Archäologie: Gihonquelle im Kidrontal

Gihonquelle

Die Ginhonquelle im Kidrontal war die einizige Wasserquelle Jerusalems. Da sie außerhalb der Stadtmauer lag, wurde sie durch massives Mauerwerk besonders gut geschützt. Dennoch war die Quelle die »Achillesferse« der Stadt. Es bestand die Gefahr, dass Feinde die lebensnotwendige Wasserzufuhr unterbinden. Schon die Jebusiter hatten ein Tunnelschachtsystem angelegt, das in Kriegszeiten einen geschützten Zugang zur Gihonquelle bot. Man stieg innerhalb der Stadt in den Tunnel hinab, der unter der Stadtmauer – für Feinde von außen nicht sichtbar – bis zur Quelle führte.

Die Frauen mussten dabei mit Wasserkrügen viele beschwerliche Treppenstufen hinab- und hinaufsteigen. Durch ein Kanalsystem wurde das Wasser zudem entlang des Kidrontals in den südlichen Bereich der Stadt geleitet (Siloahtunnel). Joab, der Feldherr Davids, entdeckte einen Eingang in das Tunnel- bzw. Kanalsystem und gelangte so in das Innere der Stadt. Damit fiel sie in die Hände Davids (vgl. 2.Samuel 5,7-10; 1.Chronik 11,6). Die Gihonquelle befindet sich in einer Art »Höhle« und sprudelt alle 6-8 Stunden für 40 Minuten, daher der hebräische Name »Gihon« = »die Hervorsprudelnde«. Nach 1.Könige 1,33ff. war dies der Ort der Salbung Salomos zum König.

– „Elberfelder Studienbibel mit Erklärungen“, Bildtafel 17