Keller, Vom Glück selbstlos zu leben

Fehlende Selbstachtung und geringes Selbstwertgefühl ist ein großes Problem in unserer heutigen Gesellschaft, doch was wäre, wenn die Lösung anders aussieht, als wir denken würden? Was wäre, wenn die Lösung Selbstvergessenheit und das Ziel Selbstlosigkeit wäre?

In dem Buch „Vom Glück selbstlos zu leben“ von Timothy Keller, erschienen 2014 im Brunnen Verlag, geht es im Grunde um die Themen Selbstachtung und Selbstwert. Entweder haben wir zu viel oder zu wenig Selbstachtung, ein zu hohes oder zu geringes Selbstwertgefühl.

Ich habe zwar immer wieder mit Stolz zu kämpfen, doch dachte ich bislang: Ich habe zu wenig Selbstachtung und denke zu gering von mir. Das war auch dass, was mir meine Mitmenschen oft sagten.

Da ich dennoch  gegen meinen Stolz kämpfen will und muss, demütiger werden möchte und in meiner Heiligung vorankommen will, habe ich nach hilfreichen Büchern zum Thema „Demut“ gesucht. Der Titel dieses Buches machte mich neugierig: Jesus war absolut selbstlos, also muss das schon richtig sein, dachte ich. Glück – glücklich sein, und Jesus ähnlicher sein; ihn besser widerspiegeln durch Selbstlosigkeit und dabei Freude haben – Ja, das will ich!

Es war für mich persönlich die richtige Entscheidung, mir dieses Buch anzuschaffen. Mit seinen gerade mal 39 Seiten ist es schnell gelesen, sogar wenn man sich die Zeit nimmt, um über die einzelnen Abschnitte nochmal nachzusinnen. Dennoch sollte man den Inhalt nicht unterschätzen.

Keller gebraucht als Grundlage für dieses Buch einen Abschnitt des 1. Korintherbriefes (3,21 – 4,7) und zeigt anhand von Paulus‘ Aussage seine durch die Kraft des Evangeliums veränderte Herzenshaltung und Einstellung – zu sich selbst und im Bezug auf die Meinungen (Urteile) anderer, sowie sein Umgang mit Lob und Kritik. Er stellt auch Paulus‘ Einstellung den gängigen (psychologisch geprägten) weltlichen Einstellungen zum eigenen Ego entgegen.

Ich durfte feststellen: Auch bei geringen Selbstwertgefühlen und mangelnder Selbstachtung dreht man sich hauptsächlich um sich selbst. „Ich bin nicht genug. Ich bin überhaupt nicht so wie Jesus. Ich habe schon wieder versagt. Ich möchte geschätzt werden. Wieso werde ich nicht beachtet? (…)“ – Ich, ich, ich…

Nun habe ich das Buch bereits zweimal gelesen und beabsichtige, es regelmäßig zu lesen und mich wieder auf Kurs bringen zu lassen, zu schnell gewinnt mein Ego immer wieder an Raum und stellt sich selbst in den Fokus meines Lebens.

Am Ende des Buches führt der Autor außerdem einige Fragen und Impulse zum Nachdenken auf, die helfen, die neu erfassten Erkenntnisse zu verinnerlichen und festzuhalten.

Alles in allem ein sehr gutes, hilfreiches Buch, für all‘ diejenigen, die dem eigenen Ego den Kampf ansagen möchten, nach Heiligung und Demut streben und sich mehr von Gottes Wort und seiner Wahrheit prägen als sich von der Welt formen lassen wollen. Und, wie bereits ausgeführt, ist dieses Buch nicht nur für diejenigen, die ein zu großes Ego haben – wir alle haben ein Ego, was wir täglich kreuzigen müssen und gegen welches wir kämpfen sollen, wenn wir Jesus nachfolgen und seinen Worten gehorchen wollen.