Schamanin referiert in Evangelischer Akademie

kalff_andrea_pr12Der Schamanismus als „Urreligion der Menschheit“ steht im Mittelpunkt eines Seminars, das vom 11. bis 13. Mai in der Evangelischen Akademie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar (Nordhessen) stattfindet.

Zur Gottesdienstzeit am Sonntag hat die Akademie einen Lehrgang mit dem Titel „Götter – Geister – Menschen, Schamanische Praktiken für den Alltag“ angesetzt. Referentin ist die Deutsche Andrea Kalff (Haiku/Hawaii), die 2006 in Südkorea als erste Nicht-Koreanerin zur Schamanin geweiht worden war. Wie sie im Internet schreibt, war ihr katholischer Glauben nach dem Tod ihres Bruders und einer Krebsdiagnose bei ihr selbst ins Wanken geraten. Eine neue spirituelle Welt habe sich ihr nach der Teilnahme an einem Schamanenkongress in Österreich erschlossen. Seit ihrem Initiationsritual sagt sie von sich: „Ich bin ein Werkzeug der Geister.“ Sie reise durch die Welt, „um Menschen in schwierigen Lebenssituationen, psychischen wie physischen Krankheiten zu helfen und zu unterstützen“.

„Wie schmeckt eine Religion?“

Wie die Studienleiterin der Akademie, Heike Radeck, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage sagte, sei das Seminar Teil einer Reihe „Innenansichten der Religionen“, die sich mit Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und Christentum befasse. Es gehe nicht um den klassischen interreligiösen Dialog, sondern um die Erfahrung: „Wie schmeckt eine Religion?“ Unter den 45 Teilnehmern seien auch Ärzte und Heilpraktiker, die großes Interesse am Zusammenhang zwischen Heil und Heilung hätten. Den Vorwurf, dass das Seminar Werbung für eine nichtchristliche Religion betreibe, wies Radeck zurück. Von früheren Begegnungen mit dem Schamanismus wisse sie, dass die Teilnehmer positive Impulse für ihren christlichen Glauben mitnehmen könnten: „Der wird mehr sexy.“ Die Pressestelle der kurhessen-waldeckischen Kirche lehnte eine Kommentierung der Veranstaltungsreihe ab. Welche Angebote eine evangelische Akademie mache, liege allein in ihrem Ermessen, hieß es.

Missionsfachmann: „Was soll das?“

Kritik an dem Seminar übte der frühere Leiter der Abteilung für missionarisch-kreative Projekte der kurhessen-waldeckischen Kirche, Willi Stiel (Kassel). Dass Gott sich in Jesus Christus offenbart habe, sei auch in den Ordnungen der Evangelischen Akademie Hofgeismar verankert. Selbst wenn die Kirche sich heute eher als „plural“ verstehe, so dürfe sie dies nicht verschweigen. Ein kirchliches Seminar, das dies ausblende, werde von Christen wie Nichtchristen nicht verstanden: „Was soll das?“ Stiel kümmert sich im Ruhestand um die missionarische Ansprache für Besucher der Autobahnkirche in Kassel.

– Quelle: idea