Schlagwort-Archive: Ethik

Keine Beteiligung am Kindermord

Oberster-Gerichtshof-Schottland

Das Urteil [2013] CSIH 36 P876/11, erlassen vom Obersten Gerichtshof Schottlands verdient Aufmerksamkeit. Es schafft einen Präzedenzfall oder das, was im Common Law als Landmark Case bezeichnet wird. Auch die rechtsetzenden Richter verdienen es, namentlich erinnert zu werden: Lord Mackay of Drumadoon, Lady Dorrian und Lord McEwan.

Der Fall betrifft die beiden katholischen Hebammen Mary Teresa Doogan und Concepta Wood, die seit vielen Jahren am Krankenhaus NHS Greater Glasgow and Clyde Health arbeiten. Die beiden Frauen machten von ihrem Recht auf Gewissensverweigerung Gebrauch und weigerten sich, an der Tötung ungeborener Kinder mitzuwirken. Als 2010 das Queen Mother’s Maternity Hospital von Glasgow geschlossen wurde, nahm jedoch die Abtreibungsnachfrage zu.

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Menschenrechtsrat fordert Freigabe der Abtreibung weltweit

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„Criminal laws penalizing and restricting induced abortion are the paradigmatic examples of impermissible barriers to the realization of women’s right to health and must be eliminated.“

Ein Bericht des UN-Menschenrechtsrat (A/66/254: Right of everyone to the enjoyment of the highest attainable standard of physical and mental health) fordert ungehinderten Zugang zu Abtreibungen und eine komplette Abschaffung jeglicher legaler Restriktionen. Die sei notwendig und das Recht auf Gesundheit und Selbstbestimmung der Frau zu gewährleisten. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon übergab das Papier der Generalversammlung ohne ein Wort des Protestes oder der Ablehnung zu äußern.

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Carine, 43, lässt sich töten

Totenkopf

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte leisteten bei einer 43 Jahre alte Patientin auf deren Wunsch hin aktive Sterbehilfe. Sofort danach entnahmen andere Mediziner ihr die Nieren, die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Wie üblich nach einer Tötung auf Verlangen wird auf Carmens Totenschein »natürlicher Tod« vermerkt. Willkommen in der Welt der utilitaristischen Ethik in der Kultur des Todes, mitten im (noch) reichen Europa:

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Aktive Sterbehilfe – Ausweg oder Irrweg?

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Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Thema Sterbehilfe sorgt derzeit für Aufruhr. Demzufolge würde gewerbliche Sterbehilfe mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Ungeahndet bliebe hingegen die Beihilfe durch Angehörige und Nahestehende. Die Ethiker Stephan Holthaus und Timo Jahnke vom Institut für Ethik & Werte in Gießen plädieren für die Beibehaltung des deutschen Komplett-Verbots der aktiven Sterbehilfe.

Unter aktiver Sterbehilfe versteht man die Tötung eines alten oder kranken Menschen auf Verlangen oder seine Selbsttötung unter Begleitung eines Arztes, der ein Medikament zur Verfügung stellt („ärztlich assistierter Suizid“). Beides ist in Deutschland verboten. Öffentliche Debatten um aktive Sterbehilfe werden aber seit Jahren geführt – meist auf sehr emotionale Weise. Hinter der Forderung nach Freigabe der aktiven Sterbehilfe steht häufig der Wunsch, sein Leben selbständig gestalten zu wollen. Viele Menschen empfinden Fremdbestimmung als Einengung und manchmal gar als Bedrohung. Beim Sterben nicht frei entscheiden zu können und durch Gesetze eingeengt zu werden, erzeugt Unmut. Daher fordert man für das Sterben völlige Entscheidungsfreiheit, seinem Leben mit Hilfe anderer oder alleine ein Ende setzen zu dürfen.

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Sterbehilfe: Dammbruch in Belgien

Gnadentod

Die vor zehn Jahren in Belgien erfolgte Legalisierung der Sterbehilfe hat einen Dammbruch bewirkt. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Getöteten. Im vergangenen Jahr gab es einen Anstieg von 25 Prozent auf 1432 Fälle. Im Jahr 2003 wurden 236 Fälle gemeldet, 2008 waren es mit 704 Fällen bereits mehr als doppelt so viele. Die Zahl der tatsächlichen Tötungen liegt höher, in der Statistik sind die Fälle nicht enthalten, bei denen eine Überdosis Morphium verabreicht wurde. Enthalten sind nur die streng nach den Gesetzesvorlagen vorgenommenen Tötungen – sofern sie gemeldet wurden. Die belgische Behörde zur Überwachung der Euthanasie (Commission fédérale de contrôle et d’évaluation de l’euthanasie – FCEE) erwägt nunmehr, die Sterbehilfe auch bei Krankheiten wie Alzheimer und bei Kindern zu erlauben.

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Euthanasie: Barrieren zur Tötung Schwerstkranker fallen

Krankenhaus

Die Barrieren zur Tötung schwerstkranker Menschen mit oder auch ohne ihr Verlangen bröckeln in Europa immer mehr. Wie die Aktion „Lebensrecht für Alle“ (Augsburg) jetzt in ihrem Magazin „Lebensforum“ berichtet, ist im vergangenen Jahr in den Niederlanden erstmals eine Alzheimer-Patientin ohne Einwilligung getötet worden.

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Organtransplantation: Der Andere in mir

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In ihrem schon 1993 erschienenen Buch „Mit dem Herzen eines anderen leben?“ beschreibt die Psychotherapeutin Elisabeth Wellendorf Erlebnisse mit Organempfängern, die sie psychologisch betreut hat.

