Schlagwort-Archive: Bibel

Warum nahm Gott Kains Opfer nicht an?

Kain und Abel

Warum Gott Kains Opfer im Gegensatz zu dem seines Bruders Abel nicht akzeptiert, ist aus dem Text in 1. Mose zwar nicht unmittelbar zu entnehmen, aber doch angedeutet: »Und es begab sich aber nach einiger Zeit, dass Kain dem Herrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr sah gnädig an Abel und sein Opfer; aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach er zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist‘s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.« (1. Mose 4,3-7)

Es ist zwar denkbar, dass Kain nicht das richtige Opfer brachte oder es nicht in der richtigen Form geopfert hat, doch kann das nicht der eigentliche Grund der Verwerfung sein, denn Gott hatte ja noch kein besonderes Ritual oder die Art der Opfergabe vorgeschrieben. Das Opfer selbst war sowohl bei Kain als auch bei Abel vermutlich ein Erntedank-Opfer, vielleicht bereits verbunden mit der Bitte um Sühnung der Schuld. Darüber ist aber weiter nichts bekannt.

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Karfreitag – Der Weg ans Kreuz

Kreuz-INRI

Nach etwa drei Jahren Predigt und Wundern – zuletzt hatte er Lazarus von den Toten auferweckt – zog Jesus Christus auf einem Esel in Jerusalem ein. „Hosianna dem Sohn Davids“ riefen die Menschen, das war am Palmsonntag. Am Montag war der „Sohn Davids“ im Jerusalemer Tempel, im Bethaus seines Vaters. Wieder tat er Wunder, heilte Blinde und Lahme.

In seiner Vollmacht heilte er die einen, die anderen aber trieb er aus dem Bethaus hinaus: „Alle, die im Tempel kauften und verkauften.“ Und so setzte sich der Machtkampf fort zwischen Jesus Christus auf der einen Seite und denen, die bisher die Macht im Tempel hatten.

Am Dienstag und Mittwoch kamen die Ältesten mit Fangfragen und suchten Streit, Jesus antwortete in Gleichnissen und warnte sie. Allein mit seinen Jüngern hielt er auf dem Ölberg seine bekannte Rede über die Endzeit.

Judas beschloss, Jesus zu verraten, und ging zu den obersten Priestern.

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Der Römerbrief – Hauptstück des Neuen Testaments

Martin LutherDiese Epistel ist das eigentliche Hauptstück des Neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium. Sie ist es wohl würdig und wert, daß sie ein Christenmensch nicht nur von Wort zu Wort auswendig wisse, sondern daß er auch täglich damit als mit täglichem Brot der Seele umgehe. Denn sie kann nimmer zu viel und zu gründlich gelesen oder betrachtet werden. Je mehr sie behandelt wird, um so köstlicher wird sie und schmeckt sie.

Darum will ich auch meinen Dienst dazu tun und will durch diese Vorrede, so viel mir Gott verliehen hat, eine Einleitung dazu geben, damit sie von jedermann umso besser verstanden werde. Denn sie ist bisher mit Deutungen und mancherlei Geschwätz böse verfinstert worden, während sie doch an sich ein helles Licht ist und vollkommen genügt, um die ganze Schrift zu erleuchten.

Zuerst nun müssen wir der Sprache kundig werden und wissen, was St. Paulus mit den Worten: Gesetz, Sünde, Gnade, Glaube, Gerechtigkeit, Fleisch u. dergleichen meint. Sonst nützt kein Lesen darin.

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Wie viele Israeliten wanderten durch die Wüste?

KarkarIn der Schlachter steht’s geschrieben: „Was in Israel kriegstauglich war, ihre Gesamtzahl betrug 603.550.“ (4. Mose 1:46)

Auch wenn nach seinen Worten „Textverderbnisse“ über den langen Überlieferungszeitraum nicht ausgeschlossen sind, tendiert der Ausleger Gerhard Maier in der „Wuppertaler Studienbibel“ für diese über 600.000 Mann als korrekte Zahl und fügt hinzu: „Rechnet man die wehrfähigen Männer als ein Viertel des ganzen Volkes, dann müßte Israel damals ca. 2,5 Millionen Menschen umfaßt haben.“ (S. 44)

Berechnungen zufolge ist diese überaus große Zahl von Menschen zumindest nicht ausgeschlossen. Und dennoch sind Bedenken angebracht, nicht aufgrund von liberaler Textkritik sondern aus archäologischen wie innerbiblischen Überlegungen, so Uwe Zerbst in „Keine Posaunen vor Jericho?“

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