Sklavenbefreiung im Südsudan

Am 18. September 2012 kehrten die beiden CSI-Projektleiter Dr. John Eibner und Gunnar Wiebalck aus dem Südsudan in die Schweiz zurück. Sie konnten 405 Südsudanes(inn)en, die im Norden versklavt waren, Freiheit bringen. Viele sind traumatisiert; sie haben Schlimmes zu berichten. CSI ist seit 1995 im Südsudan tätig. Inzwischen konnten über 100 000 Sklav(inn)en befreit werden — mindestens 30 000 fristen immer noch ein trauriges Dasein im Norden. Die Befreiung eines Sklaven, der Startsack inklusive Getreide, die Ziege — das alles kostet je etwa 45 Euro (gut 50 Franken). (Christian Solidarity International)

 

Erfolgreiche Sklavenbefreiung im Südsudan 2013

Ajou Kuang Wol berichtete, ihr Besitzer Mahmoud habe ihr verboten, mit ihrem Sohn Akon in ihrer eigenen Sprache zu sprechen. Er gestattete nur Arabisch, eine Sprache, die Ajou fremd war. Außerdem verlangte er, dass ihr Kind ab sofort nur noch Abdullah (Sklave Allahs) genannt werden durfte. „Ich konnte mich an diesen arabischen Namen für mein Kind nicht gewöhnen“, sagte die beim Interview auf dem Erdboden kauernde Frau. Dann versagte ihr die Stimme, während sich ihre Hände an ein paar trockene Grasbüschel klammerten. Im Flüsterton sprach sie weiter, als könne sie damit das Ungeheuerliche ungeschehen machen: „Als ich Akon aus Versehen bei seinem richtigen Namen rief, hat Mahmoud ihm vor meinen Augen die Kehle durchgeschnitten“.

Abuk Mayen Chan wurde in der Sklaverei immer wieder von ihrem Kind Akoon getrennt. Eines Tages entdeckte sie eine Veränderung im Auge des Babys. Nach und nach entwickelte sich eine Geschwulst, die das Auge zudrückte und Gewebe aus der Augenhöhle austreten ließ. An eine Behandlung ist hier im Nördlichen Bahr-El-Ghazal nicht zu denken. CSI-Notarzt Dr. Luka Deng empfahl einen Transport in die drei Stunden südwestlich gelegene Stadt Wau. Doch dort waren Unruhen ausgebrochen, es herrschte Ausgangssperre, das Krankenhaus war zu. Was tun? Vor dem Transport mit dem Flugzeug galt es, viele bürokratische Hürden zu überwinden. Schließlich landeten Mutter und Kind mit unserem Mitarbeiter Gabriel Akuei in der Hauptstadt Juba. Es gelang, der kleinen Akoon und ihrer Mutter Ausreisepapiere zu verschaffen. Am 18. Januar wurde Akoon im Krankenhaus in Nairobi von einem zufällig anwesenden kanadischen Augenspezialist von der Geschwulst befreit.