Verfolgung in Mali – Gott hat mich gerettet

fluechtlinge_mali„Ich habe mein Leben vor zwei Jahren als einziger meiner Familie Christus anvertraut“, erzählt Mohamed Habi, einer der Flüchtlinge in Bamako, der Hauptstadt von Mali. „Als die Islamisten Timbuktu nach Christen durchsuchten, um sie zu töten, bin ich nach Mauretanien geflohen und von dort nach Bamako.“

Viele Flüchtlinge haben keine Nachricht von ihren Familienangehörigen. Leben sie noch? Wo sind sie jetzt? Ibrahim Saydou Touré, Christ und Vater von sieben Kindern, hat sein Haus gegen die Rebellen verteidigt und dafür fast mit seinem Leben bezahlt. 22 Landsleute starben neben ihm bei diesem Angriff, er erlitt eine Schussverletzung im Gesicht. „Gott hat mich gerettet“, sagt er glaubensvoll.

Aus dem Norden vertrieben

Mali war bis vor wenigen Monaten ein typischer westafrikanischer Staat mit säkularer Verfassung. Die mehrheitlich muslimische Bevölkerung folgte einem gemäßigten Islam und lebte friedlich mit den religiösen Minderheiten zusammen. Das Land galt in der Region deshalb bis vor kurzem als Musterbeispiel des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen. Im April 2012 jedoch nahmen Tuareg-Rebellen und islamistische Kämpfer den nördlichen Teil des Landes ein, um dort einen Scharia-Staat zu errichten. In Timbuktu, Gao und anderen Orten zerstörten sie Kirchen sowie andere Gebäude der Christen, um alle Spuren des Christentums auszulöschen. Viele Christen flohen nur mit dem, was sie auf dem Leib trugen.

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Auch gegen traditionelle Muslime gingen die Rebellen mit aller Härte vor. UN-Berichten zufolge sind hunderttausende Malier in die Hauptstadt Bamako im Süden oder in Nachbarländer geflohen. Mit diesen Flüchtlingen haben fast alle Christen, darunter 330 Familien, den Norden von Mali verlassen und zunächst Zuflucht in Bamako gefunden. Der überfallartige Einmarsch der Islamisten im Norden und die harten Übergriffe gegen die Christen brachten das Land erstmals auf den Weltverfolgungsindex von Open Doors, der Liste von 50 Ländern, wo Christen am härtesten verfolgt werden. Dort rangiert Mali auf Platz 7.

– Bild oben: Open Doors, Ermutigung für Flüchtlinge aus Mali