Montgomery, Hat die Weltgeschichte einen Sinn?

540969Das schon etwas ältere Buch „Weltgeschichte wohin?“ von John Warwick Montgomery ist ein anspruchsvolles Werk zur christlichen Geschichtsphilosophie, das im Blick auf die heutige liberale Universitätstheologie, die immer noch von Namen wie Bultmann, Barth und Tillich geprägt ist, an Relevanz nicht verloren hat.

Empfohlen wird es hier insbesondere den Theologen und Studenten, die sich näher mit der Frage der Historizität der Evangelien bzw. der Auferstehung beschäftigen wollen oder müssen. Während die liberale Theologie den „historischen Jesus“ vom „theologischen Christus“ trennt und meint, eine objektive Beurteilung der damaligen Geschehnisse sei heute nicht möglich, verteidigt Montgomery seinen christlichen Glauben anhand der Überlieferung:

1. Auf der Basis allgemein akzeptierter Prinzipien textlicher und historischer Analyse lässt sich zeigen, daß die Evangelien verläßliche historische Dokumente sind – die primären Quellen über das Leben Jesu.

2. In diesen Quellen werden Jesus göttliche Privilegien zuteil, er behauptet, Gott „im Fleisch“ zu sein. Die Wahrheit seiner Behauptungen macht er von seiner kommenden Auferstehung abhängig (Joh. 2, 18-22; Matth. 12, 38-41).

3. In allen vier Evangelien wird die körperliche Auferstehung Christi in allen Einzelheiten geschildert; die Auferstehung Christi beweist seine Göttlichkeit.

Aus dem Genannten ergibt sich die Wahrhaftigkeit Jesu entsprechend der Überlieferung und der logische Schluss, dass die Bibel insgesamt historisch zu verstehen ist. Die philosophischen Konstrukte von Bultmann & Co, die sowohl Wunder a-priori ausschließen als auch zwischen „Historie“ und „Geschichte“, dem „historischen Jesus“ und dem „Christus des Kerygma“ trennen, führt Montgomery mit messerscharfer Analyse ad absurdum und befreit den Leser zum einfachen Glauben an die Überlieferung. Punkt eins hingegen bekräftigt Montgomery mit stichhaltigen Argumenten und überzeugender Gewissenhaftigkeit.

Dem interessierten Christen liefert das Buch damit einen ausführlichen apologetischen Ansatz gegenüber solchen die meinen, der Wahrheitsgehalt der Bibel und die Tatsache der Auferstehung ließen sich nicht beweisen. Die historischen Evangelien haben Beweiskraft im einfachen Sinne des Wortes, analog den Zeugenaussagen vor Gericht. Wer auf fehlende Objektivität hinweist sollte sich bewusst machen, dass jede Entscheidung im Leben auf subjektiven Urteilen beruht. Retten wir ein Kind aus dem Fluss, so würde das wahrscheinlich jeder machen, auch wenn wir alle mit zahlreichen Ungewissheiten z.B. über Strömung, Schwimmfähigkeiten und mit Fragen über das zu rettende Objekt konfrontiert sind. „Insofern sind unsere christlichen Überzeugungen, auch wenn sie auf historischen Ungewissheiten beruhen, im Prinzip so vernünftig wie sonst alles andere im Leben“, zitiert der Autor Ian Ramsey.

Der Einfluss Bultmanns, Barths und Tillichs auf die heutige Predigtpraxis darf nicht unterschätzt werden. Mit Montgomery hat der bibeltreue Theologe einen namhaften Mitstreiter, den zu zitieren sich niemand schämen muss. Montgomery hat Professorentitel, ist Autor zahlreicher Bücher und eingeschrieben in mehreren „Who’s Who“. Er gilt als einer der engagiertesten und dynamischsten Apologeten des christlichen Glaubens. Bücher von ihm sind heute noch Pflichtlektüre an theologischen Seminaren.