Soli Deo Gloria – Ehrsucht führt zu Spaltungen

„Ich ermahne euch aber, dass ihr keine Spaltungen unter euch zulasst.“ – 1 Korinther 1,10

Die Christen in Korinth waren gespalten: „Ich gehöre zu Paulus! – Ich aber zu Apollos! – Ich aber zu Kephas!“ Warum eigentlich? Gab es damals unterschiedliche theologische Überzeugungen?

Nein, die Korinther wollten Ehre. Ganz ähnlich wie heute war es ein Lebensziel, möglichst viel Ansehen zu bekommen. Als Anhänger eines „Redekünstlers“ wollte man teilhaben an seinem Erfolg. In der Gruppe ist man stärker, man gehört dazu, identifiziert sich. Wer Fan von Schalke 04 ist, freut sich über ein gewonnenes Spiel so sehr, als ob er tatsächlich selbst gespielt hätte. Am größten ist der Stolz natürlich bei einem gewonnenen Derby gegen Borussia Dortmund.

So spaltet man sich in Fanlager. Die einen waren stolz, zu Paulus zu gehören. Die anderen hielten dagegen, dass die Gruppe von Apollos ebenso erfolgreich war. Man kann sich gut vorstellen, dass Mitglieder geworben wurden. Hat nicht auch heute noch die größte Gruppe das höchste Ansehen? Wer Erfolg hat, hat Recht. Und wer die meisten Stimmen bekommt, gewinnt die Wahl.

Der Mensch aber ist nichts, Gott ist alles. Wir glauben an Christus, den Gekreuzigten. Wer will sich denn – aus weltlicher Sicht – mit einem Geschundenen identifizieren? Oder mit dem leidenden Paulus? Das „Wort vom Kreuz“ taugt nicht für eine weltliche Fangemeinde. Es ist der Welt eine „Torheit“. Und die Apostel sind „Narren um des Christus willen.“

Bildet keine Gruppen in der Gemeinde! Versammelt euch um Jesus Christus! Seid nicht ehrsüchtig, sondern gebt Gott allein die Ehre! Spaltungen aufgrund – wesentlicher – theologischer Differenzen sind unvermeidbar. (1 Kor 11,19) Das sollte nicht vermischt werden. Abgrenzung geschieht aus Liebe zur Wahrheit, aber bitte nicht aus Ehrsucht.

„Tut alles zur Ehre Gottes.“ – 1 Korinther 10,31