Dietrich Bonhoeffer

Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war einer der herausragenden deutschen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er wirkte unter anderem als evangelischer Pfarrer in Berlin und als Leiter eines Predigerseminars in Finkenwalde; engagiert setzte sich Bonhoeffer für die Bekennende Kirche und ihre internationale und ökumenische Anerkennung ein. Aus theologischen Gründen entschied er sich zum Widerstand und zur Konspiration gegen Hitler; er wurde 1943 inhaftiert, 1945 in einem Scheinprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. Sein Lebenszeugnis und seine Schriften zum geistlichen Leben prägen bis heute Christen in vielen Ländern der Welt; die Theologie Dietrich Bonhoeffers ist besonders in Situationen von Unrecht und Unterdrückung (wie etwa in Südafrika, Korea oder Südamerika) zu einem wichtigen Orientierungspunkt vieler Christinnen und Christen geworden.

Mehr zur Person und Theologie Dietrich Bonhoeffers im pdf von Bernhard Kaiser:

Dietrich Bonhoeffer vor und nach dem Widerstand gegen Hitler

1938 in seiner Schrift „Gemeinsames Leben“

«Wer lernen will, zu dienen, der muss zuerst lernen, gering von sich zu denken. (‚Niemand halte weiter von sich, denn sich gebührt zu halten‘ – Römerbrief 12.3). Nichts aus sich selber machen und dagegen stets von andern eine gute Meinung haben, das ist die grosse Weisheit und Vollkommenheit (Thomas a Kempis). Nur wer aus der Vergebung seiner Schuld in Jesus Christus lebt, wird in rechter Weise gering von sich denken, der wird wissen, dass seine Klugheit hier ganz an ihr Ende kam, als Christus ihm vergab.“

1943 im KZ Flossenbürg/Bayrischer Wald, bevor er 1945 hingerichtet wurde

„Dreieiniger Gott, mein Schöpfer und mein Heiland, grosses Elend ist über mich gekommen. Meine Sorgen wollen mich ersticken, ich weiss nicht ein noch aus. Gott sei gnädig und hilf! Gib Kraft zu tragen, was du schickst. Lass die Furcht nicht über mich herrschen; sorge du väterlich über die Meinen, schütze sie mit deiner starken Hand vor allem Übel und aller Gefahr. Du vergibst Sünden dem, der dich aufrichtig darum bittet. Barmherziger Gott, vergib mir alles was ich an dir und an Menschen gesündigt habe. Ich traue deiner Gnade und gebe mein Leben ganz in deine Hand. Mach du mit mir, wie es dir gefällt und wie es gut für mich ist. Ob ich lebe oder sterbe, ich bin bei dir, und du bist bei mir, mein Gott. Herr, ich warte auf dein Heil und auf dein Reich.“ (Evangelisch-reformiertes Kirchgesangbuch 576, 716)