Was ist Glaube nach der Schrift?

Fallschirm„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebr. 11,1)

„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.“ (Matth.7.12+13)

Glauben: Was heisst denn glauben in Wirklichkeit? Viele Menschen verstehen unter dem Wort „glauben“ „etwas für wahr halten, man nimmt an, dass es so ist“. Diese Haltung lässt aber die Möglichkeit offen, dass es vielleicht auch nicht so ist, wie man glaubt.

Paulus beschreibt den Glauben so: „Es ist der Glaube eine feste Zuversicht auf etwas, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Mit anderen Worten: Glaube ist eine Überzeugung. Es ist ein Glaube, auf den man sich verlassen kann, an dem man seine Existenz bindet und dem man auch treu ist. Der Glaube nach der Schrift ist eine, auf der Heiligen Schrift gegründete und nachgeprüfte, unerschütterliche Meinung über den Sachverhalt von Jesus Christus. Paulus hat diesen Sachverhalt anhand der „Schriften geprüft“. Als Pharisäer und Schriftgelehrter kannte er die Heiligen Schriften sehr gut. Deshalb konnte er auf dem Grund der Schriften auch einen felsenfesten Glauben haben. Auch wir von heute haben die Möglichkeit, anhand der Bibel zu prüfen, ob das Evangelium wahr ist oder nicht. Zu diesem Prüfen werden wir in der Schrift auch aufgefordert. So heisst es in 1. Thess. 5.21: „Prüft aber alles und das Gute behaltet.“ Und in 1. Joh. 4,1 steht: „Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind.“ Auch in Maleachi 3,10 fordert Gott die Israeliten auf, zu prüfen. Da heisst es: „Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“

Ein Glaube, der auch eine Überzeugung ist, wird sich auf das tägliche Leben auswirken und dementsprechend seine Früchte bringen, indem er handelt nach dem, was das Wort Gottes sagt und nicht nach dem, was für den Moment gerade für gut erscheint oder die Masse für gut erachtet. Der Glaube ist vergleichbar mit einem Fallschirm. Man kann mit dem Glauben auf dem Rücken durch das Leben gehen, ohne ihn je zu gebrauchen. Wenn es gut geht, springen manche mit ihrem Glaubensfallschirm von einem 5- oder 10-Meter-Übungsturm, indem sie selbst kleine, auf die Schrift gegründete Glaubensschritte wagen oder weil Gott die Umstände so geleitet hat, dass sie einfach mal vom Turm springen mussten damit sie lehren zu glauben. Damit man aber die Tragkraft eines Fallschirms spüren und allenfalls auch geniessen kann, muss man mit einem Flugzeug weit hinauf steigen und dann in das Leere hinaus springen. Dazu braucht es Mut. Doch wenn der Fallschirm sich geöffnet hat, so hält der Fallschirm den Menschen und bringt ihn wieder sicher auf den Boden. Mit einem Hängegleiter ist es sogar möglich, den Aufwind zu suchen und so über längere Zeit in der Luft zu schweben und zu gleiten und die Höhe zu geniessen, ohne dass man den Boden unter den Füssen hat.

So ist es mit dem Glauben nach der Schrift. Es braucht Mut, um zu handeln, allein auf Grund dessen, was in der Bibel steht. Doch wenn wir dies gelernt haben, können wir über die äusserlichen Umstände hinwegschweben und gleiten, obwohl wir menschlich gesehen allen Grund hätten, beunruhigt zu sein. Leider haben wir Christen in Europa diesen Glauben verlernt und müssen es nun von neuem zu lernen beginnen. Nicht dass wir meinen, der Glaube sei dazu da, um alle unsere persönlichen Wünsche zu erfüllen. Der Glaube nach der Schrift ist ausgerichtet auf den Willen Gottes und somit auch auf die Ewigkeit. Wenn wir unseren Willen nach Gottes Willen ausrichten, dann werden unsere Bitten auch Gott wohlgefällig sein und es wird in Erfüllung gehen, was in Matth. 21.22 steht: „Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.“

