Die Bibel über das Wesen Gottes

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»Seid still und erkennt, daß ich Gott bin.« – Psalm 46:11a

„So kennt auch niemand die Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes.“ – 1.Korinther 2:11b

Unser himmlischer Vater, lass uns Deine Herrlichkeit schauen – im Schutze der Felsenkluft und in der Sicherheit Deiner bewahrenden Hand. Ganz gleich, ob uns dies den Verlust von Freunden, Gütern oder Lebenstagen bringt, lass uns Dich erkennen, wie Du bist, damit wir Dich anbeten, wie wir es sollten. Im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. Amen.

Trinität / Dreieinigkeit

Über die drei Personen der Gottheit nachzudenken ist wie in Gedanken durch den Garten Eden zu gehen und auf heiligen Boden zu treten.

Vater: 1.Thess 1:1; 2.Petr 1:17; Lk 22:42; Joh 14:15-23
Sohn: Joh 1:1.18; Röm 9:5; Kol 1:15; 2:9; Hebr 1:8; 1.Joh 5:20
Hl. Geist: Apg 5:3-4; 2.Kor 3:17f.

Schöpfung: 1.Mo 1:1; Kol 1:16; Hi 26:13; Ps 104:30
Fleischwerdung: Lk 1:35
Taufe Christi: Mt 3:16f.
Versöhnungswerk: Hebr 9:14
Auferstehung: Apg 2:32; Joh 10:17f.; Röm 1:4
Errettung: 1.Petr 1:2

Unbedingtheit / Ursprungslosigkeit

Er ist überall und doch zugleich nirgendwo; denn „wo“ hat mit Materie und Raum zu tun, und Gott ist von beidem unabhängig.

»Ich bin, der ich bin!« – 2.Mose 3:14

„Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!“ – 2.Mose 33:20

„Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot.“ – Offenbarung 1:17

„Der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“ – 1.Timotheus 6:16

Gott genügt sich selbst

Das Wort „notwendig“ ist Gott gänzlich unbekannt.

„Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben.“ – Johannes 5:26

„Gott ist es, der in euch … wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ – Philipper 2:13

Ewigkeit Gottes

Gott erscheint am Anfang und am Ende gleichzeitig, bei Ihm ist alles zukünftige Geschehen bereits vollendet.

„Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott!“ – Psalm 90:2

„Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist.“ – Jesaja 46:10

„Was da ist, das ist schon vor Zeiten gewesen, und auch was sein wird, ist schon vor Zeiten gewesen; und Gott sucht das Vergangene wieder hervor.“ – Prediger 3:15

[Eph 1:4; Ps 139:16; 16:8; 5.Mo 31:8]

Unendlichkeit / Unbegrenztheit / Unermeßbarkeit

„Siehe, die Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen.“ – 1.Könige 8:27 [Röm 11:33-36]

1. In der uns erschreckenden Tiefe des Göttlichen könnten Eigenschaften verborgen liegen, von denen wir nichts wissen, die aber für uns nicht von Bedeutung sind, so wie z.B. die Gnade und Barmherzigkeit Gottes keine persönliche Bedeutung für die Cherubim und Seraphim besitzen.

2. Weil Gottes Wesen unendlich ist, ist auch alles daraus Entspringende unendlich. Seine Liebe ist unendlich (1.Kor 13:8). Die Gnade Gottes ist unendlich (Röm 5:20). Gottes allumfassendes Heil ist unendlich. Seine Güte ist ewig (Jes 54:8) und unendlich.

3. Der gläubige Mensch besitzt Gottes eigenes Leben und hat Anteil an dessen Unendlichkeit. In Gott ist genug Leben für alle und genügend Zeit.

Unveränderlichkeit / Vollkommenheit

Die Fähigkeit zur Veränderung schafft für uns Menschen die Möglichkeit zur Erlösung. Der neue Mensch hat das Leben Gottes. Wenn Gott den Geist eines Menschen mit ewigem Leben durchdringt, so wird dieser Mensch Teil einer neuen und höheren Seinsordnung.

„Ich, der Herr, verändere mich nicht.“ – Maleachi 3:6

„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ – Hebräer 13:8

„Vater … bei dem keine Veränderung ist.“ – Jakobus 1:17

„Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt4 in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“ – 2.Korinther 3:18

„den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.“ – Kolosser 3:10

„wir erkennen stückweise … wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.“ – 1.Korinther 13:9f.

Allwissenheit

Du kennst den Weg, den ich gehe, und aus Deiner Prüfung werde ich wie geläutertes Gold hervorgehen. Amen.

[Ps 139; Jes 40:13f.]

Weisheit

Der bewußte Glaube daran, daß unser himmlischer Vater für uns ständig Situationen plant, die gegenwärtig zu unserem Besten und zusätzlich zu unserem ewigen Wohlbehagen beitragen, bedeutet für den inwendigen Menschen einen echten Segen.

