Von den Toten auferstanden?

Auferstehung

„Das Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. … Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten heute noch leben.“

– 1. Korinther 15, Verse 3 bis 6

Dass jemand von den Toten aufersteht, ist nach menschlicher Erfahrung völlig ausgeschlossen. Man stelle sich vor, dass man gerade von der Beerdigung eines lieben Angehörigen nach Hause kommt, wo man, an der Haustüre, vom soeben Bestatteten, begrüßt wird, der sich dabei als quicklebendig erweist. Jeder weiß, dass es so etwas nicht geben kann, und wer etwas anderes behauptet, „der kann nicht mehr alle Tassen im Schrank haben“. Aber genau so etwas völlig Unmögliches wird uns im Neuen Testament berichtet.

Jesus wurde gekreuzigt und ordnungsgemäß bestattet. Und dann kamen, am Sonntagmorgen, die Frauen, die Jesus nahestanden, zum Grab, um dem toten Jesus letzte Ehren zu erweisen. Dazu kommt es aber nicht, weil ihnen Jesus, als der von den Toten Auferstandene, entgegentritt. So wird es uns im Neuen Testament berichtet, und dazu kommen noch viele andere Zeugnisse, darunter die in den heutigen Versen.

Eigentlich ist der Fall klar, wenn da nicht der Unglaube wäre. Und deshalb scheiden sich auch hier die Geister. Die Frage ist, wem glaube ich mehr: Glaube ich, dass mein „aufgeklärter, wissenschaftlich geprägter Verstand“ das Maß aller Dinge ist, wonach nicht sein kann, was nicht sein darf oder glaube ich, dass Gott tatsächlich, in des Wortes totaler Bedeutung, allmächtig ist und deshalb Dinge tun kann, die weit außerhalb unserer alltäglichen Erfahrungen liegen? Hier müssen wir uns entscheiden!

Glauben wir nur an unseren Verstand, dann werden wir das neutestamentliche Zeugnis von der leibhaftigen Auferstehung Christi leugnen und damit als von den Schreibern des Neuen Testaments erschaffene Dichtung abtun, die es „theologisch zu erklären gilt“. In diesem Fall wird die Auferstehung beispielsweise so interpretiert, dass das, was Jesus gelehrt hat, seinen Tod überlebt hat. Wir haben dann ein „gutmenschliches Sozialchristentum mit religiösem Anstrich“, das niemanden wirklich hilft.

Die andere Möglichkeit ist die, den Berichten des Neuen Testaments vorbehaltlos zu glauben. Tun wir das, dann bekommt unser Leben eine neue Weite. Dann haben wir etwas Frohmachendes und Beglückendes. Dann erst hat der Glaube überhaupt einen Wert für uns.

Bei nüchternem, unvoreingenommenen Lesen der klaren und eindeutigen Worte des Apostels Paulus wird zudem deutlich, dass die Auferstehung Christi das zentrale Ereignis ist, mit dem der Glaube steht und fällt. Dabei darf die tatsächlich geschehene Auferstehung Christi nicht allein auf den Sieg über den Tod reduziert werden, wie das oft geschieht. In der Auferstehung Christi zeigt sich, dass Gott das Opfer Christi zur Vergebung unserer Sünden angenommen hat, weshalb Christus in erster Linie zu unserer Rechtfertigung auferstanden ist.

Denn wenn Christus nicht wirklich und wahrhaftig auferstanden ist, dann wäre nicht nur das Leiden und Sterben Christi vergeblich gewesen, sondern dann wäre unser ganzer Glaube eine einzige Nullnummer und wir Christen die größten Narren und alle unsere Hoffnungen vergeblich. Dann bliebe als einzige Möglichkeit tatsächlich nur noch : „Lasset und fressen und saufen, denn morgen sind wir tot.“

Nun aber ist Christus tatsächlich und wahrhaftig auferstanden, und darüber wollen wir uns von Herzen freuen und fröhlich sein.

– Jörgen Bauer // Bild: ©pixabay (CC0 1.0)