Dogan, Es geht ums Überleben

Es geht ums ÜberlebenDie Haupt-Autorin des Buches ist Schwester Hatune Dogan, die syrisch-orthodoxe Ordensschwester. Sie sprach mit einem bewegenden Zeugnis auf dem 2. Kongress der Märtyrer im Oktober in Schwäbisch-Gmünd. In ihrem 2010, noch vor der Verleihung des Verdienstordens des Bundesverdienstkreuzes an die resolute Powerfrau, erschienenen Buch nimmt sie wie immer kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Lage der Christen in Nahost geht.

Aus ihrem Glauben schöpft sie die Kraft, nicht nur ein internationales Hilfswerk zu betreiben, sondern auch immer wieder auf Konferenzen und in den Medien unverblümt für die Unterstützung christlicher Kirchen und Flüchtlinge zu werben. Ihre Organisation hilft allen Menschen, die bedürftig sind. In Indien z.B. wird niemand nach seinem Bekenntnis gefragt, wenn die „Sister Hatune Foundation“ dort Häuser baut oder Kindern den Schulbesuch ermöglicht.

In dem angesprochenen Buch schildert Schwester Hatune mit Hilfe der Co-Autorin Cornelia Tomerius ihr Leben in knappen, aber an Klarheit der Worte kaum zu überbietenden Zeilen und stellt immer wieder die Relevanz ihrer eigenen Erlebnisse und auch die ihrer Vorfahren zur Geschichte des Nahen Ostens der letzten 100 Jahre her. In diesen unterhaltsam, aber auch recht drastisch geratenen Schilderungen ist immer wieder die Absicht erkennbar, dem Leser Einsichten in das beschwerliche Alltagsleben der Christen zu vermitteln.

Wenn sie die Massaker an den Assyrischen Christen im Tur-Abdin-Gebirgszug im Jahre 1915 durch kurdische Milizen schildert, aber auch wenn Schwester Hatune über ihre ersten Begegnungen mit aus dem Irak vertriebenen Christen spricht, kann dem Leser der Atem stocken.

Diese schonungslose Authentizität und Subjektivität ist nicht unbedingt schädlich sondern sie ist auch die große Stärke dieses Buches. Wen es fesseln kann und wer sich in die Erlebnisse von Schwester Hatune hineindenken und – fühlen kann, der wird möglicherweise, vor allem wenn er Christ ist, nach der Lektüre von „Es geht ums Überleben“ nicht mehr derselbe sein. Die Erlebnisse und Begegnungen von Schwester Hatune rütteln auf, berühren und lassen uns oft fassungslos zurück. Diese Fassungslosigkeit kann ein Anfang für das Ende des Schweigens und der Untätigkeit in unseren Gemeinden und Kirchen sein.

Denn es geht für die Kirchen im Irak, in Ägypten, Syrien, dem Libanon und der Türkei tatsächlich ums Überleben. Der Hass und die Gewalt, die ihnen entgegenschlagen, haben nämlich schlimmste Konsequenzen. Konsequenzen, die unsere Massenmedien aus Angst davor, als „islamophob“ zu gelten, nur zu selten widerspiegeln. Wir sollten als Leib Christi und Anhänger nicht nur der „geistlichen“ Wahrheit aber mehr wissen, als man uns wissen lassen möchte. Um der Geschwister in Not und der Liebe Christi willen.

– Quelle: Berliner Gebetskreis