Der Artikel über Facebook

FacebookZeltmacher war bei Facebook. Trotz kritischer Stimmen. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte hier:

Man kann das Portal nutzen, solange man weiß was man tut. Es gibt im Wesentlichen zwei Bereiche vor denen man warnen muss. Zum einen sammelt Facebook Unmengen von Daten, um sie zur Werbung zu nutzen und damit zu wirtschaften. Nicht jedem ist das bewusst und auch nicht recht. Es könnte zudem im Einzelfall unangenehme Folgen haben, wenn wir nicht nur Facebook sondern – ganz legal – unseren „Freunden“ zuviel von uns preisgeben. Die geknüpften sozialen Kontakte und Massenbewegungen sind neben der rein digitalen die sozialen Ebenen, auf denen man sich in dieser virtuellen Welt bewegt.

Facebook greift sich unsere Daten

Ob wir wollen oder nicht, leider. Facebook bietet den Nutzern an, über ihren bestehenden Mail Account automatisch nach potentiellen Freunden zu suchen. Hierzu braucht Facebook nur die Genehmigung und sämtliche im Mailprogramm gespeicherten Daten werden hochgeladen, nicht nur die Emailadressen sondern auch Telefonnummern, Kommentare etc.

Wenn Sie also einem Freund gemailt haben, Ihre Adresse von ihm gespeichert wurde und dieser Freund nicht nur einen Facebook Account hat sondern auch den Zugriff auf sein Mailprogramm gewährt hat, sind Sie automatisch bei Facebook erfasst. Und wenn Ihr Freund Sie vielleicht nicht leiden kann und Ihnen im Kommentarbereich schlechte Eigenschaften attestiert hat, haben Sie bei Facebook bereits eine entsprechende Reputation, noch bevor Sie überhaupt beigetreten sind.

Zudem kann sich ein Unbekannter mit fiktivem (oder Ihrem) Namen anmelden und dabei auch Ihre Emailadresse angeben. Es öffnet sich ein Fenster mit Namen und Adressen, die über denselben Datenpool gefunden wurden. Sie können so auch selbst ausspionieren, mit wem der Besitzer einer Emailadresse in der Vergangenheit bereits Mailaustausch hatte.

Facebook macht also Profit auf Kosten unserer Privatsphäre. Allerdings machen das sämtliche anderen Internetdienstleister auch, allen voran Google. Wer z.B. ein Gewerbe angemeldet hat, sieht über seinem Yahoo!Mail Fenster plötzlich einen Werbebanner nur für Selbständige und fragt sich, warum gerade jetzt.

Daten werden abgegriffen und gespeichert. Wir hinterlassen mehr Spuren als wir denken, egal ob im Internet oder auf der lokalen Festplatte. Wir sollten uns am Ende nicht so sehr darüber wundern.

Viele lesen die Beiträge

Da sind – neben Facebook selbst – zunächst unsere sog. „Freunde“, die unsere Facebook Beiträge lesen. Allerdings haben die meisten Nutzer im realen Leben nicht wirklich über 100 Freunde, unter denen der eine wie der andere gleiche Informationsrechte über ihr Privatleben genießt. Und wer regelmäßig Beiträge postet sollte wissen, dass diese auch von den Freunden derjenigen Freunde gelesen werden können, die den Beitrag kommentiert haben. Ist das jedem bewusst? Viele teilen mit anderen Meinungen und Links und wissen dabei gar nicht, dass sie beobachtet werden wie Fische im Aquarium. So mancher Christ hat sich so sein Ansehen in der Gemeinde sicher schon ruiniert, ohne es zu wissen.

Zum anderen sind im Internet Surfer unterwegs, die weniger freundliche Absichten haben. Versicherungen suchen nach potentiellen Kunden. Headhunter suchen Humankapital, das mit dem bisherigen Arbeitgeber unzufrieden ist. Hacker suchen nach Informationen, mit denen sie Zugänge knacken können. Zukünftige Arbeitgeber durchsuchen das Internet nach Ihrem Namen, um sich ein inoffizielles Bild zu machen. Arbeitskollegen missbrauchen Facebook zum Mobbing. Jugendliche diffamieren mit anzüglichen Fotos ihre weiblichen Bekanntschaften und Gruppen organisieren sich, um z.B. gegen Christen oder Juden zu hetzen – egal ob die Betreffenden bei Facebook sind oder nicht.

Die einzige Möglichkeit, sich irgendwie zu schützen, ist ein anständiges Leben und die besonnene Offenlegung von persönlichen Daten. Aber das gilt nicht nur für Facebook.

Der soziale Risikofaktor

Facebook ist eine Massenbewegung und es gibt viele Beiträge, die das kritisieren. Wer bei Facebook über 100 Freunde hat und dort in ständigem Kontakt mit ihnen steht, sitzt am Ende wahrscheinlich einsam vor seinem Rechner und bewundert die Nachbarn, die sich ohne ihn draußen zum Grillen treffen. Facebook suggeriert Dabeisein und kann zu einem Gruppenzwang werden, der gesunde soziale Kontakte eher verhindert als fördert. Echte Kommunikation auf wahrer Freundschaft basierend geht der Gesellschaft zunehmend verloren.

Andere Beiträge kritisieren, dass bei Facebook Internetfreundschaften allzu leicht geschlossen werden. Wer sich dort kennenlernt und dann den Entschluss fasst, sich auch in der realen Welt persönlich zu treffen, sollte mit dem Schlimmsten rechnen und vorsichtig sein. Dasselbe gilt für alle Chatrooms oder auch Singlebörsen. Seien Sie vorsichtig und passen Sie auf Ihre Kinder auf, mit wem sie tatsächlich kommunizieren! Es könnte ein Wolf im Schafspelz sein…

Wozu also Facebook?

Im Rahmen von Social Media sehen wir Facebook also als Ergänzung zu Google & Co. Wer dort registriert ist und einen Internetdienst mag, kann ihn häufig auf einer Facebook-Seite mit einem einfachen Klick unterstützen. Wer nicht bei Facebook ist und das auch nicht will, der braucht ja auch nicht. Und wer nach diesem Artikel seinen Facebook Account überprüfen oder gar löschen will, dem geben wir mit den Beiträgen unten – neben anderen sinnvollen Links – die nötigen Schritte zur Hand.

Der Artikel wurde – so ähnlich – 2010 geschrieben, als Zeltmacher eine Seite bei Facebook eingerichtet hatte. Drei Jahre – und 650 Fans – später wurde die Seite wieder gelöscht. Nicht so sehr aus „Angst vor Facebook“, vielmehr aus Zeitgründen.

Kritische Links zum Thema: