Koranverteilung – wozu eigentlich die Aufregung?

Schwert

Die Medien haben wieder ihr Thema: der Islam. Dieses Mal werden irgendwo Korane verteilt und die Aktion wird über das Internet durchdiskutiert. Was soll man davon halten, was sollte man tun? Wie auch immer, das Problem bleibt dasselbe und es nimmt kein Ende: Wir drehen uns nicht um die christliche, sondern immer mehr um die muslimische Achse. Eine ungesunde Verschiebung von Prioritäten. Und die aktuelle Koranverteilung wird – das ist meine Meinung – stark überbewertet, wobei jederlei christliche Aufregung dann tatsächlich zu einem Sieg der Islamisten beiträgt.

Eine Machtdemonstration soll es nämlich sein, so Sabatina James in ihrem Videobeitrag. Man will uns also ärgern, mehr nicht. Die Salafisten seien nicht dumm und wüssten, „dass sie mit der Koranverteilung die Deutschen nicht vom Islam überzeugen können.“ Ganz recht, denn wer den Koran liest, wird ganz sicher nicht von seinen Inhalten überzeugt. Im Gegenteil, ich selbst habe ihn in Teilen gelesen und kann beinahe empfehlen, es ebenso zu tun. Mit der Bibel ist der Koran nicht zu vergleichen. Er dringt nicht durch wie das inspirierte Wort Gottes und vielleicht lehren die Muslime ihre Suren auch deshalb nur auf Arabisch, dass es ja niemand versteht. Sollen sie den Koran doch auf Deutsch verteilen – vorausgesetzt, die Übersetzung ist korrekt. Hier der Vergleich zwischen Bibel und dem Schwert des Islam, sei es aus Eisen oder Papier:

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“ – Hebräer 4:12f.

Was für die Bücher gilt, gilt ebenso für deren Urheber. Der Verantwortliche für die Koranverteilung hat den Sieg Allahs über Deutschland schon ausgesprochen mit den Worten „wenn Du den Propheten liebst, dann glaubst Du seinen Worten… Er hat versprochen…“ Nehmen wir es sportlich und stellen das Versprechen des Propheten dem Versprechen von Jesus Christus gegenüber. Wir werden ja sehen, wer am Ende sein Versprechen halten kann. Nach der Bibel wird diese Welt vergehen und eine neue geschaffen, in welcher für den Islam kein Platz mehr sein wird – nicht nur in Deutschland. Ich sehe solche Aussagen der Koranlehrer gelassen und interessiere mich für den Menschen, auch für den Muslimen.

Es geht um Himmel oder Hölle, und zwar für jede menschliche Seele. Darum, ob der Verlorene gerettet wird. Nicht so sehr um den Kampf gegen die Götzen, sondern um die von der Liebe angetriebene Ausbreitung des einen rettenden Evangeliums. Nicht der Islam ist das Problem, sondern der generelle Abfall vom christlichen Glauben. Nicht das viele Unkraut, sondern der fehlende Weizen macht mir Sorgen. Lassen wir doch das Unkraut wachsen wie uns befohlen worden ist. (Mt 13:30) Wir verbreiten die Botschaft der Bibel.

Aus politischer Sicht ist die „Machtdemonstration“ ein Einrennen offener Türen, sie ist lächerlich in meinen Augen (und dasselbe gilt übrigens auch für die Minarette). Muslime nutzen die auf christlichem Boden stehende Religionsfreiheit, die sie selbst nicht praktizieren wollen, und pervertieren den Sieg der freiheitlichen Demokratie in ihren eigenen, muslimischen Sieg über die sog. Ungläubigen. Eine Verdrehung von Tatsachen, sie betrügen sich offensichtlich selbst.

Aus christlicher Sicht ist die „Machtdemonstration“ eine Provokation, der wir mit Liebe begegnen. Ungeachtet der politischen und gesetzlichen Möglichkeiten im Rahmen unserer Demokratie sollen wir dem Bösen generell nicht widerstehen, selbst wenn die Menschen uns verfolgen wie schon in so vielen anderen Ländern. Die Verfolgung ist uns verheißen, wir fürchten uns nicht sondern verpflichten uns der Liebe und der Vergebung im Blick auf das Endgericht Gottes.

Ein Gedanke aus eigener Erfahrung: Wir haben Muslime bereits mit dem Evangelium erreicht. Von anderen Muslimen werden sie heute genötigt, dem Islam treu zu bleiben. Was ist das für ein Zeugnis? Folgen die Menschen ihren eigenen Überzeugungen oder werden sie von der Menschenfurcht in die Moscheen getrieben? Darüber denken natürlich auch die Muslime selbst nach und so mancher von ihnen ist traurig über solch eine Unterdrückung.

Die ständig offene Tür zu Jesus Christus, die liebevolle Einladung zum christlichen Glauben ist geistlich mächtiger als jede „Machtdemonstration“ der Salafisten.

Das erkennen auch viele Muslime selbst.

– BILD: ©pixelio/Anton Reuß