Friedensgebet in Assisi am 27. Oktober 2011

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Papst Benedikt XVI. lädt die Religionen zum Friedensgebet nach Assisi ein

Zur allgemeinen Überraschung hatte Papst Benedikt zu einem neuen Friedensgebet der Religionen in Assisi eingeladen. Damit greift er eine Initiative seines Vorgängers Johannes Paul auf, als deren Kritiker der heutige Papst eigentlich immer gegolten hatte. Die großen Religionen könnten „ein wichtiger Faktor der Einheit und der Friedens für die Menschheitsfamilie“ sein, meinte Benedikt XVI. bei seinem Angelusgebet zur Begründung von Assisi II. Im folgenden die Bilder, ein Kommentar und ein Bibelvers zum Vorfall.

Die Bezeichnung für das vierte Treffen lautete: „Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.“ Im Vorfeld des Treffens begründete Papst Benedikt seine Einladung damit, durch seine Anwesenheit und Mitgestaltung eine „synkretistische oder relativistische Auslegung des Vorgangs unmöglich“ machen zu wollen und durch diese Geste die Inhalte des Schreibens „Dominus Iesus“ nach außen zu vertreten. Beim vierten Treffen gab es kein gemeinsames Gebet der christlichen Kirchen und der anderen monotheistischen Religionen. Erstmals nahmen auch Nichtglaubende teil. Das Treffen endete mit einer gemeinsamen Verpflichtung für den Frieden.

– Quelle: CTV youtube, Wikipedia // Bild: ©Wikipedia/Stephan Kölliker (CC BY-SA 3.0)

Kommentar zum vorherigen Friedensgebet am 29. Oktober 1986

Dort haben auf Einladung von Papst Johannes Paul II. in einer gemeinsamen Veranstaltung Juden und Christen zu Gott gebetet, und Moslems, Hindus, Buddhisten, Vertreter von Natur- und anderen Religionen haben ihre Götzen, Dämonen und Ahnengeister angerufen.

So bat etwa ein 90jähriger Zauberer vom Togosee als Vertreter der afrikanischen Stammesreligionen den „krachenden Donner“ und die „guten Geister der Vorfahren“ um „Weltfrieden“ und um „Frieden . . . im Vatikan“. Die nordamerikanischen Indianer rauchten die Friedenspfeife „zu Ehren des Großen Geistes, der Mutter Erde und der vier Winde“ und baten diese Mächte um den Segen für den „Heiligen Vater“. Und die Buddhisten, die überhaupt keine ansprechbare jenseitige Macht kennen, murmelten eine Meditation.

In Assisi und den seither immer wieder durchgeführten interreligiösen „Friedensgebeten“ kam es zur Übertretung des ersten Gebots, das lautet: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2.Mo 20,2 f). „Aus Ägyptenland“ – das heißt auch: aus den heidnischen Religionen Ägyptens heraus hat Gott sein Volk geführt (vgl. 5. Mo 6,4 ff; 2. Kö 17,35 f; Jes 44; Jer 10 u. a.)!

Veranstaltungen wie der Friedensgebetstag in Assisi und – soweit sie Synkretismus praktizieren – auch die Versammlungen des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung führen das Volk Gottes jedoch wieder in finsterstes Heidentum hinein!

Daran können einzelne Wahrheitselemente nichts ändern, die durch Gottes Güte auch in nichtchristlichen Religionen erhalten geblieben sind (vgl. Apg 14,17; 17,23.28; Röm 1,19 f; 2,14-16). Denn zu groß ist die Verfinsterung, die durch die Macht der unvergebenen Sünde, des Götzendienstes und der Dämonie über dem Heidentum schwebt (vgl. Apg 14,15; 17,23.30; Röm 1,21 ff).

Der Dialog – und erst recht das gemeinsam veranstaltete „Gebet“ – mit Heiden beinhaltet immer die Gefahr, selbst dieser Dämonie zu verfallen (1. Kor 10,14-22).

– Dr. Lothar Gassmann

 

Wer am Friedenstreffens in Assisi 2011 teilnimmt

Zum Weltfriedenstreffen in Assisi werden am 27. Oktober insgesamt rund 300 Vertreter von 12 Religionen aus mehr als 50 Ländern erwartet. 176 von ihnen gehören nichtchristlichen Religionen an. 31 Delegationen entsenden nichtkatholische christliche Kirchen. Die katholische Kirche ist unter anderen durch 13 Vorsitzende regionaler Bischofskonferenzen sowie Patriarchen und Großerzbischöfe mit Rom verbundener Kirche repräsentiert.

Von den nichtkatholischen christlichen Kirchen entfallen 12 Delegationen auf protestantische Kirchen und Organisationen sowie 17 auf die Kirchen des Orients. Ranghöchster Gast der Orthodoxie ist der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel. Die Anglikaner sind durch ihren Primas, Erzbischof Rowan Williams, vertreten.

Die größte Gruppe der nichtchristlichen Religionen bilden die Vertreter des Buddhismus mit 67 Personen. Aus dem Islam kommen 50 Repräsentanten. Als Vertreter des Judentums haben unter anderen Delegationen des israelischen Großrabbinats und des «International Committee on Interreligious Consultation» sowie der römische Oberrabbiner Riccardo Di Segni ihre Teilnahme zugesagt.

Ferner reisen aus Asien 17 Shintoisten, fünf Hindus, fünf Sikhs, drei Taoisten, drei Jainisten, drei Konfuzianer sowie je ein Anhänger des Zoroastrismus und der Religion der Bahai an. Die traditionellen Religionen Afrikas, Amerikas und Indiens sind mit vier Delegierten vertreten, die so genannten Neue Religionen Japans mit insgesamt 13.

Erstmals nehmen auch vier Nichtglaubende an dem Weltfriedenstreffen teil: Der frühere Vorsitzende der Kommunistischen Partei Österreichs, Walter Baier, die aus Bulgarien stammende Linguistin Julia Kristeva sowie die Philosophen Remo Bodei (Italien) und Guillermo Hurtado (Mexiko).

– Quelle: kath.net

 

Baptistischer Weltbund und interreligiöses Friedensgebet

Führende Vertreter des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance – BWA) nahmen am interreligiösen Gebetstreffen für Frieden und Gerechtigkeit am 27. Oktober 2011 in Assisi teil. Papst Johannes Paul II. hatte dieses Treffen vor 25 Jahren ins Leben gerufen. Katholiken, die Maria anbeten, Hindus, Buddhisten und eine Reihe anderer Religionen waren ebenso vertreten wie die Baptisten Neville Callum, Generalsekretär des BWA, und John Upton. Upton lobte die Initiative von Papst Benedikt und sagte: „Es war gut für die Baptisten, hier gewesen zu sein“ (Associated Baptist Press, Nov. 4, 2011). Callum sagte: „Es ist angemessen, dass sich religiöse Leiter des ganzen Globus auf den Frieden konzentrieren… da der Friede eines der dringlichsten Ziele unserer Zeit ist.“

– Friday Church News Notes, Baptist World Alliance Leaders Join Interfaith Summit, 12.11.2011

 

 

“Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;

niemand kommt zum Vater als nur durch mich!”

– Die Bibel, Johannes 14:6