Sie schildert die Erfahrung einer jungen Frau namens Susan, der sowohl ein Herz als auch eine Lunge eingepflanzt wurden. Wellendorf zitiert Susan so: „Ich lebe mit seinen Organen (denen des Spenders) und für seine Organe. Wir sind einander verpflichtet. Manchmal habe ich das Gefühl, ich spüre ihn genau, als hörte ich ihn atmen. Oder wenn ich unter dem Baum sitze, hängt er oben im Geäst.“

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Heißes Eisen Organspende

OrganspendeDr. med. Peter Beck ist Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin der Rems- Murr-Klinik Waiblingen. Zuvor war er Arzt in einem Zentrum für Organtransplantationen. Eine Stellungnahme.

Als Arzt an der Medizinischen Hochschule in Hannover – einem Zentrum für Organtransplantationen – war ich noch von der Richtigkeit der Transplantationsverfahren überzeugt. Das änderte sich, als ich als Chefarzt – letztinstanzlich – einen Patienten auf der Intensivstation für tot erklären musste. Die Explantation wurde entsprechend den allgemeingültigen Kriterien durchgeführt. Dramatisch hat mir aber Gott deutlich gemacht, dass ich Ihn nicht gefragt habe – für Ihn ist Hirntod nicht gleich Ganzkörpertod, für Ihn ist das Gehirn nicht das wichtigste Organ, für Ihn besteht der Mensch ausserdem aus Leib und Seele und Geist (1.Thess 5,23).

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Menschenhandel – die Rückkehr der Sklaverei

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Im Rahmen der ersten öffentlichen Veranstaltung von MISSION FREEDOM sprach Prof. Dr. Thomas Schirrmacher zum Thema „Menschenhandel – die Rückkehr der Sklaverei“. Dabei wurde auch das neu erschienene, gleichnamige Buch vorgestellt.

Drei Dinge gelten „ganz unmittelbar als Verbrechen“, nämlich Vergewaltigung, Folter und Entführung. Kämen alle drei zusammen, „dann nennt man das Zwangsprostitution – und keinen interessiert es mehr“, so Schirrmacher. Es gebe keinen ertragreicheren Wirtschaftszweig der Welt als den Menschenhandel. Er zeichne sich aus durch „geringe Startkosten, unglaublich hohe Profite, starke und ständig wachsende Nachfrage, sehr geringes Risiko“ und anderes mehr. Menschenhandel sei einer der Hauptmotoren der Korruption weltweit, ja er sei die „Haupteinnahmequelle von Bürgerkriegsarmeen“.

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„Deutschland ist Eldorado für Menschenhandel“

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Tausende Mädchen werden jährlich in Europa versklavt und zur Prostitution gezwungen – auch in Deutschland. ARD-Reporter haben Frauen begleitet, die aus christlicher Nächstenliebe helfen. Sie fordern unter anderem ein Ende des Prostitutionsgesetzes.

Ioana aus Rumänien war 16 Jahre alt, als sie nach der Schule entführt, verprügelt und zur Prostitution gezwungen wurde. „Die Zuhälter ließen uns nie aus den Augen“, berichtet sie. „Sie haben gedroht, meine Mutter umzubringen, falls ich nicht mache, was sie sagen.“ Eine Polizistin, die an Ioanas Befreiung beteiligt war, erzählt: „Der Zuhälter hielt vier minderjährige Mädchen in seiner Wohnung fest. Er schlief mit seiner Freundin im Bett, eine 17-jährige Gefangene musste daneben auf dem Boden schlafen.“

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Null Machos: Männer sagen NEIN zur Prostitution

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Weil wir für sexuelle Freiheit sind, werden wir kein Freier sein!

Männer sagen NEIN zur Prostitution

Ist Prostitution ein «Mannsrecht»? Eine «Freiheit der Frauen»? Eine unausweichliche Realität um auf die «ununterdrückbaren Bedürfnisse» der Männer zu antworten?

NEIN! Schluss mit dieser Propaganda!

Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, Männer jeden Alters, jeder Herkunft, und aus allen materiellen Verhältnissen, lehnen es ab, unsere Sexualität durch bezahlte Beziehungen zu erleben. Für uns ist Sexualität vor allem eine menschliche Beziehung, die mit Gleichheit und Respekt des anderen, seiner Freiheit und seinem Verlangen einhergeht.

Wir laden Sie dazu ein, mit uns zu handeln und öffentlich zu sagen

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Was sagt das Neue Testament zur Todesstrafe?

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Die Hinrichtung des Afro-Amerikaners Troy Davis am 21. September im US-Bundesstaat Georgia hat weltweit Aufsehen erregt und Proteste ausgelöst. Der 1991 für den Mord an einem weißen Polizisten zum Tode verurteilte 42-Jährige hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Zweifel an seiner Täterschaft blieben.

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Planet der Affen?

Angesichts der möglichen Eingriffstiefe der Implantation hirnspezifischer menschlicher Zellen in das Gehirn von Primaten und der zentralen Bedeutung von Hirn und Nervensystem für die artspezifischen Befähigungen sowie angesichts unseres vorläufigen und begrenzten Wissens über mögliche Auswirkungen auf Physiognomie und kognitive Fähigkeiten sollte die Einfügung hirnspezifischer menschlicher Zellen in das Gehirn von Primaten nur nach einem interdisziplinären Begutachtungsverfahren unter Einbeziehung des Nationalen Ausschusses möglich sein.

– aus der Stellungnahme des Ethikrats zu Mensch-Tier-Mischwesen