Humoristische Beiträge

Humor-1

Ein sehr frommes, uraltes Ehepaar, das sehr gesund gelebt hatte, kommt durch einen Unfall ums Leben und landet sogleich im Himmel. Sie sehen sich all die Herrlichkeiten an, und die Frau wird immer fröhlicher. Schließlich merkt sie, dass ihr Mann immer muffliger wird. „Was hast du denn, freust du dich denn gar nicht?“, fragt sie. Darauf er: „Wenn du nicht immer mit deinen dummen Knoblauchpillen gekommen wärst, hätten wir das schon seit zwanzig Jahren haben können.“


Ein geiziger Millionär liegt ihm Sterben. Dem eilends herbeigerufenen Pfarrer klagt er: „Wenn ich doch nur etwas von meinen Reichtümern mit hinübernehmen könnte!“ „Das wäre völlig sinnlos“, erwidert der Geistliche, „es würde ja alles gleich verbrennen.“


Im Himmel angekommen, finden die verstorbenen Ehemänner am Eingang zwei Türen vor. Auf einem Schild an der linken Tür heißt es: „Für Pantoffelhelden“ und rechts: „Für richtige Männer“. Die rechte Tür ist schon ganz rostig, weil sie schon lange nicht mehr benutzt worden ist. Aber als Petrus eines Morgens aus dem Fenster schaut, sieht er doch tatsächlich einen Mann vor der verlassenen Tür stehen. „Hör mal“, ruft Petrus ihm zu, „du willst mir doch nicht weismachen, dass du der einzige Mann bist, der nicht gemacht hat, was seine Frau sagt. Bist du sicher, dass du hier richtig stehst?“ Antwort: „Ja, ich wollte zuerst auch auf die andere Seite, aber meine Frau hat gesagt: ,Du stellst dich hier an!“


Ein Millionär liegt im Sterben und ruft den Pfarrer. „Herr Pfarrer, wenn ich mein Vermögen der Kirche vermache, kann ich dann sicher sein, in den Himmel zu kommen?“ „Versprechen kann ich nichts“, meint der Pfarrer, „aber versuchen sollten Sie es auf alle Fälle.“


Der große deutsche Dichter Friedrich Schiller (1759 bis 1805) spielte als junger Mann Harfe. Seinem Zimmernachbarn gefiel diese Musik gar nicht. So bemerkte dieser ihm gegenüber: „Herr Schiller, Sie spielen wie David – nur nicht so gut.“ Schiller lächelte ihn an: „Sie sprechen wie Salomo – nur nicht so weise.“


Der Erweckungsprediger John Wesley (1703-1791) musste viel Hohn und Spott von seinen Zeitgenossen einstecken. Sein Streben nach Heiligung galt vielen als ein Angriff auf ihr reiches Leben. Eines Tages wanderte Wesley auf einem schmalen Pfad. In Gedanken versunken merkte er nicht, dass ihm ein Lord entgegenkam, dem Wesleys Ansichten ein Dorn im Auge waren. Der Lord ließ es darauf ankommen, und Wesley stieß fast mit dem Lord zusammen. Dieser schrie daraufhin: „Einem Esel werde ich keinen Platz machen!“ Wesley trat zur Seite und antwortete höflich: „Aber ich bin dazu gern bereit.“


Lawrence Sterne, der Autor des „Tristram Shandy“ (1713-1768), war ein humorvoller und lebenslustiger Prediger. Einen Tag nach seiner Hochzeit war die Gemeinde deshalb besonders aufmerksam, ob er eine seiner versteckten Anspielungen zum Besten gab. Er wählte als Predigttext das Wort von Petrus, dem Fischer, aus dem Lukasevangelium, Kapitel fünf, Vers fünf: „Herr, siehe, wir arbeiteten die ganze Nacht und fingen doch nichts.“


Der schwedische König Gustav II. Adolf (1594-1632) fand in einer Kirche die silbernen Statuetten der zwölf Apostel vor. „Ihr Herren“, sprach er, „seid ihr etwa dazu bestimmt, euch ruhig zu verhalten? Ihr sollt doch durch die Welt ziehen, und dass ihr diese Sendung erfüllt, dafür verbürge ich mich.“ Er ließ die kostbaren Statuen einschmelzen und Silbermünzen davon prägen. Die Aufschrift lautete: „Zur Ehre Christi“.


