Liebi, Weltgeschichte im Visier des Propheten Daniel

Liebi DanielDie Einstellung zur Bibel entscheidet sich bei vielen auch am Buch des Propheten Daniel. Wer sich mit Daniel beschäftigt, muss letztlich zwischen zwei Lagern wählen. Das Buch enthält zahlreiche – wahre – Aussagen zur antiken Weltgeschichte, die konkret und einfach genug formuliert sind, dass sie jeder leicht nachvollziehen kann: Nach Babylon kam Persien, dann Alexander der Große, danach die Römer. Wurden die Texte nun vor oder nach den Ereignissen geschrieben? Das eine Lager datiert Daniel (etwa 400 Jahre zeitversetzt) auf die Zeit danach, das andere davor. Letzteres erkennt das Buch als prophetisch an und stellt damit die Weichen, in der Folge auch den Rest der Bibel als Heilige Schrift und Wort Gottes zu lesen.

Roger Liebis „Weltgeschichte im Visier des Propheten Daniel“ ist eine große Hilfe bei eben dieser Aufgabe, die Weichen in Richtung Wahrheit zu stellen. Sein kleiner aber feiner Beitrag zur Daniel-Prophetie stellt zahlreiche historische, wissenschaftliche Fakten in den Vordergrund. Auf den ersten Seiten über das Buch Daniel selbst, auf den folgenden Seiten über die politischen Ereignisse. Viele werden das Buch gedankenlos verwerfen. Der ehrliche Wahrheitssucher jedoch wird den ausgesprochenen Tatsachen auf den Grund gehen wollen. Tut er das, wird er in Daniel mit der Größe Gottes konfrontiert.

Was sind die Argumente der Bibelkritiker, das Buch Daniel spät zu datieren? Im ersten Kapitel nennt Liebi die wesentlichen Punkte und nimmt sich 30 Seiten Zeit, detailliert darauf einzugehen. In seinem Fazit fasst er zusammen: „Die zur Verfügung stehenden historischen, archäologischen und sprachwissenschaftlichen Informationen weisen eindeutig darauf hin, dass das Buch Daniel echt ist und somit entsprechend seinen eigenen Angaben aus dem 6. Jh. v. Chr. stammt.“ (S.44) Prof. Liebi schreibt als Sprachwissenschaftler und Dozent der Archäologie, was dem Urteil ausreichend Gewicht verleiht.

In Kapitel 2 geht Liebi auf den Inhalt des Danielbuchs ein. Die prophetischen Worte legt er jeweils neben die entsprechenden historischen Entwicklungen. Die Parallelen sind zwar offensichtlich, gewinnen durch Liebis Detailwissen aber an zusätzlicher Schärfe. Wir lernen die geschichtlichen Daten, Namen der großen Herrscher und ihrer (ebenso prophezeiten) Nachfolger, Charakterzüge der abfolgenden Weltreiche (welche Daniel bildreich vorhersagt), Hintergründe wie Alexanders Perserhass (nach Daniel 8:6f.) u.v.a. Dabei konzentriert sich Liebi auf erfüllte Prophetie und geht nicht auf Vorhersagen ein, die noch in der Zukunft liegen. Die 70 Wochen aus Daniel 9:24 werden nicht behandelt.

Nach Aussage von Liebi enthält das Buch Daniel „mehr als 200 erfüllte Weissagungen über Weltgeschichte“ (S.13), die meisten davon in Kapitel 11:2-45 über die Zeit von Kyrus bis Antiochus Epiphanes. Auf den letzten etwa 30 Seiten schreibt Liebi in kurzen Abschnitten über die einzelnen Punkte, bevor er mit dem Leser über die Konsequenzen redet:

„Die erfüllte Prophetie zeigt, wie vertrauenswürdig die Bibel ist, und dass man deshalb Grund und Ursache hat, ihren Aussagen auch da Glauben zu schenken, wo man wegen der Schranken, die dem menschlichen Wissen gesetzt sind, nicht in der Lage ist, sie zu überprüfen.“ (S. 108)

Möge Daniel nicht Anlass zu Spekulation über die Zukunft sein, sondern Gewissheit über offenbarte Wahrheit schenken. Dazu empfehlen wir dieses Buch.