Elf Ratschläge für schlechte Verkündiger

Elf_11

1. Bereite dich immer erst kurz vor der Jugendstunde vor, so bist du immer ganz aktuell und kannst die letzten politischen Ereignisse und Katastrophenmeldungen mit einbauen. Schaue dir die 18-Uhr-Nachrichten in Ruhe an. Beten kannst du immer noch auf dem Weg zum Gemeindehaus.

2. Beginne die Andacht mit der Erklärung, dass du lange nach einem Text gesucht hast und dir dann doch kein besserer eingefallen ist.

3. Sag deinem Publikum, wie wenig Zeit du zur Vorbereitung hattest. Sie werden von dir begeistert sein, wenn du trotzdem etwas länger redest.

4. Achte auf deine Stimme. Wenn du von heiligen Dingen sprichst, muss die Ehrfurcht vor dem Unsagbaren auch durch besonders gewählte biblische Worte geprägt sein.

5. Es gibt nichts Treffenderes und Bewährteres als die Lutherbibel. Ihre kernige Sprache hat noch jeden begeistert. Die Jugendlichen haben ein Recht auf deutsches Kulturgut.

6. Lass dich nicht durch Zwischenrufe, Fragen oder andere dumme Bemerkungen aus dem Konzept bringen. Der Bazillus des Zweifels könnte dich selbst schnell anspringen und deine Standardaussagen gefährden.

7. Verwässere die Botschaft nicht mit Beispielen oder Vergleichen. Diese verwirren nur und lenken die Zuhörer ab. Schon Jesus ist mit seinen Gleichnissen von vielen nicht verstanden worden.

8. Verbitte dir jegliche Kritik. Mit dem Amt der Verkündigung bist du ein besonders bevollmächtigter Bote Gottes. Was du als Heiligen Geist erkannt hast, kann gar niemand anderes beurteilen. Beunruhige dich nicht, wenn sie alle gegen dich sind, das ging den alten Propheten auch schon so.

9. Lass dich nicht von unerfahrenen Laien vertreten. Es kann gerade in der Verkündigung so viel falsch gemacht werden, dass du Monate zu tun haben wirst, Irrlehren und sektiererische Parolen wieder aus den Köpfen herauszubekommen.

10. Wenn du eine gewisse Unruhe spürst, sage den Jugendlichen, dass du jetzt zum Schluss kommst. Dies kannst du drei- bis viermal wiederholen. Du wirst merken, wie die Spannung steigt.

11. Wenn dir nichts mehr einfällt, lass ein Lied singen und sammle Kollekte.

– Mitarbeiterhilfe 1/2001, CVJM // Bildquelle leider unbekannt

 

Zum Thema gibt es von der FEG einen – durchaus ernst gemeinten – Fragebogen:

Impulse für die Auswertung einer Predigt