Ist unsere Lebenshaltung auf dem Glauben nach der Schrift gegründet, dann wird der Herr bei uns, wenn er wiederkommt, auch Früchte finden und nicht nur Feigenblätter, mit welchen wir versuchen, unsere Blösse zu verdecken, so wie es Adam und Eva auch versuchten. 1. Mose 3,7: „Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.“

Jesus Christus suchte, wie in Matth. 21.19 beschrieben, beim Feigenbaum auch Früchte, fand aber nur Blätter. Weil er an diesem Baum keine Früchte finden konnte, verfluchte er ihn und er verdorrte sofort. Der Feigenbaum ist ja ein Bild auf Israel. Zur Zeit Jesu versuchten die Juden, durch einen äusserlichen Gottesdienst und durch das Halten von unzähligen Gesetzen, Gott zu gefallen. Doch ihr Gottesdienst und ihre Gesetze waren alles nur Äusserlichkeiten und schlussendlich nicht mehr als Feigenblätter, mit denen sie ihre bösen Werke verdeckten. Diese Feigenblätterschurze können vor Gott nicht genügen. Wie bei Adam und Eva ein Tier sein Leben lassen und Blut fliessen musste, um ihre Blösse zu decken, (1. Mose 37,21) so musste auch für die Juden wie auch für uns selbst jemand Unbefleckter sein Leben lassen und sein Blut vergiessen, damit unsere eigene Blösse vor Gott gedeckt und unsere Schuld bezahlt werden kann. Christi Blut und Gerechtigkeit ist unser Schmuck und Ehrenkleid, womit wir vor Gott bestehen können und wodurch wir unsere Bitten vor Gott bringen können. Gestützt auf diesen Glauben, können wir dann die Werke Gottes wirken und Frucht bringen, so dass wir, wenn der Herr kommt, nicht mit leeren Händen dastehen müssen.

Es geht aus der Bibel klar hervor, dass Gott nicht will, dass der Mensch verloren gehe, sondern dass er Busse tue und durch Jesus Christus das ewige Leben habe. Damit das aber geschehen kann, muss das Wort Gottes, das Evangelium von Jesus Christus gelehrt und gepredigt werden. „Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden?“ (Röm. 10,14+15)

Es ist die Aufgabe aller Christen, dass das Wort Gottes gelehrt und gepredigt wird, sei es in Afrika, Süd-Amerika oder Asien wie auch in Europa. Gerade Europa und speziell die Schweiz hat es bitter nötig, dass das Evangelium vor allem den Kindern gelehrt wird. Wer soll denn in Zukunft noch predigen und wer glauben, wenn wir im Christentum nicht für den Nachwuchs sorgen? Es ist unbestreitbar Gottes Wille, dass wir unsere Kinder und Jugend christlich erziehen und lehren, auch wenn wir es in Schwachheit tun. Wir können niemanden zwingen, an das Wort Gottes zu glauben, aber wir können und müssen das Wort Gottes lehren und predigen. Bei dieser Aufgabe können wir ganz gut lernen, in die Leere zu springen, allein im Vertrauen auf das Wort Gottes, das sagt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Math. 6.33)

Wollen wir den Schritt wagen und uns im Reich Gottes aktiv engagieren mit den Möglichkeiten, die Gott uns zur Verfügung gestellt hat, oder wollen wir es lieber miteinander einfach nur schön haben und machen, zu was wir gerade so Lust haben? Werden unsere Werke am Tag des Herrn, wie er in 1. Kor. 3.12-15 beschrieben ist, bestehen? Dort heisst es: „Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“

Also wie wird es sein, wenn der Herr wiederkommt? Werden unsere Werke am Tag des Herrn in Seinem Feuer bestehen oder sind wir gerettet, gerade so wie durchs Feuer hindurch?

– Arthur Bosshart // Bild: SXC/diogopf