Geächtet im Namen Gottes – William Tyndale

Dieser beeindruckende Spielfilm führt uns nach England ins 16. Jahrhundert. Es ist eine Zeit, in der nur wenige wussten, was in der Bibel steht, weil man entweder keine besaß, nicht lesen konnte oder einfach nicht der damals vorhandenen Sprachen, in denen die Bibel vorlag, mächtig war (Latein, Griechisch, Syrisch usw.).

Ähnlich wie Martin Luther in Deutschland war es William Tyndale in England ein Anliegen, die Bibel in der Sprache seines Volkes zu übersetzen. Etwa 150 Jahre vor ihm hatte bereits John Wyclif eine Übersetzung aus der lateinischen Vulgata ins Englische vorgelegt. Diese vom Klerus abgelehnte ketzerische Schrift, war bis dahin die wichtigste englische Übersetzung. Man kann aber wohl sagen, dass Tyndale in gewisser Weise die Grundlage für die berühmte King James-Bibel (1611), vergleichbar mit der Luther-Bibel in Deutschland, legte.

Die Übersetzung und der Druck der Bibel, die aber unvollständig blieb, geschahen natürlich im Verborgenen, da Tyndale reformatorisches Gedankengut vertrat. So war er oft auf der Flucht. 1523 verließ er London und ging zum Übersetzen nach Wittenberg in Deutschland. Gedruckt wurde in Köln und Worms. Durch das Bibellesen kamen viele Menschen zum Glauben. Aber es gab auch Gegner und so wurde Tyndale verraten und im Jahre 1536 schließlich als Ketzer zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Der geistlichen Segen und die Frucht, die aber durch seine Arbeit gelegt wurde, konnte durch sein Martyrium nicht aufgehalten werden.

Die DVD zeigt Tyndale als einen mutigen Kämpfer und als vorbildlicher Glaubenszeuge, der für das Evangelium sein Leben ließ.

Sebastian Gruner (Erlbach-Kirchberg)