„Denn sein ist beides, Weisheit und Macht. Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand. Er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht!“ – Daniel 2:20-22

[Jak 1:5; Pred 3:14]

„Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ – Offenbarung 7:12

„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut.“ – 1.Mose 1:31

Allmacht Gottes

„Hallelujah! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten!“ – Offenbarung 19:6

„Eines hat Gott geredet, zweierlei ist’s, was ich gehört habe: daß die Macht bei Gott steht…“ – Psalm 62:12

„es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten!“ – 1.Samuel 14:6

Göttliche Erhabenheit

„Hoch erhöht“ hat nichts mit räumlicher Distanz zu tun, sondern bezieht sich auf die Qualität des Seins.

„Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige« ist…“ – Jesaja 57:15

„Die Furcht des Herrn ist eine Quelle des Lebens.“ – Sprüche 14:27

„Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder.“ – Daniel 10:9

Allgegenwart Gottes

„Wer zu Gott kommt, muß glauben, daß er ist.“ – Hebräer 11:6 [Ps 139]

Gott ist über allen Dingen, unter allen Dingen, außerhalb aller Dinge; er ist innerhalb, aber nicht eingeschlossen; außerhalb, aber nicht ausgeschlossen; er ist oben, aber nicht emporgehoben; unten, aber nicht erniedrigt; er ist gänzlich unter allem, indem er trägt; gänzlich in allem, indem er erfüllt.

Treue Gottes

„Gott ist treu.“ – 1.Korinther 1:9

„Der Herr ist treu.“ – 2.Thessalonicher 3:3

Die Treue Gottes ist die Lebensmotivation, die Hoffnung und die zuversichtliche Erwartung auf die zukünftige Glückseligkeit. Sein Bund und seine Verheißungen stehen und fallen mit seiner Treue.

Güte Gottes

„Niemand ist gut als Gott allein!“ – Markus 10:18

Glaube ist Vertrauen in die Güte Gottes.

Die Güte Gottes ist die treibende Kraft hinter all den Segnungen, mit denen er uns täglich überschüttet. Gott erschuf uns, weil es seinem Herzen wohltat, und aus dem gleichen Grunde hat er uns auch erlöst.

Die Größe Gottes löst in uns Furcht aus, seine Güte aber ermutigt uns, keine Angst vor ihm zu haben. Ihn zu fürchten, aber keine Angst zu haben – das ist das Paradoxon des Glaubens.

Gerechtigkeit Gottes

„Du, Herr, bist im Recht, uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht.“ – Daniel 9:7

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ – 1.Johannes 1:9

Barmherzigkeit Gottes

„Gott aber, der reich ist an Erbarmen…“ – Epheser 2:4

„aber das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war.“ – Hebräer 4:2

Kyrie eleison! Christe eleison!

Barmherzigkeit ist die Güte Gottes gegenüber menschlichem Leiden und Verschulden; das Elend und die Sünde des Menschen ist es, was die göttliche Barmherzigkeit auslöst. Seine Barmherzigkeit steht ewig fest – eine grenzenlose, überwältigende Unermeßlichkeit göttlichen Mitleids.

Gnade Gottes

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ – Johannes 1:17[.16; Eph 1:6f.; Röm 3:24; 5:20]

So wie die Barmherzigkeit die Güte Gottes gegenüber dem Elend und der Schuld des Menschen ist, so ist die Gnade seine Güte gegenüber menschlichem Verschulden und mangelndem Verdienst. Gnade ist das Wohlgefallen Gottes, das ihn bewegt, dem Wohltaten zu erweisen, der sie nicht verdient hat.

Liebe Gottes

„Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde.“- Johannes 15:13 [3:16; Röm 5:8]

„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“ – 1.Johannes 4:18 [.7-10; Röm 8:28]

Aus der Unbedingtheit Gottes können wir schließen, daß seine Liebe keinen Anfang hat. Weil er ewig ist, kann seine Liebe auch kein Ende haben. Weil er unendlich ist, kennt sie keine Grenzen. Weil er heilig ist, ist sie die Quintessenz aller makellosen Reinheit. Weil er unermeßlich ist, ist seine Liebe ein unbegreiflich großer, grund- und uferloser Ozean, vor dem wir in beglückendem Schweigen niederknien und vor dem sich die schönsten Worte verwirrt und beschämt zurückziehen müssen.

Heiligkeit Gottes

Uns ist etwas der göttlichen Heiligkeit Ähnliches gar nicht bekannt. Sie ist einzigartig, unnahbar, unbegreiflich und unerreichbar. Der natürliche Mensch ist blind dafür. Weil er heilig ist, sind auch alle seine Eigenschaften heilig.

„Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt!“ – Offenbarung 4:8b [15:4]

„Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den Herrn der Heerscharen, gesehen!“ – Jesaja 6:5

„Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott!“ – 3.Mose 19:2; 1.Petrus 1:16

„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ – Hebräer 12:14

Souveränität Gottes

Gottes Souveränität ist jene Eigenschaft, durch die er seine ganze Schöpfung regiert. Um der souveräne Gott zu sein, muß er allwissend, allmächtig und absolut frei sein.

„So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ – Jesaja 44:6

 

– aus A.W. Tozer, Das Wesen Gottes // Bild: ©CreationSwap/Joe Cavazos