Lieber Leser, sage ich nicht die Wahrheit?

Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß;
er wird nicht davon weichen,
auch wenn er älter wird.

– Sprüche 22,6

Ich nehme an, dass die meisten bekennenden Christen diesen Vers kennen. Er klingt wahrscheinlich in deinen Ohren bekannt wie eine alte Melodie. Anscheinend hast du oft davon gehört, ihn häufig gelesen, über ihn gesprochen oder ihn zitiert. Doch wie wenig wird die wesentliche Aussage dieses Textes beachtet! Seine Lehre scheint beinahe unbekannt und die Pflicht, die er uns auferlegt, scheint äußerst selten erfüllt zu werden.

Lieber Leser, sage ich nicht die Wahrheit?

Man kann nicht sagen, dass dieses Thema neu ist. Die Welt ist alt und wir haben die hilfreiche Erfahrung von rund sechstausend Jahren als Hintergrund. Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von großem Eifer für Erziehung und Bildung in allen Bereichen. Wir hören, dass überall neue Schulen entstehen. Uns wird von neuen Systemen erzählt und von allen möglichen Arten von neuen Büchern für Kinder. Und trotz all dem ist die große Mehrheit von Kindern offenkundig nicht dem Weg gemäß erzogen, den sie gehen sollen. Denn wenn sie erwachsen werden und zur Mannesreife gelangen, gehen sie ihren Weg nicht mit Gott. Wie können wir uns diese Umstände erklären?

Die einfache Wahrheit ist: Das Gebot des Herrn aus unserem oben genannten Vers wird missachtet, und deshalb wird die Verheißung des Herrn in unserem Text nicht erfüllt.

– J.C. Ryle in „Die Pflichten der Eltern“, Einleitung