„Die Hütte“ wird zum Dorf – Bücher, Filme und Projekte

HuetteDer Rummel um den Bestseller ‚Die Hütte‘ nimmt kein Ende. Nach dem Original erschienen bereits zwei Bücher von Kerstin Hack: „Die Hütte und ich“ und „Ich warte auf dich in der Hütte“. Von Roger Olsen kam die theologisch notwendige Antwort „Gott und ‚Die Hütte‘: Was ist dran am Gottesbild des Weltbestsellers?“ Eine gute Buchrezension wurde von Wolfgang Bühne geschrieben. Und nun wird das Thema in den Medien wieder angestoßen, weil Susanne Aernecke dem Angebot nicht widerstand, zusammen mit dem Autor selbst einen Film über die Hintergründe seines Buchs zu drehen.

Die beste Reaktion wäre, die Meldung zusammen mit dem Film dezent zu übersehen. Etwa zeitgleich kam dann aber zutage, nun schreibe einer der vielen ‚Hüttenbewohner‘ die Bibel neu, weil er den Gott der Hütte nicht in der Bibel finde, ihn aber gerne dort finden möchte. Stimmt die Theologie der Hütte nicht mit der biblischen überein, wird die Bibel angepasst und nicht das Buch. Das ist deutliche Erfüllung endzeitlicher Prophetie: „Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“ (2.Tim 4:3)

Das Buch „Die Hütte“ ist folglich ein Bestseller nicht weil es gesunde Lehre widerspiegelt, sondern weil die Menschen empfindliche Ohren haben. Sie wünschen sich einen Gott, den es nicht gibt. Damit befriedigt „Die Hütte“ die Masse auf dem breiten Weg ähnlich wie „Das letzte Wort hat die Liebe“ von Rob Bell oder Übersetzungen wie die Volxbibel und die Bibel in gerechter Sprache. Schade, dass christliche Verlage und Verkäufer aus wohl eher pragmatischen, finanziellen Gründen mitmachen müssen. Oder ist es mangelnde theologische Erkenntnis?

W.P. Young bleibt trotz der vielen Kritik bei seiner Theologie. Er würde das Buch noch einmal genauso schreiben, so der Autor. Eigentlich ein klarer Fall von Gemeindezucht, hält man sich an die Bibel. Aber die gibt es – Glück für ihn – bald in einer neuen, angenehmeren ‚Hütte-Übersetzung‘. Der Autor vom sog. ‚The Shack Bible Project‘ sagt:

„Als ich mit Leuten über das Buch [Die Hütte] gesprochen habe, hörte ich eine Sache immer wieder: ‚Wow, Die Vision von Gott in dem Buch ‚Die Hütte‘ ist gewaltig! Zu schade, dass sie so wenig nach dem Gott der Bibel aussieht… In dem Buch ‚Die Hütte‘ vermittelte Paul Young uns eine neue Sicht, damit wir Gott besser erkennen können. Im ‚The Shack Bible Project‘ versuche ich die Bibel neu zu lesen durch diese Sichtweise.“

Hier ein Auszug aus der Übersetzung, Johannes 14,9-11:

„Jesus sagte: ‚Drei Jahre zusammen, Philipus, und jetzt sagst du, dass du mich nie gesehen hast? Hey Mann, ich weiß, dass du Papa bereits gesehen hast, weil ich weiß, dass du mich gesehen hast. Kapierst du es nicht? Ich bin in Papa, und Papa ist in mir. Ich tue das nicht aus mir selbst. Die Worte, die ich spreche, sind Papas Worte. Die Werke, die ich tue, sind Papas Werke. Ich tue das nicht aus mir selbst. Papa, der in mir lebt, tut dies. Sie ist in mir, und ich bin in ihr. Wenn du nicht glauben kannst, nur weil ich das so sage, dann glaube dem, was sie durch mich gewirkt hat.’”

– Friday Church News Notes, SHACK GOD FAN RE-WRITING BIBLE // G. Walter, distomos

Besonders interessant und den meisten unbekannt sind die Hintergründe des Autors W.P. Young. Wie Dr. Martin Erdmann auf der letzten Betanien Konferenz referierte, ist Young Mitglied der weltweiten Organisation „The Family“, die sich für interreligiöse Zusammenarbeit einsetzt und den Universalismus zur theologischen Grundlage hat. Demnach ist Jesus Christus nicht der Weg zum Vater, sondern nur einer von vielen Wegen.

Bleibt zu hoffen, zu beten und eigentlich nur zu warten, bis Gott selbst sich schließlich offenbart und die Hütte endlich abbrennt. Bis dahin gilt der Ruf an alle: „Raus aus der Hütte!“

Die Hütte und die Verantwortung des christlichen Buchhändlers

Das Buch „Die Hütte“ war ein Bestseller, und viele kaufen es wahrscheinlich einfach genau deswegen. Im Anschluss an den Erfolg gab es – direkt neben dem Bestseller – das kritische Werk „Gott und die Hütte – Was ist dran am Gottesbild des Weltbestsellers?“ und der Kunde bekam den Eindruck, als hätte man ihm zunächst Gammelfleisch verkauft, damit er nun das passende Magenmittel dazu kaufen kann:

Die-Hütte

Gott in Gestalt einer großen, dicken Afroamerikanerin namens Elousia: lesen Sie dazu die Rezension über „Die_Hütte“ von Wolfgang Bühne.

 

Nachtrag: Young verließ die „Hütte“ und schlug einen „Weg“ ein – den falschen.