Moscheen und Minarette

Moscheen_Minarette

Gesellschaftliche Fragen – Moscheebau und Gebetsruf

Der Bau und die Nutzung von Moscheen müssen unter der Beachtung der ortsüblichen Auflagen geschehen, transparent sein und im Bemühen um den bürgerlichen Frieden am Ort geschehen.

Die öffentliche Ausübung des Rufes zum Gebet ist kritisch zu beurteilen, da durch den Ausruf „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist der Gesandte Gottes“ der Kern des christlichen Glaubens in Frage gestellt wird. Der Gebetsruf enthält eine antichristliche Aussage in einer fremden Sprache und kann deshalb nicht mit dem Glockenläuten verglichen werden. Dieses macht keine inhaltlichen Aussagen, kennt feste Läutezeiten und ist eine kulturelle Tradition. Die Ausübung des Rufes zum Gebet per Lautsprecher ist abzulehnen, das dies eine moderne Sitte ist, die für den islamischen Gottesdienst nicht nötig und für Nicht-Muslime eine erzwungene Teilnahme an einer gottesdienstlichen Handlung ist.

Der traditionelle Islam versteht sich als eine Religion der Demonstration und der Werbung für Gott. Die Größe einer Moschee, die Höhe des Minaretts und der Gebetsruf per Lautsprecher werden nicht allein von den praktischen Erfordernissen, sondern von der öffentlichen Wirksamkeit her bestimmt.

Das Verhalten von Gemeinden angesichts des Baus von Moscheen

Christliche Gemeinden sollten den Bau von Moscheen angesichts der damit verbundenen Problematik nicht fördern. Sie sollten insbesondere bei solchen Gelegenheiten beständig auf die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit, des Kirchbaus und der Instandhaltung von Gemeindehäusern in manchen islamischen Ländern hinweisen. Christen, Gemeinden und Kirchen sollen darauf drängen, dass Christen in islamischen Ländern gleiche Rechte erhalten wie Muslime in Deutschland. Ansprechpartner dafür sind Politiker, denen die Beachtung der Menschenrechte in anderen Ländern ein Anliegen ist. Vor allem aber sollten die Gemeinden die Fürbitte für bedrängte und unterdrückte Christen in der Welt des Islam üben.

Muslime neigen dazu, im Bau von Moscheen und Minaretten und im Gebetsruf per Lautsprecher einen Sieg des Islam in einem traditionell christlichen Land zu sehen. Sie nehmen ihre verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch, die bisher Christen in vielen islamischen Ländern nicht in gleicher Weise gewährt werden. Für Muslime ist die Liberalität des Westens ein christliches Problem, das für die Belange des Islam ausgenutzt werden kann, ohne gleiche Liberalität im eigenen Raum zu gewähren.

– Quelle: Lausanner Bewegung, Deutsche Evangelische Allianz (Hrsg.) // Bild: ©pixelio/Rainer Sturm