Humoristische Beiträge

Humor-4

Die Pfarrwahlkommission konnte und konnte sich nicht zu einem Vorschlag zur Wahl eines Pfarrers durchringen, weil kein Bewerber das Idealbild verkörperte, das den guten Leuten unverrückbar vor Augen stand.

Schließlich sagte der Vorsitzende seufzend: „Tja, nun habe ich hier noch eine Bewerbung. Aber sie klingt nicht sehr Vertrauen erweckend. Der Mann schreibt von sich selber, er sei nicht ganz gesund, ihm habe seine Krankheit in der Gemeindearbeit schon ernstlich zu schaffen gemacht. Zwar verfüge er über weitreichende Erfahrungen, halte es aber nie lange in einer Gemeinde aus. Nur in einer sei er immerhin drei Jahre geblieben. Öfters habe er Streit mit Amtsbrüdern oder bestimmten Gruppen in der Gemeinde. Organisation sei nicht seine starke Seite. Man sage ihm nach, dass er gelegentlich sogar vergesse, wen er getauft habe. Andererseits dürfe er wohl annehmen, dass er ein recht guter Theologe und Prediger sei. Auch meine er, den Heiligen Geist zu haben. Wenn die Gemeinde es mit ihm versuchen wolle, werde er ihr dienen, so gut er könne.“

Allgemeine Entrüstung. Was? Ein kränklicher, streitsüchtiger und gedächtnisschwacher Mann wagte es, sich zu bewerben? Man stimmte ab: Nein, den Mann lud man gar nicht erst zur Probepredigt ein. Der Vorsitzende schloss seufzend die Akten. „Das habe ich mir schon gedacht. Aber Sie sollten doch wenigstens den Namen dieses bedauernswerten Mannes erfahren. Es ist der Apostel Paulus.“


Wenn der Pfarrer die Kirchenbesucher nach dem Gottesdienst einzeln verabschiedet, fühlt sich jeder verpflichtet, ihm etwas Nettes zu sagen. Die folgende kleine Blütenlese aus den Aufzeichnungen eines Pastors zeigt, was manchmal dabei herauskommt:

„Sie verstehen es wirklich großartig, die Zeit auszufüllen.“

„Ich weiß nicht, was die Leute haben. Mir gefallen Ihre Predigten.“

„Wenn ich gewusst hätte, dass Sie heute so gut sind, hätte ich unseren Nachbarn mitgebracht.“

„Wissen Sie eigentlich, dass die Kirchenfenster aus 243 Scheiben zusammengesetzt sind?“

„Sie sollten nicht so oft predigen müssen.“


Als die Familie die Kirche verlässt, beginnt der Vater gleich über die Predigt und den Kirchenchor zu schimpfen, aber Gisela weiß den Vater vortrefflich zu besänftigen: „Was willst du denn, Vater? Für die zwanzig Cent, die du für unsere ganze Familie in das Opferkörbchen gegeben hast, war das Programm doch wirklich ganz gut.“


Aus den Vermeldungen: „Nächsten Sonntag halten die Elisabethfrauen ihren großen Verkauf zugunsten des neuen Altersheims. Eine gute Gelegenheit, loszuwerden, was des Aufhebens nicht lohnt, aber doch zu gut ist, weggeworfen zu werden. Bringt eure Ehemänner mit!“


Bei den Vermeldungen verkündete der Pfarrer: „In unsere Kirche wird eine neue Lautsprecheranlage eingebaut. Ein Gemeindemitglied hat sie im Andenken an seine verstorbene Frau gestiftet.“


Der Pfarrer des italienischen Ortes Nereto verteilte Äpfel an die Mädchen, die in Miniröcken oder schulterfreien Blusen zum Gottesdienst erschienen. Mit einem Apfel wird an die Erbsünde von Adam und Eva erinnert, die sich nach dem Essen des Apfels plötzlich ihrer Nacktheit bewusst wurden und sich aus Scham vor Gott versteckten. Und so funktioniert die „Strafaktion“ für Leichtbekleidete: Der Pfarrer zeigt dem Ministranten die „Sünderinnen“, und dieser übergibt dann während der Messe den Apfel. Aber auch Männer in Shorts sind vor dieser Geste nicht gefeit.


