Die Welt von Fifa – Sucht 2.0

Angefangen hat es mit Fifa11. Mit Fifa21 und 1.400 Skill-Punkten in Division 4 habe ich dann aufgehört. Nicht, dass es keinen Spaß mehr gemacht hat. Geld ausgegeben habe ich auch nicht, mit wenigen Ausnahmen für den Sohn. Es wurde einfach zuviel, zeitlich. Man lebt nur einmal – aber wofür? Für ein Computerspiel?

Umgeben von „Problemen“ wie Hausaufgaben, Streit oder anderen Unannehmlichkeiten, bietet das Spiel eine gesellschaftlich akzeptierte Flucht in die virtuelle „Realität“. Schießt Rooney noch ein Tor, erinnern die Glücksgefühle an den Grund zum Weiterspielen. Sogar der Zocker in Division 10 fühlt sich blendend, wenn er seinem Gegenspieler den kleinen Punkt auf dem Bildschirm in das rechteckige Kästchen drückt, das wie ein Tor aussieht.

Sein Gegenüber sieht er nicht einmal und kann ihn nach Belieben mit oder auch ohne Respekt behandeln, loben oder auch beschimpfen (der Interessierte google nach „Fifa Rage“). Und ist der E-„Sportler“ in Wahrheit fett und einsam, ist er immerhin umgeben von ziemlich echt und sportlich aussehenden Spielern, die sogar „ihm“ gehören, er hat ihre Karten ja gekauft, es ist „sein“ Team. Am Ende lässt er sich noch regelmäßig feiern vom virtuellen Wolff Fuss und Frank Buschmann – es ist mir bis heute ein Rätsel wie EA die passenden Kommentare zu Spielzug, Abseits und Tor technisch hinbekommt. Hut ab dafür!

Wie auch immer, ich habe beschlossen, meine Zeit nicht länger für ein Spiel zu verschwenden, das weder Sport noch sonst irgendwie nützlich ist, sogar Jahr für Jahr resettet wird und dann geht es wieder von vorn los. Wie bei Sisyphus, nur in modern und weniger offensichtlich.

„Ja, und?“, fragst du, „Was geht mich das an?“ Gar nichts, ich weiß. Du kannst ja auch weiterspielen, es ist ja nicht strafbar. Besser als andere Dummheiten ist es sicher auch. Aber hier nur ein kurzer Beitrag als schlichter Versuch einer Erinnerung daran, dass du nur einmal lebst. Was machst du mit diesem deinem Leben, das Gott dir geschenkt hat?

Ansonsten bleibt mir hier die Gelegenheit, endgültig abzuschließen – mit Rooney & Co. Macht’s gut ihr virtuellen Nichtse, ich bin einfach nicht mehr zufrieden mit euch.