Mars: Der hässliche Planet

Mars

Die Mission zur Erkundung des Mars bringt die Frage nach Gott auf das gesellschaftliche Tablett. Gibt es auch woanders als auf dem Blauen Planeten Leben? Ist irgendwo in den Tiefen des kalten Kosmos Leben möglich? Schon die Menschen der Antike träumten von einer Reise zum Mond. Und die Phantasien eines Jules Verne machten aus Hermann Oberth um 1920 den ersten Raumfahrtwissenschaftler.

In dem Roman «Red Planet» schildert Robert A. Heinlein die Besiedelung des Mars durch die Menschen: Erdlinge fahren auf dem ewigen Eis der Marskanäle Schlittschuh und erfreuen sich der Hilfe der Marsianer, die über magische Kräfte verfügen. Der Abschied von der alten Erde fiel den Menschen nicht schwer, denn dort ist der Traum vom guten Zusammenleben kollabiert.

Auch der Physiker Stephen Hawking träumt vom Drücken auf die Reset-Taste; es gelte, die Menschheit auf den Mars umzusiedeln. Die Erde sei auf die Dauer kein erstrebenswerter Lebensraum, so der bekennende Atheist, zu viel Umweltbelastung. Es gelte nachzudenken, wie alles von Neuem, aber diesmal besser, gehen könne.

Die Marserkundung weckt Fluchtgedanken und Wissenschaftseuphorie, rückt aber auch die Frage nach Gott ins Blickfeld. Der Science-Fiction-Regisseur Ridley Scott unterhielt sich wegen eines Filmprojekts mit vielen NASA-Wissenschaftlern. Er wunderte sich, dass das Gespräch oft auf die Frage nach Gott kam: «Sie sitzen jeden Abend am Hubble-Teleskop und glauben an Gott?», fragte er die NASA-Forscher. «Ja», sei die Antwort dann oft gewesen. Auf Nachfrage hörte er Sätze wie diese: «Ich glaube. Ich glaube, dass ich von Gott erschaffen wurde.»

Auch den Filmemacher bewegt die Frage nach Gott. Er schildert die Antworten der atheistischen Wissenschaftler nicht so, als könnten ihn diese restlos befriedigen: «Sie reden dann von Evolution, Stephen Hawking und Urknall: Für sie war der Beginn ein Kohleknäuel von Golfballgrösse, der explodiert ist und aus dem die Planeten entstanden.»

Ein Journalist berichtete in einem Beitrag zur Marsmission von dem neuen Buch des Astrophysikers John Griffin. Der schildert darin die totale Lebensfeindlichkeit des Weltalls – und im Gegensatz dazu die Erde: «Dass es uns gibt, verdanken wir einer ganzen Reihe von Zufällen, von denen jeder für sich allein genommen höchst unwahrscheinlich war.» Mit dem Wissenschaftler staunt auch der Journalist: «Wäre die Umlaufbahn unseres Wasserplaneten um die Sonne nur etwas weniger kreisförmig, wäre die Ellipse nur ein bisschen mehr in die Länge gezogen, hätte es noch nicht einmal Trilobiten gegeben. Dann ist der metallische Kern der Erde flüssig und rotiert um sich selbst; darum sind wir von einem Magnetfeld umgeben, das uns vor schädlicher Strahlung aus dem All schützt.»

Die Marsmission zeigt, wie tot das Weltall ist – und erinnert damit an die Worte der Bibel, wonach den Menschen ein ganz besonderer Planet zur treusorgerischen Nutzung anvertraut ist: die Erde.

 

– Quelle: factum im Juni 2012 // Bild: Dr. Norbert Pailer in Fascinating Universe