Schlagwort-Archive: Irrlehre

Keine Empfehlung: Blue Like Jazz von Donald Miller

Blue_like_JazzDarf man über ein Buch schreiben, wenn man nur etwa ein Drittel davon gelesen hat? Wahrscheinlich eher nicht, aber wen interessiert heute schon was man darf und was nicht. Den Autor des vorliegenden Buches interessieren ja auch keine Regeln und schlimmer noch – er macht sogar Werbung damit: Wie Jazz soll das Buch sein, sozusagen künstlerisch herausragend.

Dass Noten in der Musik zwar unharmonisch sein können, aus moralischer Sicht aber nur schwer mit den Nöten eines Buchs vergleichbar sind, übersieht der Autor wie seine Anhängerschaft inkl. der christlichen. Ein New York Times Bestseller wird das Werk genannt, hochgelobt von ebenso christlichen Autoren die vor ihm schon ähnliche Verkaufsschlager zu Papier gebracht haben. Schlimmstenfalls, so dachte ich, ist das Buch wenigstens nicht schlecht, falls es doch nicht richtig gut ist. Aber genau da liegt das Problem: Blue Like Jazz ist lauwarm-mittelmäßig und verführt den Christen zu eben solcher Mittelmäßigkeit.

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Der Griff zur Macht – Rezension von Johannes Pflaum

Erdmann Griff zur MachtDer Griff zur Macht – frommes Phantomgebilde oder aufrüttelnde Realität? Eine Stellungnahme von Johannes Pflaum zu dem Buch von Martin Erdmann, Der Griff zur Macht, Dominionismus – Der Evangelikale Weg zu Globalem Einfluss, Bethanien 2011

Martin Erdmann behandelt in seinem Buch das immer deutlicher werdende Streben des Evangelikalismus nach Anerkennung und Einfluss in Gesellschaft und Politik. Dabei untersucht er verschiedene Strömungen und Personen, welche unter den Evangelikalen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Er zeigt, wie diesen verschiedenen Strömungen das Streben nach Einfluss und Macht zu eigen ist, welche Philosophie und Denkrichtung dahinter steht, und wie natürlich alles vermeintlich unter dem Vorzeichen des Evangeliums und der Missionierung geschieht. Dieses Streben soll die Kultur, Gesellschaft und Menschheit verändern und damit das sichtbare Reich Gottes auf Erden bringen, was Erdmann unter dem Begriff Dominionismus zusammenfasst.

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Mega-Gottesdienste wirken wie Drogen

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Gottesdienste in US-amerikanischen Mega-Kirchen wirken auf die Besucher wie eine Droge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Soziologen James Wellman von der „University of Washington“ in Seattle (Bundesstaat Washington). Sie wurde auf der Jahrestagung der Amerikanischen Soziologischen Vereinigung am 19. August in Denver (Bundesstaat Colorado) vorgestellt. „Die Mitgliedschaft in einer Mega-Kirche ist die am weitesten verbreitete Art, mit der Christen in den USA Gott die Ehre geben“, so Wellman. „Deshalb sollte man diese Kirchen verstehen.“

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Die Gefühle eines Christen

„Das einzige Gefühl, das ich jemals anstrebe, ist dies: Ich will fühlen, dass ich ein Sünder bin und dass Christus mein Retter ist. Behalte deine Visionen und Verzückungen und Entrückungen und dein Tanzen für dich, das einzige Gefühl, nach welchem ich mich sehne, ist eine tiefe Buße und ein demütiger Glaube; und wenn du, lieber Sünder, dies hast, dann bist du errettet.

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Emerging Church verstehen

EinfachEmergentRezension zu: Emerging Church verstehen. Eine Einladung zum Dialog. Tobias Künkler, Tobias Faix, Arne Bachman

Das Buch wurde auf der Blogseite von Dr. Tobias Faix, einem der Autoren, angekündigt und vorgestellt. Tobias Faix gehört wohl mit zu den Wortführern der Emergent-Bewegung in Deutschland. Er studierte an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest und war Pastor. Zurzeit arbeitet am Marburger Institut für Transformationsstudien als Dozent mit. Der Autor Dr. Tobias Künkler studierte in Münster Soziologie, Pädagogik und Philosophie und ist ebenfalls maßgeblich an den Marburger Studienprogrammen „Gesellschaftstransformation“ beteiligt. Arne-Florian Bachmann ist Student für Theologie und Geschichte an der Universität Heidelberg.

Bei dem Buch handelt es sich erklärtermaßen um eine Selbstdarstellung. Man wolle Halbwissen und Gerüchten entgegentreten.

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Bell, Das letzte Wort hat die Liebe

rob_bellIst Gandhi in der Hölle? Mit dieser Frage eröffnet der amerikanische Pastor und Buchautor Rob Bell sein Buch „Das letzte Wort hat die Liebe“. Provokativ und herausfordernd, wie im gesamten Buch entfaltet Rob Bell Fragestellungen und Gedanken zum Themenkomplex Himmel, Hölle und Erlösung.

Im klassischen Verständnis des Christentums ist der Himmel der Ort, wo Gott wohnt und wohin er die Gläubigen nach dem Tod, am Jüngsten Tag, holen wird. Die Hölle hingegen ist der Ort, an dem der Teufel, die Dämonen, und alle Menschen die Gott abgelehnt haben, ewig gerichtet werden.

Nicht so bei Rob Bell. Für ihn sind Himmel und Hölle keine jenseitigen Begriffe. Vielmehr finden Himmel und Hölle auf der Erde statt. Dies sowohl im Jetzt als auch in der Zukunft.

