„Die Hölle der anderen?“

Hölle

Wer sich hier über Zeltmacher oder anderswo mit dem Thema „Emerging Church“ befasst hat, wird mitbekommen haben, dass eine solche auch in Deutschland bereits Fuß gefasst hat. Bekennender „Emergenter“ ist per Banner auf seinem Blog peregrinatio, der regelmäßig über Links von jesus.de zur Popularität gefördert wird. Seinen aktuellen Beitrag „Die Hölle der anderen?“ kann jeder – mit kritischem Blick und bitte mit Bibel in der Hand – selbst lesen, wir brechen ihn hier der Einfachheit halber auf den Satz herunter:

»Christen sind zum Festhalten an der Hoffnung gerufen, dass Gottes Heil am Ende alle Menschen erreicht.«

Es stellen sich Fragen. Was ist mit „Heil“ gemeint? Wir nehmen an, das ewige Leben in Gottes Gegenwart, was die Sündenvergebung zur Voraussetzung hat. Zum zweiten dann die Frage, wie eine solche Sündenvergebung „erreicht“ werden soll. Gilt der Opfertod Jesu für alle Menschen gleich oder war er eigentlich gar nicht nötig? Ist Jesus Christus das Lamm Gottes nun umsonst gekreuzigt, gestorben und wieder auferstanden? War alles nur symbolisch, eine Inszenierung, und macht Gott bis heute keinen Unterschied zwischen Johannes dem Jünger und Judas dem Verräter? Nun sind all diese Fragen rhetorisch gemeint und sollen nur eines verdeutlichen: Ohne Basis gibt es keine gescheiten Antworten.

Worauf soll denn die zitierte „Hoffnung“ basieren wenn nicht auf Gott und seinen Zusagen? Der Mensch wird auf sich selbst zurückgeworfen und in seiner Trennung von Gott stellt er sich über das Wort Gottes und will den Schöpfer dabei sogar noch verteidigen. Anstatt die Bibel zu lesen, Gott ernst zu nehmen und sich hermeneutisch mit so wichtigen Themen wie dem des ewigen Lebens gewissenhaft auseinanderzusetzen, wird in dem hier kritisierten Beitrag in etwa so argumentiert:

– „Wir“ sind nicht besser als die „anderen“, also kann der Himmel nicht allein „uns“ gelten.
– Mission und Moral sind getrieben von der Angst vor der Hölle und von Werkgerechtigkeit.
– Dringlichkeit führt zu schlaflosen Nächten und zweifelhaften Mitteln in der Mission.
– Die Lehre von der Hölle bringt das „Problem“, von Sünde predigen zu müssen. (!)

Als Antwort auf all die – hier in einfache Sprache übersetzten – Argumente kann man nur zwei Dinge erwidern: (1) Maßstab von Wahrheit sind nicht menschliche Vernunft, Logik, oder Vorbild und (2) wer sich über die ewigen Dinge äußern will, muss zuvor den Ewigen befragen. Es ist doch bezeichnend, dass in dem gesamten Beitrag kein einziger Bibelvers zitiert wird, stattdessen aber reichlich Menschenworte.

Alternativ zur Orthodoxie bieten solche die o.g. Hoffnung an. Keine „Allversöhnung“ im Sinne von Doktrin und Gewissheit, sondern eben Hoffnung und zugleich müssten die Menschen „die Warnungen der Bibel, dass dieses Heil kein bloßer Automatismus der Weltgeschichte ist, und man Gottes Ziel für das eigene Leben verfehlen kann, für sich persönlich ganz ernst nehmen.“ Wie man die Warnungen vor dem Gericht Gottes ernst nehmen kann, wenn diesem Gericht gleichzeitig ein „es-wird-schon-alles-gut“ entgegengebracht wird, bleibt bis zuletzt im Dunkeln. Wenn dann noch laut Beitrag „andere Weltanschauungen“ nicht Konkurrenz, sondern „mögliche Partner in der Erwartung des Neuen“ sein sollen, verschwimmen alle Grenzen und das Jesus-Wort „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ wird mit Füßen getreten.

Der aktuelle Fall von Häresie soll hier einfach Anlass sein, auch in Deutschland zur Wachsamkeit aufzurufen. Belassen wir es bei einem treffenden Zitat und verweisen dazu auf die bereits erschienenen Artikel.

„Es gibt nichts Neues in der Theologie ausgenommen das, was falsch ist.“ – C.H. Spurgeon

 

– Bild: Tawng/Valeev/Can Stock Photo