Down-Syndrom: Der Dammbruch war die Abtreibung

down-syndromDer vorgeburtliche Test zur Diagnose des Down-Syndroms, der seit dem 20. August 2012 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein in Kliniken und Arztpraxen verfügbar ist, bewegt die Gemüter.

In ihrer Ausgabe vom 21. August 2012 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, der baden-württembergische Ministerpräsident, Winfried Kretschmann (Grüne) halte den Test für „bedenklich“. Die Landessozialministerin von baden Württemberg, Karin Altpeter (SPD), fordert eine „breite gesellschaftliche Debatte“. Diese beiden Politiker waren besonders gefragt, denn Freiburg i. Br. war das zuständige Regierungspräsidium für die Zulassung. Aus der CDU gab es viele Politiker, die das Verfahren kritisiert haben. Insbesondere hat sich gegen die Einführung der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), eingesetzt.

Der Test der Firma LifeCodexx dient ausschließlich der Feststellung, ob ein ungeborenes Kind Down-Syndrom hat oder nicht. Über 90 % der Kinder, bei denen diese Behinderung diagnostiziert wird, werden anschließend abgetrieben. Das Verfahren von LifeCodexx hat also keine weitere praktische Anwendung, als die Selektion von Menschen mit Down-Syndrom. Das Verfahren wird ausschließlich mit der Absicht angewendet, eine unheilbare Krankheit festzustellen um eventuell eine Abtreibung vorzunehmen.

Diese Tatsache erschrickt viele. Man fragt sich: Wird es bei diesem Verfahren bleiben? Werden nicht weitere Folgen, so dass Menschen mit Behinderungen systematisch „selektiert“ werden können? Ist der deutsche Staat noch in der Lage, das uneingeschränkte Recht auf Leben aller Menschen zu schützen? Will unser Staat das überhaupt? Es gibt keinen vernünftigen Grund, wieso nicht weitere Selektionsmethoden eingeführt werden sollen.

Die Einführung dieses Verfahrens ist nichts anderes als die logische Konsequenz der Legalisierung der Abtreibung Mitte der 1970er Jahre. Seitdem wurden die Möglichkeiten, straffreie Abtreibungen durchzuführen, immer mehr ausgeweitet. Zudem wurden immer perfektere Diagnoseverfahren entwickelt, um die Gesundheit der ungeborenen Kinder festzustellen. Noch letztes Jahr wurde in Deutschland die „Präimplantationsdiagnostik“ zugelassen. Seit langem gibt es die sog. Fruchtwasseruntersuchung. Diese wurde oft angewandt wohlwissend, dass etwa 0,5 bis 1 % der untersuchten Embryos dadurch getötet werden! Ebenso dient die Pränatal Diagnostik zur Erkennung von Krankheiten und Behinderungen bei ungeborenen Kindern in den letzten Monaten vor der Geburt. Diese Diagnostik ist Ursache für die sog. Spätabtreibungen.

Der Sinn für das menschliche Leben geht immer mehr verloren, der Mensch wird zunehmend zum Objekt. Die Entfaltung der „Kultur des Todes“ schreitet grausam voran und kann nur aufgehalten werden, wenn die Menschen erkennen, dass der Dammbruch die Legalisierung der Abtreibung war. Seitdem wird das Leben des Menschen immer mehr bedroht, inzwischen auch am Ende und sogar zwischen Geburt und natürlicher Tod: Um Organtransplantationen zu erleichtern, wird zunehmend versucht, eine laxe Definition des Todes einzuführen.

Erneut bleibt es den Lebensrechtlern überlassen, sich für das Recht auf Leben einzusetzen, die Stimme der Ungeborenen und das Gewissen der Nation zu sein. Nur aus der christlichen Basis der Gesellschaft sind die Impulse zu erwarten, die zu einer entscheidenden Verbesserung der Achtung des Lebensrechts der Ungeborenen führen könnten. Das Thema Abtreibung ist seit der Neufassung des § 218 immer wieder in der Öffentlichkeit und manchmal auch im Bundestag (z.B. Spätabtreibungen) debattiert worden und erfreulicherweise haben etliche Abgeordnete und sonstige Politiker die richtige Position vertreten und sich für das Leben und gegen den Tod eingesetzt. Doch dass es zu diesen Debatten kam, war nur möglich, weil sich Menschen im vorpolitischen Raum, in den Vereinen, in den öffentlichen Demonstrationen, an den Unterschriftensammlungen beteiligt oder weil sie an die Politiker Postkarten und Briefe verschickt haben.

– Quelle: Kultur und Medien

 

Noch mehr Abtreibungen durch neuen Gentest?

Bald können Schwangere per Gentest herausfinden, ob ihr Ungeborenes das Down-Syndrom hat. Die Angst wächst, dass noch mehr Kinder mit Trisomie 21 abgetrieben werden. Bisher können Chromosomenstörungen während der Schwangerschaft nur mit invasiven pränatalen Methoden zuverlässig diagnostiziert werden. Bei ungefähr einem von hundert dieser risikobehafteten Eingriffe führt dies zur Fehlgeburt. In der Schweiz soll nun im Mai oder Juni ein neuer Gentest für Schwangere eingeführt werden. Damit kann statt wie bisher mit der Fruchtwasserpunktion die DNA des Kindes per Bluttest auf Trisomie 21, das sogenannte Down-Syndrom, untersucht werden.

chromosomen

Damit falle das Risiko einer Fehlgeburt weg, sagt man der Firma Lifecodexx, DE-Konstanz, die den Test in die Schweiz bringen will. Man sei mit einigen Kliniken im Gespräch – so will zum Beispiel das Universitätsspital der beiden Basel die Methode in Zukunft anwenden. Der Test soll vorerst bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden. Die Kosten von 1500 Franken müssen die Schwangeren selbst bezahlen.

Doch jetzt wird Kritik laut. Durch den Gentest werde mehr getestet und damit komme es zu vermehrten Abtreibungen von Kindern mit Trisomie 21. Gemäss „20Minuten“ warnt Judit Pók, leitende Ärztin der Frauenklinik des Zürcher Universitätsspitals. Der Druck auf die werdenden Mütter werde enorm zunehmen. «Meine grösste Sorge ist es, dass sich Krankenkassen irgendwann weigern, für ein Kind mit Trisomie 21 noch zu zahlen», sagte sie gegenüber dem «Beobachter».

Solche Tests legen fest, dass behindertes Leben weniger wert ist und der gesellschaftliche Druck auf Eltern mit Behinderten weiter zunimmt. Und die problematischen Bewertungen und Entscheide werden nicht hier enden. Per DNA-Test können weitere Merkmale des Kindes eruiert werden, wie Geschlecht, Augen- und Haarfarbe.

– Quelle: factum