Die Kirche ist ein Irrenhaus

irrenhaus„Die Kirche ist ein Irrenhaus.“ Dieser Satz entfahre ihm wöchentlich mindestens zweimal, bekennt der sächsische promovierte Pastor und Evangelist Theo Lehmann (Chemnitz). Dies sei etwa dann der Fall, wenn er höre, daß ein großer Teil der Pfarrerschaft nicht an die Auferstehung Jesu Christi glaube. (…)

„Heute wissen viele nicht mehr genau, was die Kirche ist, und regieren den Laden frei aus dem Bauch heraus“. Bei kritischen Anfragen genüge es, mit der linken Hand die Fundamentalistenkeule zu schwingen und mit der rechten das Toleranzfähnlein zu schwenken. Und so schwanke „die Kirche dahin wie ein Betrunkener, besoffen vom Zeitgeist“.

Das Dilemma der Kirche sei, daß es in ihr nicht einmal mehr eine gemeinsame Bibel gebe. Im Blick auf die umstrittene „Bibel in gerechter Sprache“ schreibt Lehmann, säkulare Tageszeitungen berichteten „genüsslich darüber, daß ein paar Bischöfe für und ein paar gegen das Feministinnenmachwerk sind, das sich verlogener Weise als Bibelübersetzung ausgibt“.

Es stelle sich die Frage, wie lange man der Kirche noch die Treue halten könne oder solle. Die nächste Frage sei, wohin man gehen solle, denn: „Das Irrenhaus hat viele Abteilungen.“ Er habe sich, so Lehmann, dafür entschieden, in der Kirche zu bleiben, solange die Bekenntnisschriften „wenigstens noch offiziell in Gültigkeit sind“. Er plädiere dafür, „daß lieber die endlich abhauen sollen, die (…) von der Jungfrauengeburt bis zur Auferstehung nichts glauben, geschweige denn von der Wiederkunft von Jesus, Gericht, Hölle und Verdammnis wissen oder predigen“.

Natürlich wisse er, daß genau diese Leute gerade nicht daran dächten, die Kirche zu verlassen: „Es ist das Problem, daß wir mit ihnen leben müssen“. Das müsse auch so sein, denn der Antichrist komme nicht aus einer Freimaurerloge, sondern aus der Sakristei. „Der Kampf um die Wahrheit bleibt uns nicht erspart“, so Lehmann. Einheit sei etwas Schönes, Erstrebenswertes und von Jesus Gewolltes. Aber Einheit mit Irrlehre ist weder schön noch erstrebenswert noch von Jesus gewollt, sondern die Masche des Antichristen.

Bei allem berechtigten Einheitsstreben habe er immer weniger Lust, sich ständig anhören zu müssen, daß die Konfessionsgrenzen endlich überwunden werden müßten. Lehmann:

„Im Gegenteil, ich bin bekennender Lutheraner und der festen Überzeugung, daß das Irrenhaus Kirche nur saniert werden kann, wenn Bibel und Bekenntnis wieder das einzige Fundament sind.“

Quelle: idea 35/07 S.11