Am schwarzen Brett einer Kirchgemeinde stand aus gegebenem Anlass folgender Hinweis: „Bitte achten Sie auf Ihre Handtaschen – nicht alle Besucher des Gottesdienstes sind bereits bekehrt!“


Der Pfarrer beginnt seine Predigt mit den Worten: „Meine liebe Gemeinde, in Vorbereitung auf die heutige Predigt zum Thema ‚Lüge‘ habe ich euch gebeten, zu Hause das 17. Kapitel des Markusevangeliums zu lesen. Wer hat denn diese kleine ‚Hausaufgabe‘ erfüllt?“ Alle Hände gehen nach oben. „Nun“, fährt der Pfarrer fort, „da seht ihr, wie nötig die heutige Predigt ist. Das Markusevangelium hat nämlich nur 16 Kapitel!“


Ein von Sorgen und Krankheit geplagtes Weiblein klagt dem Pfarrer ihre Not. Der sitzt bequem hinter seinem Schreibtisch und versucht, der Frau gut zuzusprechen. „Trösten Sie sich, liebe Frau“, sagt er, „denn es steht geschrieben: Wen Gott lieb hat, den züchtigt er.“

„Das wird schon so sein“, sagt die Frau traurig und betrachtet nachdenklich das runde, zufriedene Gesicht des Pfarrers. Dabei scheint ihr plötzlich ein Hoffnungsschimmer zu kommen.

„Ach, Hochwürden“, sagt sie zutraulich, „ich seh’s Ihnen an, dass Sie mir am besten raten können, wie man es anfängt, dass einen der Herrgott nicht mehr gar so schrecklich gern hat.“


Ein Pfarrer hat in seiner Gemeinde schon viele Jahre gedient und meint, es sei nun vielleicht doch an der Zeit, einem Jüngeren mit frischer Kraft und neuen Ideen Platz zu machen. Aber bevor er etwas unternimmt, spricht er mit einem alten Bergbauern über seine Absicht, sich zur Ruhe zu setzen: „Weißt Franzl“, meinte er schließlich, „man sagt ja, neue Besen kehren gut.“ Der alte Mann denkt eine Weile. „Stimmt schon, Herr Pfarrer“, sagte er dann, „neue Besen kehren gut. Aber der alte Besen weiß, wo der Dreck sitzt.“


Der neue Pfarrer in Schottland lässt einen Korb für die Kollekte herumgehen. Als der Korb wieder beim Pfarrer ankommt, ist er immer noch leer. Da wendet sich der Pfarrer zum Altar und kniet nieder. „Lieber Gott, ich danke dir, dass wenigstens der Korb noch zurückgekommen ist.“


Der sehr abergläubige Pischel hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Morgen die Bibel aufzuschlagen und das Schriftwort, auf das sein erster Blick fiel, als Devise für den kommenden Tag zu nehmen. Am Freitag, dem 13., stieß er auf Matthäus 27:5: „Und Judas ging hin und erhängte sich.“

Verwirrt schlug Pischel die Bibel an einer anderen Stelle auf. Sein Gesicht wurde ganz blass, als er bei Lukas 10:37 las: „Dann geh und handle genauso.“ Zitternd versuchte Pischel es ein drittes Mal. Vor seinen Augen verschwimmt die Schrift, als er Johannes 13:27 aufschlägt: „Was du tun willst, das tu bald!“

Seitdem hält Pischel nichts mehr von Orakeln.


Der Pfarrer am Ende des Gottesdienstes zur Gemeinde: „Liebe Gemeinde, wenn ich mir die Autos vor der Kirche betrachte, dann freue ich mich: Es gibt kaum Arme in unserer Gemeinde. Und wenn ich in den Kollektenkorb schaue, dann freue ich mich auch: Es gibt kaum Reiche in unserer Gemeinde.“


„Sie sehen so bedrückt aus“, sagt ein Mann zu seinem Ortspfarrer. „Haben Sie Sorgen?“ „Und ob ich Sorgen habe!“, antwortet der. „Morgen kommt der Bischof zur Visitation.“ „Was ist denn das: Visitation?“

„Einem jung verheirateten Mann wie Ihnen kann ich das leicht erklären: Wenn Ihr Schwiegervater zu Besuch kommt, dann ist das eine Visite, kommt aber Ihre Schwiegermutter, dann wird aus der Visite eine Visitation.“


Feministinnen haben in einem offenen Brief gegen die Neuübersetzung der „Zürcher Bibel“ protestiert, in der der Gottesname wie bisher mit „der Herr“ wiedergegeben wird. Der quotenbewusste Verlag hat sich diesen Protest sehr zu Herzen genommen, muss er doch befürchten, die „Hälfte des deutschsprachigen Himmels“ als Konsumenten zu verlieren. So wurde den noch nicht verkauften Exemplaren ein Errata-Zettel beigelegt. Auf dem wird gebeten, bei der Lektüre „Seine Herrlichkeit“ zu ersetzen durch „ihre Dämlichkeit.“