Er ist wahrhaftig auferstanden – wahrhaftiger geht es nicht!

Tiger

Gleich zu Beginn der Witz, am Ende dann die nötige Korrektur:

Ein Pfarrer meint spöttisch: “Philosophie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die es gar nicht gibt.” Darauf antwortet der Philosoph: “Theologie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum ebenfalls mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist und plötzlich ruft: «Ich hab sie!»…”

Zu beachten ist hierbei, dass sich der Philosoph mit einem Pfaffen unterhält. Das sind – i.d.R. – diejenigen Studierten unter den christlich Gesinnten, die es mit dem Wahrheitsbegriff nicht so genau nehmen. Schlimmer noch, sie verdrehen ihn und erst dadurch bekommt der zitierte Witz sein ungesundes Übergewicht.

Wie das konkret aussehen kann wurde nicht zuletzt in der Juni-Ausgabe von chrismon eindrucksvoll dokumentiert. Schreibt dort der Chefredakteur Arnd Brummer ganz unverblümt, er glaube an die Geschichte von Pfingsten genauso wenig wie an die von Weihnachten. „Lukas hat sich die Pfingstszene in der Apostelgeschichte ausgedacht und die Bethlehemgeschichte am Beginn seines Evangeliums ebenso. Beide sind historisch nicht belegt.“ Punkt. Also? „Und dennoch sind sie wahr.“ Ach!? Er hat sie also, die Katze, obwohl sie gar nicht im Raum ist…

Die Katze wird zum Tiger, wenn daneben auch die Ostergeschichte geleugnet aber für irgendwie «wahr» befunden wird. So entdeckt in einer Andacht zum Geschehen im Gemeindebrief der ev. Elias-Kirchengemeinde in Dortmund. Ganz frech hervorgehoben sind die einschlägigen Bibelverse, dazu noch unter der Überschrift „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Wie genau der Pfaffe das meint wird zwischen den Zeilen deutlich: Den Menschen erzählten die Apostel, „dass Jesus ihnen erschienen sei; dass er nicht im Tod geblieben sei; dass sie seine Gegenwart spüren würden. Eben dass er «auferstanden» sei.“ Soso. Und der Pfarrer pointiert weiter: „Wie auch immer wir uns die Auferstehung vorstellen, ist sie doch der Anfang für die frohe Botschaft…“

Der Witz schmeckt bitter und die Lage ist mit dem Wort „Katastrophe“ noch milde umschrieben. Die heutigen „Botschafter“ erzählen den Menschen biblische Geschichten, an die sie gar nicht glauben und die sie deswegen mit der Brechstange uminterpretieren und biblische Begriffe nach eigenem Gutdünken neu definieren müssen, ja sogar dürfen. Es ist ein völlig falsches Evangelium, eine Lüge, eine Perversion die zwar Gemeindezucht fordert aber am Ende wohl nur zu Kirchenaustritten führt.

Über andere Diskussionen wie solche in Sachsen sollte sich angesichts dessen kein Christ mehr wundern. Wer das Evangelium im Kern verdreht, der wird die gesunde Lehre auch in anderen Fragen verleugnen.

Zurück zum Witz. Die beiden sollten den Raum verlassen und in die Herrlichkeit Gottes treten. Und – Jesus Christus ist auferstanden. Wahrhaftig.

– Bild: ©pixelio/Jana Maikowski