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„Die Hölle der anderen?“

Hölle

Wer sich hier über Zeltmacher oder anderswo mit dem Thema „Emerging Church“ befasst hat, wird mitbekommen haben, dass eine solche auch in Deutschland bereits Fuß gefasst hat. Bekennender „Emergenter“ ist per Banner auf seinem Blog peregrinatio, der regelmäßig über Links von jesus.de zur Popularität gefördert wird. Seinen aktuellen Beitrag „Die Hölle der anderen?“ kann jeder – mit kritischem Blick und bitte mit Bibel in der Hand – selbst lesen, wir brechen ihn hier der Einfachheit halber auf den Satz herunter:

»Christen sind zum Festhalten an der Hoffnung gerufen, dass Gottes Heil am Ende alle Menschen erreicht.«

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Carson, Emerging Church

Carson Emerging ChurchEine neue Kirche entsteht, die „Emerging Church.“ Vielleicht haben Sie schon davon gehört, vielleicht haben Sie im Internet ihr Logo entdeckt oder Sie sind – wie auch wir – bereits vor dieser neuen Strömung gewarnt worden. Wer das Schlagwort nicht so richtig einzuordnen weiß mag sich auch auf D.A. Carson verlassen. Wenn er sich dieses Themas annimmt, dann muss es von Bedeutung sein. Und seine Analyse ist fair und kompetent.

Eine große Gefahr im Umgang mit der „Emerging Church“ liegt darin, dass sie sehr vielschichtig und nicht so richtig greifbar ist. Sie ist schwer zu definieren, ihre Kennzeichen sind schwer hervorzuheben und gerade das ist paradoxerweise sogar Teil ihres Wesens. Carsons Ansatz ist deshalb lobenswert, weil er sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt und auch die positiven Aspekte findet und diese im ersten Teil seines Buches deutlich herausstellt. Gefährlich wird es, wenn jede falsche Praxis oder Irrlehre unter dem einen Dach „Emerging Church“ gesammelt und dabei auch jeder noch so richtige Ansatz bereits im Keim erstickt wird, nur weil er im gleichen kritischen Zusammenhang gesehen, beurteilt und folglich abgelehnt wird.

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„Die Hütte“ wird zum Dorf – Bücher, Filme und Projekte

HuetteDer Rummel um den Bestseller ‚Die Hütte‘ nimmt kein Ende. Nach dem Original erschienen bereits zwei Bücher von Kerstin Hack: „Die Hütte und ich“ und „Ich warte auf dich in der Hütte“. Von Roger Olsen kam die theologisch notwendige Antwort „Gott und ‚Die Hütte‘: Was ist dran am Gottesbild des Weltbestsellers?“ Eine gute Buchrezension wurde von Wolfgang Bühne geschrieben. Und nun wird das Thema in den Medien wieder angestoßen, weil Susanne Aernecke dem Angebot nicht widerstand, zusammen mit dem Autor selbst einen Film über die Hintergründe seines Buchs zu drehen.

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Buchbesprechung: Young, Der Weg

der-wegEine Rezension von William P. Youngs Buch „Der Weg – Wenn Gott dir eine zweite Chance gibt“ durch Yvonne Schwengeler.

Nach einem Unfall fällt der skrupellose Multimillionär Tony Spencer ins Koma und findet sich in einer Zwischenwelt wieder. Dort trifft er auf einen älteren Mann namens Jack, der sich als Jesus zu erkennen gibt, und auf eine zahnlose Grossmutter, die sich als der Heilige Geist offenbart. Tony wird sich der Vergeudung seines bisherigen Lebens bewusst und möchte eine zweite Chance. Er kann auf die Erde zurück, allerdings darf er sich dabei nur der physischen Augen verschiedener Menschen bedienen.

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Zum Sonntag – An die Stelle der Liebe trat das Gesetz

Banner-Kreuz

Wichtig ist der Nächste, der Mitmensch, der Bruder: »Jeder von uns lebe dem Nächsten zu Gefallen für das Gute, zu (seiner) Auferbauung« (Römer 15, 2). Aus der Freiheit der Kinder Gottes heraus darf der Christ mit gesellschaftlichen Normen so umgehen, wie es seinem Mitmenschen am besten dient. Wie bei Jesus steht auch bei Paulus die Liebe des Menschen zum Menschen über allen gesellschaftlichen Normen, auch über jenen, die religiös begründet werden.

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Sabbat oder Sonntag – Gott »atmet auf«

Mauritius-Feierabend

Dass Gott uns an seinem Sabbat in seiner Gesellschaft haben will, ist nicht nur ein Entgegenkommen von seiner Seite, sondern eine Herablassung! Wie tief Gott damit zu seinem Geschöpf herabsteigt, geht aus einem selten gebrauchten, auffällig starken Wort, das in der hebräischen, biblischen Ursprache »naphasch« heißt, hervor. Es bedeutet auf deutsch: »Verschnaufen, nach schwerer Anstrengung aufatmen!«

Dieses Wort kommt in der Bibel nur dreimal vor: Einmal ist es der, von seinem Sohn verjagte König David. Er wird auf der Flucht mit Schmutz und Steinen beworfen. David entkommt und »naphasch«, »atmet auf«. (2. Samuel 16, 14) Ein zweites Mal sind es die Knechte und Mägde und das Vieh, von denen gesagt wird, dass auch sie am Sabbat »naphasch«, »aufatmen« dürfen. (2. Mose 20, 10) Angewendet auf Gott selber steht nun aber dies Wort ein einziges Mal in der Bibel:

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Sonntag – Der erste Tag der Woche

Abendmahl-Last-Supper

Die Woche hat sieben Tage: Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch. Ob Sie sich schon gefragt haben, weshalb die Aufzählung mit Donnerstag beginnt? Nun, sie wurde willkürlich gewählt. Zunächst muss wohl geklärt werden, welcher der sieben Wochentage denn nun der erste ist.

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