Karfreitag – Der Weg ans Kreuz

Kreuz-INRI

Nach etwa drei Jahren Predigt und Wundern – zuletzt hatte er Lazarus von den Toten auferweckt – zog Jesus Christus auf einem Esel in Jerusalem ein. „Hosianna dem Sohn Davids“ riefen die Menschen, das war am Palmsonntag. Am Montag war der „Sohn Davids“ im Jerusalemer Tempel, im Bethaus seines Vaters. Wieder tat er Wunder, heilte Blinde und Lahme.

In seiner Vollmacht heilte er die einen, die anderen aber trieb er aus dem Bethaus hinaus: „Alle, die im Tempel kauften und verkauften.“ Und so setzte sich der Machtkampf fort zwischen Jesus Christus auf der einen Seite und denen, die bisher die Macht im Tempel hatten.

Am Dienstag und Mittwoch kamen die Ältesten mit Fangfragen und suchten Streit, Jesus antwortete in Gleichnissen und warnte sie. Allein mit seinen Jüngern hielt er auf dem Ölberg seine bekannte Rede über die Endzeit. Zurück im Nachbarort Bethanien salbte Maria Jesus, aus Liebe zu ihm. Judas aber beschloss, ihn zu verraten, und ging zu den obersten Priestern. Die einen waren mit Jesus, die anderen gegen ihn.

Am Donnerstag verbrachte Jesus seine Zeit zusammen mit den Jüngern. Sie aßen das traditionelle Passah und feierten – ganz neu – das Abendmahl. Was die Tieropfer des AT bisher ankündigten, erfüllte sich bald am Kreuz:

„Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“

Es passierte viel an diesem Abend. Die Jünger stritten sich, wer wohl der Größte von ihnen sei. Jesus antwortete, indem er seinen Jüngern diente und ihnen die Füße wusch. Er lehrte sie über das Dienen und den Dienst in der Einheit mit ihm und dem Heiligen Geist. Er prophezeite den Verrat des Judas und Judas ging hinaus zu den Feinden, um sie Stunden später zu Jesus zu führen. Petrus hingegen war schwach. Er wird Jesus verleugnen, auch das sah Jesus voraus. Doch er betete, nicht nur für Petrus, sondern für alle seine Nachfolger und Christen im hohenpriesterlichen Gebet.

Vom Gastzimmer des Mahls gingen sie in den Garten Gethsemane, wo sie sich oft versammelten. Dort  betete Jesus inständig zum Vater, die Jünger aber schliefen erschöpft ein. Schließlich kamen Judas und die Truppe „mit Fackeln und Lampen und mit Waffen.“ Es geschah in der Nacht, heimlich im Dunkeln. Sie hatten Sorge, dass ein „Aufruhr unter dem Volk entsteht“.

Und so führten sie Jesus, um ihn zur Todesstrafe zu verurteilen. Pilatus wollte die Anklage kennen, bekam aber zur Antwort: „Wäre er kein Übeltäter, so hätten ihn dir nicht ausgeliefert!“ Das Urteil war beschlossen, ein Prozess nicht gewünscht.

Es ging um Macht, Jesus sollte getötet werden.

Sie gingen zu Hannas, dann Kajaphas, dem Hohen Rat, Pilatus, Herodes und wieder Pilatus. Niemand konnte eine Schuld bei Jesus finden. Dennoch ließ Pilatus den „Sohn Davids“ geißeln und übergab ihn dann dem Willen der Menschen: Tod durch Kreuzigung.

„So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden …

und am dritten Tag auferstehen.“

 

Chronologie der Karwoche