Münch, Der wahre Gott der Bibel

Der wahre Gott der Bibel (Final Print)Die Bibel ist nicht Got­tes Auto­bio­gra­fie. Aber wer sie gründ­lich stu­diert, erfährt sehr viel über Gott, weil er nicht nur die Auto­ren der ein­zel­nen Bücher inspi­riert hat, son­dern weil er darin wört­lich zitiert wird. Ein lebens­lan­ges Stu­dium die­ser Selbstof­fen­ba­rung Got­tes reicht nicht aus, um ihn voll­kom­men zu erken­nen. Auch wenn die Erkennt­nis in der Regel mit den Jah­ren zunimmt, wird sie Stück­werk blei­ben. Vor mir liegt jetzt ein Buch über die­sen erha­be­nen Gott, von einem Autor der noch nicht ein­mal 30 Jahre alt ist. Das finde ich mutig! Wie es dazu kam, dass Andreas Münch ein Buch ver­öf­fent­licht, beschreibt er im Vor­wort folgendermaßen:

Alles fing damit an, dass ich mich als fri­scher Absol­vent einer Bibel­schule auf den voll­zei­ti­gen Mis­si­ons­dienst vor­be­rei­tete. Und zwar musste ich zu mei­nem eige­nen Bestür­zen fest­stel­len, dass ich zwar in den letz­ten drei Jah­ren viel stu­diert hatte, aber nicht in der Lage war, fun­da­men­tale bib­li­sche Leh­ren (wie z. B. die Drei­ei­nig­keit) zu verstehen. […] Das alles ver­an­lasste mich, die­ses Thema der Eigen­schaf­ten Got­tes und ver­wandte The­men näher und inten­si­ver zu studieren.

Das Ergeb­nis die­ser Bibel­stu­dien ist letz­tes Jahr im Beta­nien Ver­lag erschie­nen: Der wahre Gott der Bibel - Ein Stu­di­en­buch über Got­tes Wesen & Werke. Andreas Münch lädt den Leser also nicht nur zum Lesen, son­dern auch zum Stu­die­ren ein. Schauen wir uns mal an, was dabei her­aus­ge­kom­men ist.

In 21 meist kur­zen Kapi­teln beleuch­tet der Autor jeweils eine Eigen­schaft Got­tes. Es gäbe viel mehr über Gott zu schrei­ben, das bekennt der Autor immer wie­der. Doch es gelingt ihm, in jedem Kapi­tel eine Eigen­schaft zu skiz­zie­ren und Impulse zum Wei­ter­den­ken zu inte­grie­ren. Jedes Kapi­tel ent­hält die Unter­su­chung eines Wesens­zugs Got­tes und ist immer mit prä­gnan­ten Bei­spie­len aus der Bibel ange­rei­chert. Trotz der Kürze war ich erstaunt über die Fülle und tiefe der Gedan­ken und Schrift­aus­le­gun­gen. Hin und wie­der fin­det man Exkurse zu Berei­chen, über die der Autor beim Stu­dium gesto­ßen ist.

  • Was Gott nicht kann
  • Die Ver­werf­lich­keit von Bilderdienst
  • Ist Gott auch in der Hölle gegenwärtig?

Die Kapi­tel enden jeweils mit drei Ver­sen zum Aus­wen­dig­ler­nen und Fra­gen zur Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung. Die Verse sind sorg­fäl­tig aus­ge­wählt und wer­den im jewei­li­gen Kapi­tel behan­delt - knüp­fen also an das Gele­sene an. Die Fra­gen waren für mich als Schnell­le­ser sehr wich­tig. Ich musste noch mal inne­hal­ten, zurück­blät­tern und das Gele­sene Revue pas­sie­ren las­sen. Sie eig­nen sich auch gut für ein Grup­pen­ge­spräch. Die­ses Buch will ein Stu­di­en­buch sein. Die­sem Anspruch wird es gerecht.

Es gibt wenig all­ge­mein ver­ständ­li­che deut­sche Bücher, die sys­te­ma­tisch das Wesen und Wir­ken Got­tes unter­su­chen. Noch weni­ger sind über den all­ge­mei­nen Buch­han­del erhält­lich. Nur zwei fal­len mir dazu ein: 1. Mar­tyn Lloyd-Jones: Gott - der Vater und 2. Wil­liam Mac­Do­nald: So ist Gott. Ein längst ver­grif­fe­nes Werk - für Andreas Münch ein Klas­si­ker, der ihn sicht­lich inspi­riert und geprägt hat - ist das 140 Sei­ten starke Buch von Aiden W. Tozer: Das Wesen Got­tes - Eigen­schaf­ten Got­tes und ihre Bedeu­tung für das Glau­bens­le­ben.

Was Münchs Buch von Tozers unter­schei­det, ist, dass seine Argu­men­ta­tion fast immer auf Bibel­stel­len basiert. Wenn es im Klap­pen­text heißt, dass es ange­rei­chert ist „mit vie­len Zita­ten bekann­ter Auto­ren wie Matthew Henry, Mar­tin Lloyd-Jones, J.I. Packer und A.W. Pink“, so liegt die Stärke die­ses Buch in den vie­len Zita­ten aus dem Buch der Bücher - der Bibel. Lei­der fehlt dem Buch ein Bibel­stel­len­ver­zeich­nis und wird hof­fent­lich in einer neuen Auf­lage ergänzt wird.

– Eduard Klassen, nimm-lies.de