evangelistische Wort bekannt: „Es kann sein, dass Sie heute abend friedlich ins Bett gehen und morgen früh in der Hölle aufwachen. Ich möchte Sie warnen!“ Wer so gegen die Menschen predigt, der tut es für sie – aus Liebe. Möge es heute noch Prediger wie Busch geben. Und wenn jemand wegläuft wie Jona, möge Gott sich dennoch verherrlichen.