Rennen nach immer mehr

Rennen

Vom russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stammt die Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ Sie handelt von einem Großknecht, der von seinem großherzigen Herrn freigelassen wurde. Zusätzlich wollte er ihm noch so viel Land überlassen, wie er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang umlaufen könnte.

Beim ersten Sonnenstrahl des nächsten Tages marschierte der Großknecht los. Er gönnte sich keine Ruhe. Er verzichtete auf Essen und Trinken. Er wollte mit aller Macht reich werden. Er sah wie die Sonne am Himmel dem Horizont zueilte. Er spornte sich zu schnelleren Schritten an. Er entdeckte hier noch ein Waldstück, dort noch eine Wiese und in der Ferne noch einen fruchtbaren Acker. Er holte das Letzte aus sich heraus und kam bei Sonnenuntergang wieder am Ausgangspunkt an. Stolz und glücklich durchfuhr es ihn: „Dies alles gehört nun mir!“ Und dann sank er, vom Herzschlag getroffen, tot zu Boden. Tolstoi kommentiert den Schluss dieser Erzählung: „Wie wenig Erde braucht der Mensch – sechs Fuß tief unter der Oberfläche“.

Ein eindrückliches Gleichnis, auch für viele Menschen unserer Tage. Sie rennen und hasten, um den Besitz zu vergrößern und um ihre Lebensqualität – wie sie meinen – zu verbessern. Viele bezahlen die Arbeitssucht mit dem Leben. Andere brechen zusammen und landen im Burnout.

Gottes Wort soll uns immer daran erinnern: Wer sein Leben selbstsüchtig bestimmen will, wird es verlieren. Wer es von Christus bestimmen lässt, wird es gewinnen – heute schon. Jesus gibt erfülltes Leben, hier in dieser Welt und nach unserem Tod in der Ewigkeit. Das Leben eines Christen endet im Himmel und nicht nur sechs Fuß unter der Erde.

Jesus spricht: „Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren; wer es für mich aufgibt, wird es finden“. Matthäus 10,39

 

– Reinhold Ruthe: „Ein neuer Tag – ein neues Leben“ // Bild: ©pixelio/Klicker