Martin Luther (1483-1546) begutachtete die Predigt eines jungen Vikars. Dieser war so aufgeregt, dass er gleich am Anfang seine Blätter durcheinander brachte und nur noch die Worte des Predigttextes stammelte: „Ich bin der gute Hirt. Ich bin der gute Hirt.” Luther bedeutete ihm schließlich, von der Kanzel zu steigen, und predigte selbst. Nach dem Gottesdienst sprach er zu dem Vikar: „Ein gutes Schaf mögt Ihr sein, aber kein guter Hirt.“


Luthers Wirken brachte ganze Scharen von Gelehrten dazu, sich in der neuen Kunst der Bibelauslegung zu üben. Als man Luther fragte, ob er mit deren Wirken zufrieden sei, antwortete er: „Mir geht es wie dem König Salomo, der auf etwas Köstliches aus Indien hoffte und dafür Affen und Pfauen erhielt.“


Der italienische Theologe, Philosoph und Kirchenvater Thomas von Aquin (1225/1226-1274) trat einmal in die Gemächer des Papstes und sah dort eine größere Menge Goldstücke auf dem Tisch liegen. „Du siehst“, sagte der Papst, „dass die Kirche nicht mehr in dem Zeitalter lebt, wo sie sagte: ,,Ich habe weder Gold noch Silber.“ „Das ist wohl wahr, Eure Heiligkeit“, entgegnete da Thomas, „aber ebenso wenig kann sie mehr zu dem Lahmen sagen: ,Steh auf und geh umher!'“


Der hl. Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153) wurde einmal auf einer seiner vielen Reisen von einem Kaufmann gebeten, ihn ein Stück des Weges begleiten zu dürfen. Sie kamen ins Gespräch, und dabei wollte der Kaufmann von dem Ordensmann wissen, was man beim Beten beachten müsse. Da erklärte der hl. Bernhard unter anderem, wie man sich den Zerstreuungen gegenüber verhalten solle: „Auch ich muss mich mühen, zur Sammlung zu finden. So viele Dinge beschäftigen mich, dass ich selbst beim Beten nicht davon loskomme. Aber wenn ich merke, dass meine Gedanken abschweifen, ärgere ich mich nicht, sondern beziehe sie in mein Gebet ein.“

Der Kaufmann verwunderte sich, dass sogar ein solcher Beter wie der hl. Bernhard nicht vor Zerstreuungen bewahrt sei, und meinte: „Wenn ich bete, bin ich immer ganz bei der Sache.“ „Nun“, versetzte der Mönch, „das können wir ja überprüfen. Sieh dieses Pferd, das ich jetzt reite. Es gehört dir, wenn es dir gelingt, ein Vaterunser ohne jeden störenden Gedanken zu beten.“ Das erschien dem Kaufmann eine leichte Aufgabe (und ein sicheres Geschäft) zu sein. Er begann sofort: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name …“, unterbrach sich plötzlich und fragte: „Gehört der Sattel auch dazu?“


Im Kloster wird gebaut. In der Küche bleibt jede Menge Suppe übrig. Die Oberin schickt die Küchenschwester mit der Suppe zur Baustelle, um sie an die Arbeiter zu verteilen. Die Schwester überlegt sich: „Bevor ich den Arbeitern die Suppe gebe, möchte ich doch wissen, wie es um ihren Glauben steht.“

Als Ersten trifft sie den Polier. Sie fragt ihn: „Kennen Sie Pontius Pilatus?“ Der Polier schreit nach oben: „Kennt einer den Pontius Pilatus?“ „Warum?“, tönt es zurück. „Seine Alte ist da und bringt ihm das Essen!“


Zwei Mönche waren von ihrem Kloster zu einem anderen unterwegs. Als sie an einen reißenden Bach kamen, bemerkten sie eine junge Frau, die große Angst hatte, das Wasser zu überqueren. Beherzt nahm sie der Ältere auf seine starken Arme und trug sie durch den Bach. Der Jüngere sagte kein Wort.

Erst als sie im Kloster angekommen waren, meinte er: „Bruder, unsere heilige Regel verbietet uns, Frauen auch nur anzuschauen. Du aber hast diese schöne, junge Frau auf deinen Armen durch das Wasser getragen.“ Der ältere Mönch sah seinen Mitbruder lange und ernst an, bevor er sagte: „Ich habe die Frau am Ufer längst abgesetzt. Doch du trägst sie noch immer in deinem Herzen.“


Bei einem seiner ersten Kanzelauftritte kam der Theologe und Aufklärer Karl Friedrich Bahrdt (1740-1792) in Verlegenheit, weil ihm die Predigt nicht mehr einfallen wollte. So sagte er zuerst: „Der Herr sei mit euch! Jesus Christus lässt euch grüßen!“, und hoffte, dass ihm die Worte wieder einfallen würden. Aber es geschah nicht. So sagte er noch einmal: „Jesus Christus lässt euch grüßen!“, diesmal etwas leiser.

Er blickte voller Angst auf die Gemeinde hernieder, um noch eine Eingebung zu empfangen, aber vergeblich. So sagte er, weil ihm nichts Besseres einfiel, noch einmal mit dumpfer Stimme: „Jesus Christus lässt euch grüßen!“ Da stand der Kirchenvorsteher auf und sagte mit frommer Inbrunst: „Herr Pfarrer, die Gemeinde dankt. Grüßen Sie zurück!“